| Dividende steigt |
10.03.2026 17:56:07
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Lindt & Sprüngli-Aktie dennoch tiefrot: Ergebnisplus in 2025 dank Preiserhöhungen
Der Premiumschokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli hat im letzten Jahr dank saftigen Preisaufschlägen mehr Gewinn gemacht.
Der Produzent von Lindorkugeln, Dubai-Schokolade und Pralinés schrieb im Geschäftsjahr 2025 einen Betriebsgewinn (Ebit) von 971,0 Millionen Franken. Das entspricht einer Steigerung um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die operative Gewinnmarge stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent.
Lindt begründete den Anstieg des operativen Ergebnisses mit Preiserhöhungen sowie mit Effizienzsteigerungen und strikter Kostenkontrolle. Belastet worden sei das operative Ergebnis zwar durch deutlich höhere Kakaokosten, diese habe die Gruppe aber weitgehend kompensieren können, schrieb das Unternehmen.
Unter dem Strich blieb auch ein höherer Reingewinn. Dieser betrug 726,7 Millionen Franken - 8,1 Prozent mehr als im Jahr davor. Lindt hat damit die stark gestiegenen Rohstoffkosten durch Preiserhöhungen im Umfang von rund 19 Prozent mehr als kompensiert.
Wie bereits seit Januar bekannt, ist Lindt 2025 stark gewachsen. Der Jahresumsatz legte aufgrund der Preiserhöhungen um 8,2 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken zu. Es ist erst das dritte Mal in der 180-jährigen Unternehmensgeschichte, dass die 5-Milliarden-Marke übertroffen wurde. Die Preisaufschläge schreckten gewisse Kunden aber ab. Das Verkaufsvolumen war rückläufig.
1800 Franken Dividende pro Aktie
Vom Geschäftsgang sollen die Aktionäre nun in Form einer kräftig erhöhten Dividende profitieren. Die Inhaber von Lindt-Namenaktien - ein Stück davon gehört mit einem Kurswert von über 122'000 Franken zu den teuersten Aktien der Welt - erhalten eine um 300 Franken höhere Dividende von 1800 Franken pro Aktie. Beim Partizipationsschein geht die Dividende um 30 auf 180 Franken hoch.
Mit den vorgelegten Resultaten übertrifft Lindt & Sprüngli die Schätzungen der Analysten gemäss AWP-Konsens bei Ebit und Reingewinn leicht, bei der Dividende stark, und bei der Marge ist es eine Punktlandung.
Lindt holt Emmi-CEO in Verwaltungsrat
Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten schraubt das Unternehmen die Erwartungen für das laufende Jahr herunter. Das organische Wachstum soll nur noch 4 bis 6 Prozent betragen bei einer Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten. Für die folgenden Jahre bestätigte das Unternehmen hingegen seine bisherigen Ziele: Der Umsatz soll aus eigener Kraft jährlich um 6 bis 8 Prozent wachsen. Gleichzeitig soll die Marge um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte pro Jahr steigen.
Lindt gab zudem bekannt, Emmi-CEO Ricarda Demarmels in den Verwaltungsrat holen zu wollen. Sie soll die Führung stärken und verfüge über langjährige Erfahrung in der Konsumgüterindustrie, hiess es.
Zudem plant das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1 Milliarde Franken. Das Programm soll am 1. Juni 2026 starten und bis spätestens 31. Mai 2029 laufen und das laufende Rückkaufprogramm über bis zu 500 Millionen Franken ersetzen.
So reagiert die Lindt & Sprüngli-Aktie
Die Papiere des Schokoladen-Herstellers Lindt & Sprüngli brachen am Dienstag nach Jahreszahlen massiv ein. Auslöser für die Verkäufe war die für das laufende Jahr gesenkte Wachstumsprognose. Vor allem deren Begründung wurde hinterfragt. Eine deutlich höhere Ausschüttung an die Aktionäre half da wenig.
Der PS der Kilchberger verzeichnete letztlich ein Minus von 10,29 Prozent auf 10'900,00 Franken, im Tagestief waren es gar nur 10'700 Franken.
Das Problem sind nicht die vorbörslich präsentierten Zahlen für 2025. Mit diesen hat Lindt die Schätzungen der Analysten gemäss AWP-Konsens bei Ebit und Reingewinn leicht übertroffen und bei der Marge gab es eine Punktlandung. Und mit einer Dividende von 1800 Franken je Namenaktie gibt es gar 200 Franken mehr, als die Experten im Schnitt erwartet hatten.
Das Problem ist die gesenkte Guidance für das laufende Jahr. Das organische Wachstum soll nur noch 4 bis 6 Prozent betragen. Dabei hatte das Unternehmen gerade noch im Januar die "übliche" Wachstumsprognose von 6 bis 8 Prozent bestätigt.
Als Grund für gesenkte Prognose nannte Lindt die geopolitischen Unsicherheiten - das ist im Urteil der Analysten ein Feigenblatt. Da Lindt nur rund 1 bis 2 Prozent der Verkäufe im Nahen Osten erziele, habe das kaum einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum der Gruppe, urteilt etwa Bernstein.
Damit kommt gemäss Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel vielmehr auch die Unsicherheit zum Ausdruck, ob Lindt in 2026 auch die Volumen wieder steigern kann. Zur Erinnerung: 2025 ist der Umsatz von Lindt nur dank Preiserhöhungen gewachsen - das Verkaufsvolumen war rückläufig.
In die gleiche Kerbe schlägt die britische Investmentbank Barclays. Es stelle sich die Frage, inwieweit die Prognosesenkung auf die Spannungen zurückzuführen sei und inwieweit sie mit den Problemen bezüglich der verkauften Menge an Schokolade zusammenhänge.
Denn diese Probleme wären "aufgrund der beispiellosen Preisgestaltung" auch ohne den Krieg im Iran aufgetreten, denkt Barclays. 2025 hatte Lindt die stark gestiegenen Rohstoffkosten durch Preiserhöhungen im Umfang von rund 19 Prozent mehr als kompensiert.
to/ra
Kilchberg (awp)
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