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Neue Ziele gesteckt 29.11.2022 17:51:00

Nestlé-Aktie tiefer: Nestlé will in den kommenden Jahren weiter wachsen

Nestlé-Aktie tiefer: Nestlé will in den kommenden Jahren weiter wachsen

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé setzt in den kommenden Jahren auf die bislang bewährte Strategie und will so weiter zulegen.

Zudem soll sich die Marge nach einer inflationsbedingten Delle bis 2025 wieder erholen. Den Aktionärinnen und Aktionären will Nestlé weiterhin attraktive Dividenden bezahlen.

Im Vorfeld des am Dienstag in Barcelona stattfindenden Investorentreffens hat Nestlé bis 2025 geltende Ziele formuliert. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern will die Umsätze organisch, also ohne Zukäufe und Wechselkursveränderungen, auf nachhaltiger Basis jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern, wie es in der Mitteilung dazu heisst.

Damit orientiert sich Nestlé an den bisher angestrebten, mittelfristigen Wachstumszielen. Gar noch etwas rascher will der Konzern im laufenden Jahr wachsen, wobei die zuletzt gemachten Prognosen leicht angehoben werden. Für 2022 rechnet Nestlé neu mit einem Wachstum von 8 bis 8,5 Prozent, dies nachdem der bisherige Ausblick bei rund 8 Prozent gelegen hatte. Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums sind Preissteigerungen.

Weiter in Strategie investieren

Mit Blick nach vorn hält Nestlé am eingeschlagenen Weg fest und legt dabei den Fokus auf den Ausbau des Geschäfts in den Themenbereichen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden bzw. Wellness. "So haben wir in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, indem wir das organische Wachstum beschleunigt, die Margen erhöht und die Kapitaleffizienz verbessert haben", wird Konzernchef Mark Schneider in der Mitteilung zitiert.

Nun werde die Gruppe in weiteres Wachstum investieren, so Schneider weiter. Den Fokus legt Nestlé auf Nahrungsmittel und Getränke, inklusive des Bereichs Nestlé Health Science. Im Fokus stehen da auch das Consumer Care- und Medical Nutrition-Geschäft. Auf den Prüfstand stellt der Konzern derweil die Zukunft des 2020 übernommenen Erdnussallergiemittels Palforzia.

Hohe Marge

Das Wachstum von Nestlé soll künftig weiterhin profitabel gestaltet werden. Der Konzern will die operative Marge bis 2025 mit 17,5 bis 18,5 Prozent auf einem hohen Niveau halten. Im laufenden Jahr dürfte sich den Erwartungen zufolge bei rund 17 Prozent zu liegen kommen.

Im laufenden und vergangenen Jahr wurde die Profitabilität durch die kräftigen Inflationstrends etwas gebremst, nachdem sie 2020 noch 17,7 Prozent erreicht hatte. Mittelfristig hatte Nestlé bislang eine "moderate Margenverbesserung" in Aussicht gestellt, nun gibt es dazu erstmals wieder konkrete Vorgaben.

Beim Ergebnis je Aktie strebt Nestlé in Lokalwährungen gerechnet bis 2025 einen Anstieg im Bereich von 6 bis 10 Prozent an. Das soll auch den Aktionären zugutekommen.

Nestlé will in Zukunft die Dividendenzahlungen weiterhin Jahr für Jahr erhöhen. Zugleich werde das bis 2024 laufende Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 20 Milliarden Franken fortgesetzt, heisst es. Bislang seien diesbezüglich Aktien im Umfang von 9,7 Milliarden zurückgekauft worden.

Nestlé trennt sich vielleicht von Erdnuss-Allergie-Mittel

Das weltweit erste Medikament zur Behandlung der Erdnuss-Allergie hat sich bisher als Flop erwiesen. Dessen Eigentümer Nestlé kündigte am Dienstag eine Überprüfung aller strategischen Optionen für Palforzia an, was de facto einer Verkaufsankündigung gleichkommt. Erst vor zwei Jahren hatte der Schweizer Nahrungsmittelriese den Entwickler für 2,6 Milliarden US-Dollar aufgekauft. Doch ist die Nachfrage von Ärzten und Patienten geringer als erwartet ausgefallen.

"Wir hatten grosse Hoffnungen in dieses Geschäft gesetzt", sagte Nestlé-Vorstandschef Mark Schneider in einer Investorenkonferenz. "Statt nach einem Blockbuster sieht es mehr und mehr nach einer sehr wirksamen und sehr erfolgreichen Nischentherapie aus."

Eine Erdnussallergie gehört zu den häufigsten krankhaften Abwehrreaktionen des Immunsystems bei Menschen und kann tödlich enden. Studien zufolge leiden etwa 1 bis 2 Prozent der Kinder in westlichen Ländern daran.

Palforzia zielt nicht darauf ab, die Allergie zu heilen, sondern die Häufigkeit und Schwere der allergischen Reaktion durch Desensibilisierung zu verringern, so dass die Patienten kleinere Expositionen tolerieren können. Bei der Behandlung werden die Patienten schrittweise höheren Dosen von Erdnusspulver ausgesetzt, beginnend mit einer winzigen Dosis und allmählich ansteigend.

Laut einer klinischen Studie konnten zwei Drittel der mit Palforzia behandelten Kinder und Jugendlichen 600 Milligramm Erdnussprotein - das entspricht etwa zwei ganzen Erdnüssen - vertragen, verglichen mit nur 4 Prozent jener Studienteilnehmer, die nur ein Placebo erhalten hatten. Zu Beginn der Studie konnte keiner der mit Palforzia behandelten Patienten mehr als 30 Milligramm Erdnussprotein vertragen.

Anfang 2020 war Palforzia von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen worden, und Nestlé erwarb kurz darauf den Entwickler Aimmune Therapeutics Inc. Später folgte auch eine Zulassung in der Europäischen Union.

Die Verkäufe von Palforzia blieben jedoch bescheiden. Nestlé-CEO Schneider sagte am Dienstag, dass die schwache Leistung wahrscheinlich mit dem mühsamen Behandlungsprozess zusammenhängt, der vier bis fünf Monate lang alle zwei Wochen Besuche bei einem Allergologen erfordert.

Hinzu kommt: Wegen des Risikos eines anaphylaktischen Schocks müssen Patienten nach der Einnahme von Palforzia mindestens eine Stunde lang unter ärztlicher Aufsicht bleiben. Nestlé darf Allergologen für den zusätzlichen Auswand laut Schneider aus gesetzlichen Gründen keine Entschädigung zahlen, um dies auszugleichen.

"Wenn man all dies zusammennimmt, war es eindeutig viel, viel schwieriger, die von uns erwartete Akzeptanz bei den Patienten zu erreichen - und wir waren schon der Meinung, dass Akzeptanz angesichts des starken medizinischen Bedarfs zu erwarten war", sagte Schneider. Die Covid-19-Pandemie sei ein weiterer Grund dafür gewesen, dass die Markteinführung des Medikaments anfänglich ins Stocken geriet.

Ein weiterer Verkauf von Palforzia bleibe für Nestlé mit erheblichen Fixkosten verbunden, so Schneider. Dies sei umso schwerer zu rechtfertigen, wenn das Medikament keine grossen Umsätze erziele. So sind Verkäufer von Medikamenten gegenüber den Zulassungsbehörden verpflichtet, weiter Daten über die Nebenwirkungen dieser Produkte zu erheben, damit mögliche Sicherheitsprobleme erkannt werden können.

Nestlé will sich im Geschäftsbereich Gesundheit künftig auf Kategorien konzentrieren, in denen das Unternehmen bereits eine führende Position innehat, etwa Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, wie der Konzern erklärte. Die Überprüfung der Optionen mit Blick auf Palforzia soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.Das weltweit erste Medikament zur Behandlung der Erdnuss-Allergie hat sich bisher als Flop erwiesen. Dessen Eigentümer Nestlé kündigte am Dienstag eine Überprüfung aller strategischen Optionen für Palforzia an, was de facto einer Verkaufsankündigung gleichkommt. Erst vor zwei Jahren hatte der Schweizer Nahrungsmittelriese den Entwickler für 2,6 Milliarden US-Dollar aufgekauft. Doch ist die Nachfrage von Ärzten und Patienten geringer als erwartet ausgefallen.

"Wir hatten grosse Hoffnungen in dieses Geschäft gesetzt", sagte Nestlé-Vorstandschef Mark Schneider in einer Investorenkonferenz. "Statt nach einem Blockbuster sieht es mehr und mehr nach einer sehr wirksamen und sehr erfolgreichen Nischentherapie aus."

Eine Erdnussallergie gehört zu den häufigsten krankhaften Abwehrreaktionen des Immunsystems bei Menschen und kann tödlich enden. Studien zufolge leiden etwa 1 bis 2 Prozent der Kinder in westlichen Ländern daran.

Palforzia zielt nicht darauf ab, die Allergie zu heilen, sondern die Häufigkeit und Schwere der allergischen Reaktion durch Desensibilisierung zu verringern, so dass die Patienten kleinere Expositionen tolerieren können. Bei der Behandlung werden die Patienten schrittweise höheren Dosen von Erdnusspulver ausgesetzt, beginnend mit einer winzigen Dosis und allmählich ansteigend.

Laut einer klinischen Studie konnten zwei Drittel der mit Palforzia behandelten Kinder und Jugendlichen 600 Milligramm Erdnussprotein - das entspricht etwa zwei ganzen Erdnüssen - vertragen, verglichen mit nur 4 Prozent jener Studienteilnehmer, die nur ein Placebo erhalten hatten. Zu Beginn der Studie konnte keiner der mit Palforzia behandelten Patienten mehr als 30 Milligramm Erdnussprotein vertragen.

Anfang 2020 war Palforzia von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen worden, und Nestlé erwarb kurz darauf den Entwickler Aimmune Therapeutics Inc. Später folgte auch eine Zulassung in der Europäischen Union.

Die Verkäufe von Palforzia blieben jedoch bescheiden. Nestlé-CEO Schneider sagte am Dienstag, dass die schwache Leistung wahrscheinlich mit dem mühsamen Behandlungsprozess zusammenhängt, der vier bis fünf Monate lang alle zwei Wochen Besuche bei einem Allergologen erfordert.

Hinzu kommt: Wegen des Risikos eines anaphylaktischen Schocks müssen Patienten nach der Einnahme von Palforzia mindestens eine Stunde lang unter ärztlicher Aufsicht bleiben. Nestlé darf Allergologen für den zusätzlichen Auswand laut Schneider aus gesetzlichen Gründen keine Entschädigung zahlen, um dies auszugleichen.

"Wenn man all dies zusammennimmt, war es eindeutig viel, viel schwieriger, die von uns erwartete Akzeptanz bei den Patienten zu erreichen - und wir waren schon der Meinung, dass Akzeptanz angesichts des starken medizinischen Bedarfs zu erwarten war", sagte Schneider. Die Covid-19-Pandemie sei ein weiterer Grund dafür gewesen, dass die Markteinführung des Medikaments anfänglich ins Stocken geriet.

Ein weiterer Verkauf von Palforzia bleibe für Nestlé mit erheblichen Fixkosten verbunden, so Schneider. Dies sei umso schwerer zu rechtfertigen, wenn das Medikament keine grossen Umsätze erziele. So sind Verkäufer von Medikamenten gegenüber den Zulassungsbehörden verpflichtet, weiter Daten über die Nebenwirkungen dieser Produkte zu erheben, damit mögliche Sicherheitsprobleme erkannt werden können.

Nestlé will sich im Geschäftsbereich Gesundheit künftig auf Kategorien konzentrieren, in denen das Unternehmen bereits eine führende Position innehat, etwa Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, wie der Konzern erklärte. Die Überprüfung der Optionen mit Blick auf Palforzia soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.

Nestlé-Aktien geben mit Infos zum Investorentag nach

Die Aktien des Nahrungsmittelgiganten Nestlé geben am Dienstag in einem gehaltenen Gesamtmarkt leicht nach. Anlässlich eines Investorentages in Barcelona hat das Unternehmen zwar die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2022 leicht erhöht und die bisherige Margenguidance bestätigt. Gleichzeitig wurde aber eine strategische Überprüfung des 2020 übernommenen Erdnussallergiemittels Palforzia angekündigt, was in Marktkreisen kritisch gesehen wird.

Zum Handelsende fielen Nestlé um 1,97 Prozent auf 111,26 Franken zurück und bremsten damit auch den Gesamtmarkt SMI.

Gleichzeitig mit der Prognose für 2022 hat Nestlé für den Zeitraum bis 2025 die bisherigen Mittelfristziele in etwa bestätigt. Demnach soll der Umsatz organisch, also Zukäufe und Wechselkursveränderungen herausgerechnet, auf nachhaltiger Basis jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich gesteigert werden, während sich die operative Marge im Bereich von 17,5 bis 18,5 Prozent bewegen soll.

In Marktkreisen wurden diese Ziele war ebenso begrüsst wie das Festhalten an den Aktienrückkäufen. Begeisterung kommt allerdings keine auf, denn die Ziele wurden mehrheitlich in diesem Bereich erwartet. Angesichts des unsicheren Umfelds sei die Bestätigung dieser Ziele beruhigend, aber nicht berauschend, meinte ein Händler.

Insgesamt seien die Ankündigungen von Nestlé wenig überraschend, so ein Kommentar des Brokers Stifel. Dieser verweist gleichzeitig auf wunde Punkte in der Mitteilung zum Investorentag. Einerseits könnte die Ankündigung, die zu Grunde liegende operative Marge wieder in den Bereich von 17,5 bis 18,5 Prozent zu verbessern als Enttäuschung aufgenommen werden, andererseits die News zu Palforzia.

Nestlé hat Palforzia erst im Herbst 2020, also vor gut zwei Jahren übernommen. Dass nun das Allergiemittel, das von den Kunden und Ärzten offenbar weniger begeistert aufgenommen wurde als von Nestlé erhofft, bereits wieder auf den strategischen Prüfstand gestellt wird, gefällt den Finanzmarktakteuren weniger. In Marktkreisen wurde Palforzia ein Umsatzpotential von bis zu 1 Milliarde Franken im Jahr zugetraut. Diese nun möglicherweise wieder wegfallenden Umsätze muss Nestlé andernorts zuerst erwirtschaften.

JPMorgan hält Nestlé immerhin die offene Kommunikation über die Probleme mit Palforzia zu Gute.

Die Bank Vontobel zeigt sich ob dem gezeigten etwas zuversichtlicher für Nestlé. Die finanziellen Ziele seien ambitiös, heisst es in einem Kommentar der Privatbank. Vontobel sieht dennoch gar eine Marge am oberen Ende der genannten Zielspanne von 17,5 bis 18,5 Prozent im Bereich des Möglichen und hält in der Folge an der Kaufempfehlung der Titel fest. Nestlé seien ein "must have".

Für Bernstein steht am Investorentag im Fokus, dass Nestlé das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des eigenen Wachstums stärken kann.

Barcelona / Zürich (awp) / Dow Jones Newswires


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