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"Project Titan" 11.06.2021 22:08:00

Apple-Aktie in Grün: Führungskräftige aus Apple Car-Projekt abgewandert - ehemaliger BMW-Topmanager geholt

Apple-Aktie in Grün: Führungskräftige aus Apple Car-Projekt abgewandert - ehemaliger BMW-Topmanager geholt

Dass Apple mit "Project Titan" hinter verschlossenen Türen an einem Apple Car tüftelt, gilt im Silicon Valley als offenes Geheimnis. Mit dem Weggang von drei Top-Managern in rund sechs Monaten gerät aber möglicherweise zumindest der Zeitplan für das Projekt in Gefahr. Nun hat sich Apple einen ehemaligen BMW-Topmanager geholt.

• "Project Titan" hat übersichtliche Führungsebene
• Drei Top-Manager in sechs Monaten abgewandert
• Zeitplan für Apple-Car in Gefahr?

Schon seit mehreren Jahren soll der Techriese Apple einen Einstieg in den Elektroautomarkt planen. Auch wenn die offizielle Bestätigung von Konzernseite bislang ausbleibt: Dass das Unternehmen aus Cupertino unter dem Namen "Project Titan" ebendiese Pläne verfolgt, wurde in der Tech- und Automobilszene spätestens zu dem Zeitpunkt nicht mehr angezweifelt, als Apple namhafte Spezialisten aus der Autobranche unter Vertrag genommen hat. Doch zuletzt haben einige Top-Manager dem Projekt den Rücken gekehrt.

Drei Abgänge in nur sechs Monaten

Während hunderte Ingenieure Bloomberg zufolge in der Auto-Division von Apple beschäftigt sein sollen und zahlreiche weitere Mitarbeiter nicht nur an einer möglichen Selbstfahrtechnologie, sondern wohl auch an einem Fahrzeug aus dem Hause Apple arbeiten, ist die Führungsebene in diesem Segment überschaubar: Unter der Leitung von Doug Field, einem ehemaligen Tesla-Angestellten, sollten weniger als ein Dutzend zusätzliche Führungskräfte "Project Titan" verantworten. Und der Kreis der Führungskräfte ist zuletzt noch deutlich geschrumpft, denn dem Vernehmen nach sollen drei von ihnen innerhalb des letzten halben Jahres die Segel gestrichen haben.

Bereits im Februar kehrte Benjamin Lyon Apple den Rücken. Er war zuvor mehr als zwei Jahrzehnte in Cupertino angestellt gewesen und hatte zuletzt die Sensoren-Entwicklung für ein mögliches Apple Car überwacht. Ihn zog es zum Weltraum-Startup Astra.

Auch Jaime Waydo gab seinen Job bei Apple auf, er hatte seit 2018 das Team überwacht, das sich mit Sicherheitssystemen und regulatorischen Problemen für ein mögliches Apple Car beschäftigt hatte. Waydo wechselte ebenfalls zu einem Startup und arbeitet nun als CTO bei Cavnue, wo er in gleichem Arbeitsfeld tätig ist, wie bei seinem vormaligen Arbeitgeber Apple.

Bloomberg zufolge hat zuletzt Dave Scott das Apple Car-Robotic-Team verlassen, das er bei Apple anführte. Sein Weg führte ihn zu einem Gesundheitsunternehmen, das MRT-Systeme der nächsten Generation entwickelt: Bei Hyperfine wird Scott künftig als CEO tätig werden.

Zeitplan nun in Gefahr?

Ob der Abgang der drei hochrangigen Mitarbeiter von "Project Titan" nun den Zeitplan des Unternehmens in Gefahr bringt, bleibt abzuwarten. Immerhin hatte das Projekt nach aussen hin zuletzt Fahrt aufgenommen, nachdem es Spekulationen um mögliche Produktionspartner aus der Automobilbranche gegeben hatte. Im Januar hatte Hyundai Gespräche mit Apple bestätigt, diese seien aber gescheitert, hiess es von Seiten der Südkoreaner, auch wenn die Gerüchte, dass die Hyundai-Tochter Kia schlussendlich doch noch den Zuschlag für den Bau des Apple Car erhalten könnte, nie ganz abrissen.

Branchenexperten hatten einen möglichen Produktionsstart für 2024 vorausgesagt, dies wurde von Apple selbst jedoch nie offiziell bestätigt. Ob die Veränderungen in der Führungsebene für Verzögerungen im "Project Titan" sorgen werden, lässt sich angesichts der kleinen Gruppe an Führungskräften, die das Autoprojekt verantworten, nur vermuten. Trotz der jüngsten Abgänge hat Apple noch bekannte Namen in seinem Team, in den letzten Jahren waren etwa einige ehemalige Tesla-Angestellte auf die Seite des Techkonzerns gewechselt.

Apple holt sich ehemaligen BMW-Topmanager

Und Apple untermauert seine Ambitionen im Autobereich mit der Verpflichtung eines ehemaligen BMW-Managers, der zuletzt ein Elektrofahrzeug-Startup führte, weiter. Ulrich Kranz arbeite jetzt für Apple, bestätigte der iPhone-Konzern in der Nacht zum Freitag den Tech-Blogs "The Verge" und "TechCrunch", ohne weitere Details zu nennen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg wird Kranz bei Apple im Team des ehemaligen Tesla-Managers Doug Field arbeiten, der ein Autoprojekt leitet.

Kranz gehörte bei BMW zu den Entwicklern des Elektromobils i3 und des Sportwagens i8. Danach war er zunächst beim Elektroauto-Startup Faraday Future und gründete dann die Firma Canoo mit. Bis April war er Chef von Canoo. Apple habe ihn wenige Wochen später an Bord geholt, schrieb Bloomberg.

Apple entwickelt bereits seit Jahren Technologie für das autonome Fahren und testet zu Roboterautos umgebaute SUV der Toyota-Luxusmarke Lexus auf öffentlichen Strassen. Am Anfang des bereits seit mehr als fünf Jahren laufenden Autoprojekts zeigte Apple auch schon Prototypen an Zulieferer, danach wurde es jedoch vor allem auf Software ausgerichtet.

Neuausrichtung im Fokus

Dass Apple sich - vermeintlich branchenfremd - in der Automobilbranche betätigt, kommt nicht von ungefähr. Denn seit geraumer Zeit versucht sich der Techriese von seinem Erfolgsprodukt iPhone unabhängiger zu machen. Aus diesem Grund hatte der Konzern unter der Leitung von Tim Cook eine umfangreiche Service-Offensive gestartet und insbesondere im Augment-Reality-Segment starke Ambitionen gezeigt. Mit Apple TV+ stieg das Unternehmen zudem ins Geschäft mit Film- und Serienstreaming ein, darüber hinaus will Apple den Podcast-Markt revolutionieren.

Das "Project Titan" ist ein weiterer Schritt, den Apple mit Blick auf Produkt- und Dienste-Diversifikation geht.

Am Freitag ging die Apple-Aktie 0,98 Prozent fester bei 127,35 US-Dollar aus dem NASDAQ-Handel.

Redaktion finanzen.ch / awp international

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