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Rechtssicherheit im Blick 09.03.2026 18:00:00

Roche-Aktie schlussendlich tiefrot: Präsident Schwan hält weitere Verhandlungen mit den USA für "absolut richtig" - Forschungsrückschlag

Roche-Aktie schlussendlich tiefrot: Präsident Schwan hält weitere Verhandlungen mit den USA für

Lob für die Schweizer Regierung von Roche-Verwaltungsratspräsident Severin Schwan.

Es sei "absolut richtig", dass das Staatssekretariat für Wirtschaft die Verhandlungen mit den USA fortsetze - trotz des Entscheids des obersten US-Gerichts.

Das sagte Schwan in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Samstag. Das Ziel müsse es sein, Rechtssicherheit zu schaffen.

In Bezug auf Roche sieht er die Pharmasparte des Konzerns gut aufgestellt. "Wir gehen davon aus, dass unser Abkommen mit der Regierung verbindlich ist und wir für die Einfuhr von Medikamenten auch weiterhin von Zöllen befreit sind."

Anders sehe es für die Diagnostik-Sarte aus. Diese sei von den Zöllen betroffen. "Es geht um viel Geld", so Schwan. So habe die Sparte eine grosse Produktionsstätte in der Innerschweiz, die einen bedeutenden Teil nach Amerika ausführe.

Keine klare Aussage wollte Schwan zu den Folgen der US-Zollpolitik auf die hiesigen Medikamentenpreise machen. Nur so viel: "Die Preisverhandlungen werden sicher schwieriger werden, keine Frage."

Roche erleidet Forschungsrückschlag mit Hoffnungsträger Giredestrant

Roche hat mit seinem Brustkrebswirkstoff Giredestrant die gesteckten Ziele in einer zulassungsrelevanten Studie nicht erreicht. In der "persevERA"-Studie wurde der neuartige Wirkstoffkandidat bei Patientinnen eingesetzt, die an einer bestimmten Form von Brustkrebs litten. Die Studie erreichte nicht das primäre Ziel, nämlich eine statistisch signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens. Es wurde jedoch ein numerischer Vorteil zugunsten von Giredestrant beobachtet.

In der Studie wurde Giredestrant in Kombination mit Palbociclib bei Patientinnen eingesetzt, die an einer Tumorart litten, die auf das Hormon Östrogen reagiert (ER-positiv), aber kein HER2-Protein aufweist (HER2-negativ) und deren Krebs bereits fortgeschritten war oder gestreut hatte, wie Roche am Montag mitteilte.

Auch wenn persevERA das primäre Ziel nicht erreicht habe, sei er überzeugt vom Potenzial von Giredestrant, eine neue Standardtherapie in der endokrinen Behandlung von ER-positivem Brustkrebs im frühen und fortgeschrittenen Stadium zu werden, lässt sich Levi Garraway, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung bei Roche, in der Mitteilung zitieren.

Er sehe weiterhin Möglichkeiten, Giredestrant in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor auch im adjuvanten Setting einzusetzen. Daher führe Roche dazu weitere Studien durch.

Die persevERA-Studie ist den Angaben zufolge die erste von zwei Phase-III-Studien in der Erstlinienbehandlung; die zweite Studie, pionERA, soll 2027 Ergebnisse zur Kombination von Giredestrant mit einem vom Arzt gewählten CDK4/6-Inhibitor bei endokrinresistentem ER-positivem, HER2-negativem Brustkrebs liefern.

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat kürzlich den Antrag auf Marktzulassung (NDA) auf Basis der evERA-Daten akzeptiert. In den kommenden Wochen wird Roche die Phase-III-Daten aus der lidERA-Studie für den frühen Brustkrebs der FDA vorlegen.

Roche-Bons stürzen nach enttäuschenden Studiendaten ab

Kalte Dusche für die zuletzt stark gefragten Roche-Bons: Sie gaben am Montag im frühen Handel mehr als 7 Prozent nach. Auslöser waren enttäuschende Studiendaten.

Schlussendlich bricht die Roche-Aktie im Schweizer Handel um 2,94 Prozent ein auf 331,17 Franken ein. Damit weisen sie nun auch seit Jahresbeginn einen Verlust auf. Gleichzeitig verliert der SMI 2,53 Prozent.

In ihren ersten Einschätzungen sparen die Experten denn auch nicht mit Unkenrufen. Kein Wunder: Immerhin hatte Roche grosse Hoffnungen auf die Brustkrebspille Giredestrant als Erstlinien-Therapie bei Frauen mit einer bestimmten Form von Brustkrebs gesetzt. Der Konzern selbst hatte erst kürzlich bekräftigt, das Mittel könnte das potenziell umsatzstärkstes Medikament in seiner Geschichte werden.

Dieser Traum ist mit den Daten aus einer aktuellen zulassungsrelevanten Studie nun ein Stück weit Geschichte. Wie es bei Jefferies heisst, zieht die Studie Giredestrant "den Boden unter dem Multi-Milliarden-Dollar-Traum weg".

Ein Erfolg wäre notwendig gewesen, damit das Medikament die ambitionierten Umsatzprognosen von Roche erreichen kann. Laut Angaben von Roche zeigte das Medikament jedoch keine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu einer Placebo-Therapie.

Derweil heben zahlreiche Analysten hervor, dass es sich bei der heutigen Studie um die erste von zwei zulassungsrelevanten Studie in der Erstlinienbehandlung handelt. Das zweite Programm soll voraussichtlich 2027 Ergebnisse liefern. Bei Vontobel zeigt sich der zuständige Analyst von den Ergebnissen überrascht, nachdem Giredestrant in anderen Programmen positive Resultate gezeigt hatte.

Derweil haben die Analysten der ZKB oder auch von Octavian ihre Erwartungen für den Spitzenumsatz des Mittels nicht gesenkt. So seien die vorgelegten Ergebnisse "sicher ein Dämpfer innerhalb der Giredestrant-Studie - wir gehen aber nicht davon aus, dass dies das Potenzial von Giredestrant schmälern wird," heisst es bei der ZKB dazu. Er traue dem Mittel weiterhin Umsätze von bis zu 14 Milliarden Franken zu, so der Experte weiter.

Basel (awp)

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Bildquelle: SEBASTIEN BOZON/AFP/Getty Images,Keystone
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