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Jahrzehnt der Verzweiflung 09.05.2020 21:11:00

Dr. Doom: Die Weltwirtschaft steuert auf eine neue grosse Depression zu

Dr. Doom: Die Weltwirtschaft steuert auf eine neue grosse Depression zu

Anleger müssen sich womöglich auf schwere Zeiten einstellen. Denn laut Crashprophet Nouriel Roubini steht uns eine grosse Depression bevor. Dafür nennt er zehn unheilvolle Trends.

• "Dr. Doom" bleibt sich treu
• Grosse Depression angekündigt
• Zehn Gründe für Marktpessimismus

Nouriel Roubini wurde seinem Spitznamen "Dr. Doom" erneut gerecht. Wie "Project Syndicate" berichtet, geht der Wirtschaftsprofessor davon aus, dass nach der Corona-Krise ein Jahrzehnt der Verzweiflung für die gesamte Weltwirtschaft folgen wird.

Zwar wolle Roubini nicht ausschliessen, dass es in diesem Jahr noch zu einer glanzlosen U-förmigen Erholung kommen könnte, jedoch werde später in dieser Dekade noch eine L-förmige grosse Depression folgen. Verantwortlich hierfür seien strukturelle Probleme, die teils schon vor der Finanzkrise von 2007-2009 bestanden hätten und die sich danach durch Fehler seitens der Politik noch verschlimmert hätten.

Roubini benennt zehn riskante Trends:

1. Der erste Unheil verkündende Trend sei die anwachsende Verschuldung und die sich daraus ergebenden Risiken. So haben die Regierungen massive Hilfsprogramme aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Dabei hätten zahlreiche Staaten ohnehin schon mit einem grossen Schuldenberg zu kämpfen.

Noch schlimmer sei es im Privatsektor: Durch den Wegfall von Einnahmen für Haushalte und Unternehmen würde die Verschulung ein unhaltbares Level erreichen. Zahlreiche Insolvenzen würden drohen.

2. Bedenklich sei auch die demographische Entwicklung in den Industrienationen. So habe die Corona-Krise gezeigt, dass es dringend erforderlich sei, mehr Geld in den Gesundheitssektor zu investieren. Da die meisten Industriestaaten jedoch alternde Gesellschaften hätten, würden die dazu erforderlichen Mehrausgaben das Schuldenproblem zusätzlich verstärken.

3. Infolge der derzeitigen Gesundheitsgefährdung stehen viele Fabriken still, Beschäftigte werden entlassen und die Preise für Rohstoffe wie Öl und Industriemetalle sinken. Angesichts dessen wachse das Risiko einer Deflation, also eines stetigen Rückgangs des Preisniveaus.

4. Sorge bereitet US-Ökonom Nouriel Roubini auch eine drohende Entwertung der Währungen. Denn nicht nur die Regierungen greifen zu noch nie dagewesenen Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen Krise. Auch die internationalen Notenbanken greifen massiv in das Marktgeschehen ein und haben ihre Geldschleusen geöffnet.

5. Die Corona-Krise hat ausserdem die Risiken einer globalisierten Wirtschaft offengelegt, als es zu Lieferunterbrechungen aus von der Epidemie betroffenen Regionen kam. Deshalb erwartet Roubini, dass viele Unternehmen künftig weniger Vorprodukte aus Billiglohnländern beziehen werden, sondern stattdessen wieder stärker auf heimische Zulieferer setzen. Dies werde jedoch nicht den Beschäftigten zugute kommen, vielmehr werde dadurch die zunehmende Automation noch mehr beschleunigt, was wiederum die Löhne unter Druck bringen werde.

6. Laut Nouriel Roubini wird die Corona-Krise zudem den Trend der Zersplitterung, den es ohnehin schon gab, noch beschleunigen. So würden etwa die Wirtschaften der USA und Chinas noch schneller voneinander entkoppelt. Ausserdem würden zahlreiche Regierungen zu protektionistischen Maßnahmen greifen, um ihre Firmen und Beschäftigten vor globalen Störungen zu schützen. So erwartet der Wirtschaftsexperte für die Zeit nach Corona stärkere Restriktionen beim Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital, Arbeit, Technologie, Daten und Informationen.

7. Roubini befürchtet ferner, dass die Corona-Krise populistisches, nationalistisches und fremdenfeindliches Denken anheizen wird. Denn in Zeiten erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit würden oft Ausländer für Krisen verantwortlich gemacht. Insbesondere Forderungen nach Restriktionen der Migration und des Handels fänden in einem solchen Umfeld mehr Anklang.

8. Der Konflikt zwischen den USA und China werde durch Corona noch verstärkt. Die Trump-Administration bemüht sich bereits, China für den Ausbruch der Pandemie verantwortlich zu machen. Dagegen sieht Peking darin nur einen Versuch der USA, den Aufstieg Chinas zu behindern. Die sino-amerikanische Entkoppelung bei Handel, Technologie, Investitionen und Daten werde deshalb nun noch schneller von statten gehen, glaubt Roubini.

9. Doch der US-Ökonom geht sogar noch weiter und warnt davor, dass die diplomatischen Spannungen zu einem neuen Kalten Krieg zwischen den USA und ihren Gegnern China, Russland, Iran und Nordkorea führen könnte.

Da in diesem Jahr zudem die US-Präsidentschaftswahlen anstehen, sei es naheliegend, eine Zunahme von Cyberkriegsattacken zu befürchten, so Roubini. Womöglich könne dies sogar zu konventionellen, militärischen Zusammenstössen führen.

10. Schliesslich weist Nouriel Roubini noch darauf hin, dass der Mensch für Epidemien ebenso wie den Klimawandel mitverantwortlich ist. Für die Zukunft befürchtet er, dass diese Probleme häufiger und intensiver auftreten werden und dass die Kosten hierfür steigen werden.

Gibt es ein Happy End?

Diese zehn Risiken drohen die gesamte Weltwirtschaft in eine Dekade der Verzweiflung zu reissen, warnt Markt-Pessimist Roubini. Zwar könnten viele dieser Probleme bis 2030 durch eine bessere Technologie und politische Führung reduziert werden, doch zunächst gelte es, die anstehende grosse Depression durchzustehen.

Redaktion finanzen.ch


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