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Blockchain nutzlos? 04.07.2021 17:07:00

Vom Kryptobullen zum Kritiker: Nassim Taleb ermittelt den wahren Wert eines Bitcoins

Vom Kryptobullen zum Kritiker: Nassim Taleb ermittelt den wahren Wert eines Bitcoins

Der ehemalige Finanzmathematiker Nassim Taleb hat seine Einstellung zur grössten Kryptowährung Bitcoin grundlegend überdacht und ermittelt, was ein BTC wirklich wert ist. Für Kryptofans dürfte das Ergebnis seiner Überlegungen ernüchternd sein.

• Finanzautor war einst Bitcoin-Bulle
• Scharfe Kritik an den dem Bitcoin zugeschriebenen Eigenschaften
• Blockchain als nutzlos bezeichnet

Als Autor des Finanzbuchs "Der Schwarze Schwan" hat Nassim Taleb grosse Erfolge gefeiert. Der ehemalige Finanzmathematiker hat sich in der Vergangenheit als Fürsprecher von Bitcoin betätigt.

Vom Fürsprecher zum grössten Kritiker

Noch 2017 erklärte er im Vorwort des Buches "The Bitcoin Standard" von Wirtschaftsexperte Saifedean Ammous, dass Kryptowährungen "eine ausgezeichnete Idee" seien. Dabei pries er insbesondere die Tatsache an, dass der BTC niemandem gehöre, der das Schicksal des Kryptocoins steuern könne. Stattdessen gehöre die Währung "seinen Nutzern".

Nur vier Jahre später hat sich Talebs Einstellung zum Bitcoin entscheidend geändert. Im Februar dieses Jahres sprach er erstmals davon, dass der Bitcoin "ein Fehler" sei, - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt. Am 12. Februar gab er öffentlich einen Verkauf seiner Bitcoin-Bestände bekannt: "Ich bin meine BTC losgeworden", verkündete er auf Twitter. "Warum? Eine Währung sollte niemals volatiler sein als das, was man damit kauft [und] verkauft. Man kann Waren nicht in BTC bepreisen", stellte er fest. Inzwischen ist seine Profilsichtbarkeit eingeschränkt, seine Tweets sind nur noch von ihm akzeptierten Followern zugänglich. Und die informierte Taleb kürzlich über die Plattform darüber, wo er den wahren Wert der Kryptowährung sieht.

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Bitcoin ist Null wert

In seinem Essay: "Bitcoin, Currencies and Bubbles" rechnet der Finanzexperte hart mit der Kryptowährung ab. Seiner Ansicht nach habe der Bitcoin "trotz all des Hypes" die Idee einer "Währung ohne Regierung" nicht erfüllen können. Im Gegenteil, der BTC habe sogar bewiesen, dass er gar keine Währung sei. Dies sei durch den inflationär steigenden Bitcoinkurs verschleiert worden, der für Papiergewinne bei einem Grossteil der Bitcoin-Investoren gesorgt habe. Angesichts dessen sei die Frage in den Hintergrund gerückt, ob es sich bei Bitcoin um ein nützliches Zahlungsmittel handele.

Und auch als Wertaufbewahrung eigne sich die Digitalwährung seiner Ansicht nach nicht: "Bitcoin kann weder ein lang- noch ein kurzfristiges Wertaufbewahrungsmittel sein. Sein erwarteter Wert ist nicht höher als null", wird Taleb in seinem Paper konkret. Dies begründet er damit, dass Gold aber auch andere Edelmetalle langfristig gesehen keine Pflege oder Wartung benötigten, damit sie ihre physischen Eigenschaften behielten. Digitale Währungen unterdessen würden ein dauerhaftes Interesse an ihnen erfordern, schreibt Tablet weiter.

Auch Stimmen, die dem Bitcoin eine Gold-ähnliche Eigenschaft als Inflationsschutz zuschreiben, fährt der Finanzautor mit seinem Blogbeitrag in die Parade. Seiner Ansicht nach eignen sich Bitcoins "nicht einmal im Entferntesten" als Absicherung in Krisenzeiten. Dabei verweist der Experte auf die Ereignisse im März 2020, als die Aktienbörsen infolge der Sorgen um die Folgen der COVID-19-Pandemie massiv verloren und der Bitcoin sogar noch deutlicher im Wert einbüsste.

Blockchain ohne Nutzen?

Doch nicht nur der Kryptocoin selbst kommt in Talebs Abhandlung schlecht weg, der Autor nimmt auch die zugrundeliegende Blockchain massiv unter Beschuss. Den Nutzen der Technologie zweifelt er stark an und erklärt, er sehe keine Beweise dafür, dass dies eine grossartige Technologie im Sinne einer hohen Nützlichkeit sei. "Es gibt keine Beweise dafür, dass wir eine grossartige Technologie bekommen - es sei denn, ‚grossartige Technologie‘ bedeutet nicht ‚nützlich‘." Trotz allem Getöse um die Technologie habe man zum Zeitpunkt des Schreibens seines Blogeintrages "immer noch fast nichts mit der Blockchain gemacht", stellt Taleb klar.

Unterdessen hat sich der Bitcoin nach einem massiven Preiseinbruch in den vergangenen Wochen oberhalb der Marke von 34'000 US-Dollar stabilisiert.

Redaktion finanzen.ch

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