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Flughafen Zürich Aktie 31941693 / CH0319416936

Flughafengebühren 17.02.2026 16:21:00

Flughafen Zürich-Aktie im Plus: Höhere Lärmzugschläge geplant

Flughafen Zürich-Aktie im Plus: Höhere Lärmzugschläge geplant

Ab Oktober zahlen Fluggesellschaften am Flughafen Zürich höhere Lärmzuschläge für späte Flüge.

Gleichzeitig sinken die Gebühren für die Passagiere um durchschnittlich 10 Prozent.

Die Flughafengebühren dürfen nur kostendeckend sein, teilte der Flughafen Zürich am Montagabend mit. Dass sie nun tiefer ausfallen, liege am erwarteten höheren Passagieraufkommen. Zudem fliessen Bauprojekte und die Betriebskosten in die Berechnungen ein.

Statt wie bisher 35 Franken kostet die Gebühr für abfliegende Passagierinnen und Passagiere künftig noch 30,40 Franken. Diese werden den Fluggesellschaften belastet.

Die Verhandlungen zu den Gebühren dauerten rund vier Monate. Unter anderem haben Vertretungen der Swiss und Easyjet teilgenommen.

Anreiz für rasche Starts

Mit den passagierbezogenen Gebühren treten auch die höheren Lärmgebühren inkraft. Der Flughafen beantragte eine Erhöhung der Lärmzuschläge für Starts nach 23 Uhr sowie eine zusätzliche Gebührenstufe für Starts ab 23.15 Uhr. Damit solle ein Anreiz geschaffen werden, um im Verspätungsfall möglichst rasch zu starten.

Neben den Lärmzuschlägen in der Nacht sollen auch die Tageslärmgebühren aufschlagen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt verfügte die neuen Gebühren.

Der Abflug von lauteren Langstreckenfliegern kostet zwischen 23.00 Uhr und 23.15 Uhr neu 4000 statt 3000 Franken. Zwischen 23.15 Uhr und 23.30 Uhr sind es 5000 Franken.

Steigen werden schliesslich auch die Landegebühren, weil das Nutzungsentgelt für die Gepäcksortierungsanlage in diese integriert würden, heisst es weiter.

Zum Gebührenreglement könnten noch Änderungsanträge eingehen. Ansonsten gilt es ab dem 1. Oktober 2026.

Stadt Zürich erhebt Einsprache gegen Südstarts

Die Stadt Zürich hat Einsprache gegen die geplanten Südstarts am Flughafen Zürich erhoben. Betroffen wären vor allem die nördlichen Quartiere der Stadt.

Die Stadt Zürich stört sich an der erwarteten Lärmbelastung, aber auch am Sicherheitsrisiko, wie es in einem Artikel des "Tages-Anzeiger" vom Dienstag heisst. Ein Sprecher des Gesundheits- und Umweltdepartements bestätigte dies gegenüber Keystone-SDA.

Zwar betonte Stadtrat Andreas Hauri (GLP) die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens. Doch die Starts über dicht besiedelte Quartiere wie Schwamendingen, Affoltern oder Seebach seien "nicht akzeptabel", wie Hauri dem "Tages-Anzeiger" sagte. Er verwies etwa auf einem möglichen Flugzeugabsturz. Bisher waren erst Anflüge von Süden her möglich. Auch diese Einführung stiess bereits auf breite Kritik.

Auch Norden ist unzufrieden

Die Stadt Zürich steht mit der Kritik am sogenannten Sachplan Infrastruktur Sicherheit (SIL) nicht alleine da. Neben zahlreichen Gemeinden und Verbänden aus dem Süden und Osten ist auch der Norden unzufrieden. Allerdings aus anderen Gründen.

13 Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Aargau und Schaffhausen sowie die IG Nord reichten eine Einsprache ein. Die Belastung müsse gleichmässiger auf alle Regionen verteilt werden, heisst es in einer Mitteilung. Dem Norden würde auch mit dem neuen Betriebsreglement "übermässig viel Fluglärm" aufgebürdet. Die IG Nord pocht, wie viele andere Einsprecher, auf ein konsequentes Einhalten der Nachtruhe.

Verfahren dauert bis 2027

Am Dienstag forderte schliesslich der Verein Fair in Air eine Sistierung des Verfahrens. "Flüge nach 23 Uhr sind Verspätungen Sie dürfen nicht zur Regel werden", heisst es in einer Mitteilung. Der Verein fordert gar, dass nach 22.30 Uhr keine Flugzeuge mehr starten dürften.

Die öffentliche Auflage des SIL endet am Dienstag. Die Kantone haben allerdings noch bis April die Möglichkeit, sich zu äussern. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt rechnet damit, dass das Verfahren erst 2027 abgeschlossen sein wird.

Passagiere dürften tiefere Gebühren am Flughafen Zürich kaum spüren

Die Ticketpreise dürften sich wegen der tieferen Gebühren am Flughafen Zürich kaum verändern. Die Swiss ist zwar erfreut über die Einigung, verweist aber auf steigende Kosten in vielen Bereichen.

Die passagierbezogenen Gebühren würden zwar entsprechend abgesenkt und grundsätzlich den Fluggästen weitergegeben, teilte die Medienstelle der Swiss am Dienstag auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Aber: "Wir legen Wert darauf, dass der Preis eines Tickets mindestens die variablen Kosten eines Flugs pro Passagier abdeckt."

Dazu würden auch Treibstoff und Verpflegung gehören. Die Fixkosten müssten gedeckt sein und die Swiss wolle auch ein möglichst nachhaltiges Fliegen berücksichtigen. Klar sei: "Tiefere oder höhere Gebühren führen nicht automatisch zu tieferen oder höheren Ticketpreisen." Die Senkung der Gebühr schätzt die Fluggesellschaft im Rahmen von zwei bis fünf Franken pro Ticket ein.

Der Flughafen Zürich hatte am Montag bekannt gegeben, dass in Verhandlungen mit den grössten Fluggesellschaften und Interessensvertretungen die Gebühren für abfliegende Passagiere um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt werden konnten.

Die neuen Preise sollen ab dem 1. Oktober gelten. Gleichzeitig sollen die Lärmgebühren für späte Abflüge erhöht werden. Auch dieser Punkt belaste die Fluggesellschaft, schreibt die Swiss.

Die Flughafen Zürich-Aktie notiert an der SIX zeitweise 1,71 Prozent höher bei 261,60 CHF.

Zürich (awp/sda)

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