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27.04.2016 11:34:45

UPDATE/Munich Re bezeichnet eigene Prognose als "ambitioniert"

   --Munich Re warnt vor zu hohen Erwartungen

   --Erstes Quartal war enttäuschend

   --Aktie fällt

   (NEU: Weitere Details, Aktie)

   Von Madeleine Nissen

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die Munich Re warnt nach einem enttäuschenden ersten Quartal vor zu hohen Erwartungen für das Gesamtjahr. "Ich bitte Sie (...), nicht davon auszugehen, dass wir unser Gewinnziel erneut übertreffen können", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bei der Hauptversammlung. "Die Gewinnspanne ist nicht nur ernst gemeint, sie ist auch ambitioniert."

   Der Aktienmarkt reagierte auf diese Worte heftig. Die Aktie der Munich Re fiel nach Veröffentlichung der Aussagen schlagartig um 5 Prozent. Aktuell handelt sie noch rund 3,5 Prozent schwächer.

   Von Januar bis März fielen erneut nur wenig Großschäden an. "Dennoch wird das Ergebnis des ersten Quartals nach heutiger erster Einschätzung deutlich hinter dem Vorjahr und unseren Erwartungen zurückbleiben", sagte der Vorstandschef. Die Kapitalmärkte waren im ersten Jahresviertel sehr volatil. "So gaben vor allem die Aktienkurse nach und wir werden Abschreibungen zu verbuchen haben", sagte von Bomhard.

   Für das laufende Jahr erwartet die Munich Re einen Gewinn in einer Spanne zwischen 2,3 und 2,8 Milliarden Euro. "Wir müssen also davon ausgehen, dass unser Ergebnis in diesem Jahr unter dem des Vorjahres liegen wird, zumal dieses Gewinnziel noch keine Kosten für ein Reformprogramm bei Ergo berücksichtigt", sagte von Bomhard. Erst wenn die überarbeitete Ergo-Strategie stehe, könne die Munich Re absehen, mit welchen Kosten diese verbunden sein wird.

   Folgende Faktoren belasten laut von Bomhard die Munich Re: Die Erträge aus den Kapitalanlagen sinken. Höherverzinste Wertpapiere aus der Vergangenheit laufen nach und nach aus, Neuanlagen sind, bei gleichem Risiko, geringer verzinst. "Wir reagieren darauf, indem wir versuchen, unsere Kapitalanlagen noch breiter zu diversifizieren", sagte von Bomhard. "Wir investieren deshalb verstärkt in Infrastruktur und Erneuerbare Energien." Die Munich Re hat in den vergangenen Monaten einen Windpark in Schweden, eine Photovoltaikanlage in Großbritannien und Anteile an den Autobahnraststätten von Tank&Rast erworben.

   Zudem bleiben die Preise in der Rückversicherung unter Druck. "Bestenfalls, wenn überhaupt, können wir für dieses Jahr mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau rechnen", prognostizierte von Bomhard. Entsprechend gering sind die Margen bei vielen Geschäften.

   Nicht zuletzt werden die Schäden aus Naturkatastrophen nach Erwartungen des Rückversicherers nicht dauerhaft derart gering ausfallen. "Wir müssen nicht einmal eine überdurchschnittliche Belastung aus Naturkatastrophen annehmen, sondern lediglich ein statistisch normales Jahr, schon das genügt, um unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zu verschlechtern", sagte von Bomhard. Und schloss: "Angesichts dieses Befundes können wir kurzfristig das Ergebnis nicht halten oder gar steigern."

   Die Munich Re will bis zu 11 Millionen eigene Aktien im Wert von 1 Milliarde Euro zurückkaufen. Für das abgelaufene Jahr schüttet die Munich Re 8,25 Euro je Aktie aus, nach 7,75 Euro im Vorjahr.

   Von Bomhard wird am 27. April nächsten Jahres den Stab an Vorstandsmitglied Joachim Wenning übergeben. Einen Wechsel in den Aufsichtsrat in drei Jahren schloss von Bomhard nicht aus. Es gebe aber keine Vorgespräche, sagte er jüngst.

   Kontakt zur Autorin: Madeleine.Nissen@wsj.com

   DJG/mln/mgo

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   April 27, 2016 05:04 ET (09:04 GMT)

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