Deutsche Lufthansa Aktie 1089595 / US2515613048
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06.03.2026 17:51:40
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Lufthansa-Aktie stabil: Erfolgreiches Jahr sorgt für neuen Wachstumsschub - Asien-Chancen im Blick
Die Lufthansa Group hat im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Konzerngeschichte erzielt und ihr operatives Ergebnis zweistellig gesteigert.
Der Krieg im Nahen Osten macht die Geschäftsprognosen der Lufthansa allerdings noch unsicherer als sonst. Einerseits sind die Ölpreise in die Höhe gesprungen, was auch das Kerosin absehbar teurer machen dürfte. Andererseits wittert Spohr die Chance, mit mehr Flügen etwa nach Singapur, Indien, China und Südafrika von der Krise der Gesellschaften vom Persischen Golf zu profitieren. Der Konzern prüft nach eigenen Angaben bereits eine Aufstockung der Flugfrequenzen in diese Länder.
Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten nicht nachhaltig gut an: So notiert die Aktie letztlich unbewegt bei 8,12 Euro, nachdem zuvor noch Gewinne verzeichnet wurden. Am Vortag hatte die Aktie nochmals unter dem Iran-Krieg gelitten. Die Folgen des Kriegs für die Treibstoffpreise und den Reiseverkehr hatten die Lufthansa-Aktie zuletzt auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember gedrückt. Infolge der Kursverluste platzte diese Woche die Hoffnung des Vorstands auf eine Rückkehr des Konzerns in den deutschen Leitindex Dax.
Im vergangenen Jahr profitierte die Lufthansa noch von einem Rückgang der Kerosinpreise. Zudem musste sie ihren Kunden insgesamt deutlich weniger Entschädigungen wegen verspäteter und ausgefallener Flüge bezahlen, wie sie am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zugleich kletterte der Umsatz um fünf Prozent auf den Rekordwert von 39,6 Milliarden Euro.
Dabei kehrte die Kernmarke Lufthansa Airlines in die schwarzen Zahlen zurück, und so wuchs der operative Gewinn des Konzerns vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) um knapp ein Fünftel auf 1,96 Milliarden Euro. Damit übertraf die Lufthansa auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Überschuss sank wegen negativer Steuereffekte hingegen um drei Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Die Dividende für die Aktionäre soll dennoch um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
Im laufenden Jahr will Spohr den Umsatz weiter nach oben treiben. Der bereinigte operative Gewinn soll sogar deutlich steigen. Gegen einen Anstieg der Kerosinpreise hat sich die Lufthansa vorerst weitgehend gewappnet: So hat sie ihre Treibstoffkosten für das laufende Jahr zu etwa 80 Prozent abgesichert. Finanzvorstand Till Streichert erwartet 2026 Treibstoffkosten von insgesamt etwa 7,2 Milliarden Euro. Das wäre sogar etwas weniger als 2025.
Zu dem Gewinnanstieg soll zudem das laufende Sparprogramm der Kernmarke Lufthansa Airlines beitragen. Sie erhält in diesem Jahr mehr neue und sparsamere Langstreckenjets etwa vom Typ Boeing 787 "Dreamliner". Ausserdem setzt sie stärker auf billigere Töchter wie Lufthansa City Airlines und Discover. Im laufenden Jahr sollen die Brutto-Einsparungen der Sparte 1,5 Milliarden Euro erreichen. Bis 2028 peilt das Management 2,5 Milliarden Euro an.
Im vergangenen Jahr gelang der Kernmarke mit einem bereinigten operativen Gewinn von rund 150 Millionen Euro die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, nachdem sie im Vorjahr noch einen Verlust von rund 90 Millionen eingeflogen hatte. Insgesamt steigerten die konzerneigenen Passagier-Airlines wie Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Eurowings und der neue italienische Ableger Ita ihr bereinigtes operatives Ergebnis um vier Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon stammte von der Schweizer Konzerntochter Swiss.
Deutlich besser als im Vorjahr lief es für die Frachttochter Lufthansa Cargo. Sie steigerte ihren bereinigten operativen Gewinn um 29 Prozent auf 324 Millionen Euro. Die Wartungssparte Lufthansa Technik konnte ihr Ergebnis trotz Belastungen durch den schwachen US-Dollar und Zölle mit 603 Millionen Euro fast stabil halten. Um die Folgen der US-Zollpolitik abzumildern, hatte das Unternehmen den internationalen Transport von Teilen gezielt umgeleitet.
Lufthansa bricht Linienflug nach Riad ab
Die Lufthansa hat einen Linienflug von München in die saudi-arabische Hauptstadt Riad aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Der Kapitän habe in Rücksprache mit der Zentrale entschieden, nach Kairo abzudrehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. "Sicherheit geht vor." Laut Lufthansa war der saudische Flughafen zum Zeitpunkt des Anflugs gesperrt.
Der voll gebuchte Rückflug aus Saudi-Arabien kann laut Lufthansa dennoch verspätet stattfinden. Die wenigen Passagiere des Hinflugs seien in Kairo ausgestiegen und dann umgebucht worden. Der Airbus A350-900 sollte noch am Abend am wieder geöffneten Flughafen in Riad landen, um den Rückflug zu absolvieren. Dieser wird am Samstagmorgen um 07.00 Uhr in München erwartet.
Derartige Situationen werde man in den kommenden Wochen noch häufiger sehen, sagte Spohr. Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Region.
Gewerkschaft VC lässt Eurowings-Piloten über Streik abstimmen
Bei der Lufthansa Group droht ein Arbeitskampf bei der Tochter Eurowings: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat am Freitag beschlossen, bei der Regionalfluggesellschaft eine Urabstimmung einzuleiten, nachdem die Verhandlungen für einen Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge gescheitert sind. Bis zum 16. März um 10 Uhr können die Flugzeugführer der Lufthansa-Tochter über die Massnahmen abstimmen, wie die Gewerkschaft mitteilte.
"Wir können nicht erkennen, dass die Geschäftsleitung zu ernsthaften Verhandlungen und einem Entgegenkommen bereit ist. Unsere Mittel sind daher ausgeschöpft und die Verhandlungen gescheitert", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro laut der Mitteilung.
Erst in der vergangenen Woche hatten die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline einen Arbeitskampf abgesegnet. Ein Streik dürfte jedoch nicht unmittelbar bevorstehen. Vor dem Hintergrund des Konfliktes im Nahen Osten hat die Gewerkschaft VC vorerst auf Arbeitskampfmassnahmen verzichtet, um die Stabilität und Verlässlichkeit des Luftverkehrssystems zu gewährleisten.
DOW JONES und awp international
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