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Tops und Flops im September 20.09.2020 16:25:00

Diese Aktien sollten im weiteren Monatsverlauf gemieden werden - wo Anleger stattdessen zugreifen sollten

Diese Aktien sollten im weiteren Monatsverlauf gemieden werden - wo Anleger stattdessen zugreifen sollten

• Experten stellen Tops und Flops für den September vor
• Krisenverlierer vor allem in Reisebranche vertreten
• Wenige Einzelhandelsunternehmen profitieren von Pandemie

Der August war für Anleger weitgehend ein erfolgreicher Monat, immerhin setzte sich seit dem Einbruch der US-Märkte im März die Erholungsphase fort. So zeigten sich die Investoren trotz der andauernden Corona-Krise und nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen optimistisch. Dennoch sollte bei US-Werten in der zweiten Hälfte des traditionell schwächeren Septembers nicht blind zugegriffen werden. Dementsprechend riet Paulina Likos von U.S. News dazu, fünf Aktien besonders kritisch zu betrachten, während ihr Kollege John Divine fünf Titel empfahl, in die es sich jetzt zu investieren lohnen soll.

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Nordstrom-Aktie: Starker Umsatzeinbruch durch Corona-Massnahmen

Wie viele andere Einzelhandelsunternehmen leidet auch die Luxuskaufhauskette Nordstrom unter der Corona-Krise. In diesem Jahr stürzte das an der NYSE notierte Papier bereits um über 60 Prozent ab. Im zweiten Quartal 2020 habe der Händler bei seinem Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr einen Einbruch von 53 Prozent auf 1,78 Milliarden US-Dollar verzeichnen müssen. Weiterhin seien die Ausgaben des Unternehmens gestiegen, was den Gewinnanteil zusätzlich belastete. Der Rückgang der Umsatzzahlen sei hauptsächlich auf Ladenschliessungen als Folge von coronabedingten Eindämmungsmassnahmen zurückzuführen. Weiterhin habe der Händler seinen Jubiläums-Sonderverkauf verschoben. Likos vermutete, dass das Shopping-Event die Umsatzzahlen um zehn Prozentpunkte erhöht hätte. Im Vergleich zu Konkurrenten wie Macy’s und Kohl’s habe Nordstrom ausserdem erheblich höhere Einbussen verzeichnen müssen. Laut CEO Erik Nordstrom habe sich der Konzern im ersten Quartal vor allem darauf konzentriert, Liquidität aufzubauen, nun wolle er aber den Marktanteil und das profitable Wachstum des Unternehmens erhöhen.

Host Hotels & Resorts-Aktie: Stornierungswelle führt zu Einnahmeverlusten

Der grösste Immobilien-Invesmenttrust für Hotels in den USA musste im zweiten Quartal ein Einnahmenminus von 93 Prozent auf 103 Millionen US-Dollar verzeichnen. Ende Juli musste Host für das laufende Jahr insgesamt 2,7 Millionen stornierte Zimmer hinnehmen, was 1 Milliarde US-Dollar an Einnahmeausfällen entsprach. Für die zweite Jahreshälfte werden ausserdem weitere Stornierungen erwartet. Zwar versuche man weiter, seine Kapitalposition zu erhöhen, indem sowohl die vierteljährliche Dividende und Aktienrückkäufe ausgesetzt, als auch Ausgaben gesenkt werden. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen seine Ausgaben aber bereits um 70 Prozent reduziert. Nun will Host sein Betriebsmodell umstrukturieren, um auch bei geringerer Auslastung eine höhere Rentabilität zu erreichen, so Geschäftsführer James F. Risoleo in einer Pressemitteilung Ende Juli. Die Host-Aktie weist in diesem Jahr an der NYSE bereits ein Minus von über 35 Prozent aus.

Ruth's Hospitality Group-Aktie: Verluste trotz Fokus auf Lieferung und Abholung

Der Restaurantbetreiber Ruth's Hospitality Group schloss im April alle seine US-Filialen von Ruth’s Chris Steak House und verlagerte sein Geschäft in den folgenden Monaten vor allem auf Liefer- und Abholservices. Diese Massnahmen machten sich auch bei den Umsatzzahlen bemerkbar: Im ersten Quartal fielen die Einnahmen des Unternehmens noch um 9,4 Prozent auf 108,5 Millionen US-Dollar, im zweiten stürzten sie dann weiter auf 28,4 Millionen US-Dollar ab. 2019 habe man im gleichen Zeitraum Umsatzgewinne von 110,2 Millionen US-Dollar verbuchen können. Anfang des Jahres kostete eine Aktie des Restaurantbetreibers an der NASDAQ noch 22 US-Dollar, fiel im März auf 4,16 US-Dollar und hat sich seitdem bei etwa 10 US-Dollar eingependelt. In diesem Jahr beläuft sich der Verlust des Papiers bisher auf fast 50 Prozent. Likos rechnet für den Rest des Jahres ebenfalls mit einem volatilen Verhalten der Anteilsscheine. Um finanziell flexibler zu werden, hat das Unternehmen laut Quartalsbericht alle neuen Restaurantplanungen pausiert, die Dividendenzahlung ausgesetzt und seine Ausgaben auf 1,2 Millionen US-Dollar pro Woche gedrückt.

Hertz Global Holdings-Aktie: Insolvenz durch Umsatzeinbussen

Der Mietwagen-Anbieter Hertz musste im ersten Quartal 2020 einen Umsatzverlust von 356 Millionen US-Dollar hinnehmen, im zweiten Quartal brach der weltweite Umsatz dann um 67 Prozent ein. Im gesamten Jahr gingen die Buchungen in den USA bisher um 70 Prozent zurück. Im Mai meldete das Unternehmen dann aufgrund des Rückgangs der Einnahmen, der zukünftigen Buchungen und der allgemeinen Reisebereitschaft Insolvenz an. Derzeit sitze das Unternehmen auf Verbindlichkeiten von 22,4 Milliarden US-Dollar, habe aber nur 1 Milliarde US-Dollar an Anlagevermögen vorzuweisen. Die missliche Lage des Konzerns wird durch seinen Aktienkurs bestätigt: Das an der NYSE notierte Papier verlor in diesem Jahr bereits über 90 Prozent an Wert.

American Airlines-Aktie: Vermindertes Passagieraufkommen

Auch American Airlines hat schwer mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Als Reaktion auf die schwachen Zahlen des zweiten Quartals entgegnete CEO Doug Parker, dass es sich dabei um das herausforderndste Quartal in der US-amerikanischen Geschichte gehandelt habe. So habe das Unternehmen in diesem Zeitraum 2,1 Milliarden US-Dollar an Nettogewinn einbüssen und einen Zahlungsmittelverbrauch von 55 Millionen US-Dollar pro Tag verbuchen müssen. Das Passagieraufkommen fiel ausserdem unter den Wert des Jahres 2019. Neben der Erhöhung der Einnahmen will die Fluglinie nun ausserdem die Sicherheit der Passagiere und Mitarbeiter priorisieren. So wendet man ein erweitertes Reinigungskonzept an, das sogar die Richtlinien des Centers for Disease Control and Prevention, einer Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, übertreffe. Zwar seien diese Massnahmen laut Likos notwendig, würden sich aber wohl eher nicht auf den Aktienkurs des Unternehmens auswirken. Das an der NASDAQ notierte American Airlines-Papier brach in diesem Jahr bereits um fast 55 Prozent ein.

Abbott Laboratories-Aktie: Corona-Schnelltests treiben Aktienkurs an

Der Hersteller von Medizinprodukten Abbott Laboratories profitierte davon, dass die US-Regierung dem Konzern erst kürzlich eine Genehmigung für den Einsatz seiner Virentests erteilte. Kurz darauf verpflichteten sich die US-amerikanischen Bundesbehörden zum Kauf von 150 Millionen Tests für insgesamt 750 Millionen US-Dollar. Laut Marktexperte John Divine könnten Abbotts Tests die Verbreitung des Coronavirus am wirkungsvollsten eindämmen, da bereits nach 15 Minuten ein Testergebnis vorliegen soll und eine Testsicherheit von 97 Prozent versprochen wird. Anfang Oktober soll der Konzern die Produktion auf 50 Millionen Tests hochfahren wollen. Mit einer bald erhältlichen, kostenlosen Smartphone-App sollen Getestete ausserdem ein digitales Abzeichen erzeugen können, das anzeigt, ob sie negativ getestet wurden und wann. Anleger scheinen ähnlich optimistisch zu sein: Das an der NYSE notierte Abbott-Papier konnte in diesem Jahr bereits um mehr als 20 Prozent zulegen.

Lowe's-Aktie: Baumärkte profitieren von Stay-at-Home-Bewegung

Unter den Einzelhandelsunternehmen ist Lowe’s einer der Gewinner der Corona-Krise. Angetrieben durch den ungewöhnlich starken Wohnungsmarkt und die Tatsache, dass Menschen im Zuge der Pandemie mehr Zeit zuhause verbringen, habe die Baumarktkette ihre Produkte besonders gut absetzen können. Mitbewerber Home Depot konnte zwar ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweisen, Lowe’s schüttet mit 29 Prozent aber einen deutlich geringeren Anteil seiner Gewinne als Dividende aus, sodass hier mehr Spielraum für Dividendenerhöhungen vorliege. Für die Anteilsscheine von Lowe’s ging es an der NYSE in diesem Jahr bereits um mehr als 37 Prozent nach oben.

Dollar General-Aktie: Grundversorgung und günstige Lage treiben Gewinne an

Ein weiteres Einzelhandelsunternehmen, das in der Krise bisher Gewinne verbuchen konnte, ist die Discounterkette Dollar General. Der auf günstige Produkte des täglichen Bedarfs spezialisierte Händler konnte seine Nettoumsätze im letzten Quartal um 24,4 Prozent steigern. Divine sieht einen möglichen Grund darin, dass Verbraucher während der Pandemie eher zu preisgünstigeren Artikeln greifen, um Geld zu sparen und ihre Grundversorgung sicherstellen zu können. Auch die günstige Lage in den Nachbarschaften könnte einige Kunden zum Einkauf beim Discounter bewegt haben. Somit konnte der Konzern seinen Betriebsgewinn im letzten Quartal sogar um 80,5 Prozent auf 1 Milliarde US-Dollar steigern, der Gewinn pro Aktie erreichte ein Plus von 89,1 Prozent auf 3,12 US-Dollar. In diesem Jahr kletterte die Dollar General-Aktie an der NYSE bereits um mehr als 30 Prozent nach oben. 2019 erreichte der Discounter ausserdem zum 30. Mal in Folge ein Wachstum des Jahresgewinns.

Salesforce-Aktie: Neuzugang im Dow Jones

Der Softwareentwickler Salesforce, dessen Anwendung das Kundenbeziehungsmanagement vereinfachen soll und mittlerweile branchenübergreifend allgegenwärtig sei, ist erst vor kurzem in den Dow Jones aufgestiegen. In diesem Jahr legte die an der NYSE notierte Aktie bereits um mehr als 50 Prozent zu - damit empfiehlt Divine das Papier nicht nur für den September, sondern auch für die nächsten Jahrzehnte. Besonders hervorzuheben sei das rekordverdächtige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 103 sowie der grosse Spielraum für ein zukünftiges Gewinnwachstum. Divine rechnet fest damit, dass Salesforces Nettomargen steigen und die Gewinne des Entwicklers in die Höhe schiessen werden.

Activision Blizzard-Aktie: Videospiele in Corona-Krise gefragt wie nie

Der Videospielentwickler Activision Blizzard ist eines der erfolgreichsten Gaming-Unternehmen am Aktienmarkt. Die Videospielbranche habe von der Corona-Krise deutlich profitieren können, da Menschen mehr Zeit zuhause verbracht und über Online-Spiele in Kontakt zu anderen Videospielfans getreten sind. Analysten rechnen damit, dass das Entwicklerstudio um beliebte Titel wie Call of Duty, World of Warcraft, Diablo und Candy Crush seinen Gewinn je Aktie in den nächsten fünf Jahren um 24 Prozent steigern kann. Der NASDAQ-Wert stieg in diesem Jahr bereits um mehr als 30 Prozent an. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen 125 Millionen aktive monatliche Nutzer verzeichnen. Im Vorjahresquartal waren es noch 37 Millionen Nutzer gewesen.

(Stand der Aktienkurse: 14.09.2020)

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: SergeyP / Shutterstock.com

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