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Aufwertung erwartet 10.02.2026 16:11:00

Schweizer Unternehmen erwarten weiterhin starken Franken

Schweizer Unternehmen erwarten weiterhin starken Franken

Schweizer Unternehmen bleiben pessimistisch gegenüber dem Euro.

Auch 2026 wird laut einer Studie der UBS eine leichte Aufwertung des Frankens zum Euro erwartet. Die Experten der Grossbank widersprechen allerdings.

In der Nacht auf Dienstag markierte das Euro/Franken-Paar mit 0,9124 ein neues Rekordtief. Dann setzte eine leichte Gegenbewegung ein, und der Kurs konnte sich leicht darüber stabilisieren.

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Derweil ist der Dollar Ende Januar auf ein Mehrjahrestief von 0,7605 gefallen. Aktuell kostet der Greenback mit rund 0,7666 Franken wieder etwas mehr.

Dollar verliert an Bedeutung

Der Franken dürfte laut der am Dienstag publizierten Devisenumfrage, die die Grossbank im Spätherbst 2025 bei rund 300 Schweizer Unternehmen gemacht hat, weiterhin gefragt sein, erklärte UBS-Ökonom Florian Germanier an einer Telefonkonferenz.

Die befragten und zu rund 90 Prozent aussenhandelsorientierten Firmen erwarten demnach per Ende 2026 einen noch leicht tieferen Eurokurs von 91 Rappen. Der Dollar wird auf 78 Rappen geschätzt. Rund zwei Drittel der Unternehmen erwarten aufgrund der geopolitischen Risiken weiterhin grosse Kursschwankungen.

Hilft Deutschland?

Etwas anders sieht es die UBS selbst. Ihre Ökonomen gehen von einem leicht stärkeren Eurokurs von 95 Rappen aus. Die Bank begründet dies mit der Erwartung, dass sich die deutsche Wirtschaft 2026 beschleunigt und dem Euro Rückenwind verleiht.

Bleibt die Erholung aber aus und materialisieren sich die zahlreichen bestehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken, dürfte sich der Franken in den Augen der Ökonomen auch 2026 weiter aufwerten. In diesem Fall sehen die Experten den Eurokurs bei 90 Rappen.

Euro wichtiger als Dollar

Für mehr als die Hälfte der Befragten ist der Euro die wichtigste Einkaufseinkaufswährung und für fast die Hälfte hinter dem Franken die zweitwichtigste Verkaufswährung. Derweil hat der Dollar mit einem Anteil von noch 9 nach 16 Prozent im Vorjahr an Bedeutung verloren.

Die Dollarschwäche treffe nur wenige Unternehmen, hiess es. Die USA seien nur für eine Minderheit der exportorientierten Firmen der wichtigste Absatzmarkt, und importorientierte Unternehmen profitierten gar von einem stärkeren Franken, sagte UBS-Ökonom Germanier. Erst ab einem Dollarkurs von 70 bis 75 Rappen rentierten sich für fast die Hälfte dieser Firmen US-Exporte nicht mehr.

Bessere Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte

Zwar habe sich mit der Absichtserklärung zwischen der Schweiz und den USA der Wachstumsausblick der Unternehmen leicht verbessert, so der Experte. Insgesamt erwarteten aber trotzdem mehr Unternehmen ein tieferes als ein höheres Wachstum im Jahr 2026.

Dies sieht die UBS ähnlich. Aufgrund fehlender Impulse aus der Aussenwirtschaft werde ein unterdurchschnittliches Wachstum von 0,9 Prozent erwartet. Derweil dürfte aber der Binnenkonsum 2026 eine, wenn auch nicht mehr ganz so starke Stütze der Schweizer Wirtschaft bleiben, erklärte UBS-Ökonom Alessandro Bee.

Ab der zweiten Jahreshälfte und im Jahr 2027 dürfte mit einem deutschen Wirtschaftsaufschwung auch die Schweizer Wirtschaft zum längerfristigen Trend zurückfinden. Allerdings liegt die UBS-Prognose für 2027 mit 1,5 Prozent am unteren Rand der Schätzung für das Trendwachstum.

Keine Negativzinsen erwartet

Trotz dieser Widrigkeiten erwarten weder die UBS-Ökonomen noch die Mehrheit der befragten Firmen eine Senkung des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in den negativen Bereich. Sollte die Schweizer Wirtschaft allerdings einbrechen und der Franken deutlich aufwerten, würde die SNB laut UBS auf Negativzinsen zurückgreifen.

pre/to

Zürich (awp)

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