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Starker Greenback 06.04.2020 19:57:00

Krisenschutz: Darum ist der US-Dollar in der Coronakrise so gefragt

Krisenschutz: Darum ist der US-Dollar in der Coronakrise so gefragt

• US-Dollar wertet auf
• Coronakrise verunsichert Investoren
• Schwellenländer steuern auf Krise zu

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, greifen nun auch vereinzelte US-Bundesstaaten, wie zuvor schon zahlreiche Regierungen in Europa, zu einschneidenden Massnahmen. Doch besonders in Europa wurden die Wirtschaft und das öffentliche Leben drastisch eingeschränkt. Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar, Einigkeit herrscht aber unter den Experten, dass sie enorme Ausmasse annehmen werden. Dass unter anderem Grenzen für Berufspendler geschlossen wurden, trifft Unternehmen, aber auch Krankenhäuser und Landwirte hart, da sie auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen sind.

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Sicherheit gefragt

In diesem unsicheren, ja fast schon chaotischen Umfeld flüchten die Investoren in Anlageformen, die als sichere Häfen gelten. Der US-Dollar ist hierbei besonders beliebt. Laut der ARD kam es zu regelrechten "Hamsterkäufen": "Jeder hamstert jetzt Dollar - genauso wie sich viele Leute weltweit mit Klopapier eindecken", wird Masayuki Murati, Portfoliomanager des Versicherers Sumitomo Life, zitiert.

Laut DZ-Bank-Analyst Stefan Grothaus steckt dahinter der Wunsch "nach der ultimativen Sicherheit der Dollar-Liquidität". Stuart Oakley wurde etwas genauer: "Die Leute wollen Bargeld, weil sie nicht wissen, wo die nächsten Einnahmen herkommen und Zahlungen anstehen", zitiert die ARD den Finanzmarkt-Experten von der Investmentbank Nomura.

Gegenüber dem US-Sender "CNBC" äusserte sich Rodrigo Catril, leitender FX-Stratege bei der National Australia Bank ganz ähnlich zur Dollarstärke: "Immerhin ist der Dollar eine sichere Währung". Und weiter: "Das spiegelt Vorsicht wider und einen unsicheren Markt, in dem viel Illiquidität herrscht."

Massive Dollar-Aufwertung

Diese Entwicklung lässt sich deutlich an der Entwicklung des Dollarkurses ablesen, der deutlich aufgewertet hat. Der Euro beispielsweise fiel gegenüber dem Dollar am 20. März mit 1,0635 auf ein Dreijahres-Tief. Denn nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins auf fast null Prozent gesenkt und damit dem EZB-Niveau angenähert hat, hat der Euro relativ betrachtet an Attraktivität eingebüsst. Inzwischen konnte sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas von diesem Sturz erholen, unter anderem weil sich die Parteien in Washington auf ein zwei Billionen Dollar schweres Hilfspaket für die Wirtschaft verständigt haben.

Besonders hart traf es aber Währungen aus Schwellenländern. Die indische Rupie etwa brach im Zuge der Corona-Krise gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand aller Zeiten ein. Die Emerging Markets sind nämlich besonders anfällig für Schwankungen des US-Dollarkurses. Denn zum einen verteuert ein starker "Greenback" ihre Einfuhren, zum anderen führt er dazu, dass ausländische Investoren ihr Kapital aus den Schwellenländern abziehen.

Rückkehr zu Währungskontrollen?

Für einige der stark verschuldeten Schwellenländer ist die Situation sogar schon so kritisch, dass über Währungskontrollen spekuliert wird, um die zunehmende Kapitalflucht zu bremsen. "Es gibt einige frühe Anzeichen für einen beispiellosen Zusammenbruch der globalen Kapitalflüsse. Wenn sich dieser fortsetzt, wird er die Länder dazu verleiten, ihre Währungsressourcen durch Beschränkungen des Kapitalabflusses zu schonen", warnte etwa David Lubin, Schwellenland-Experte bei der Bank Citi.

Auch Saad Siddiqui, Analyst bei JPMorgan, hält zusätzliche Kapitalkontrollen in Schwellenländern für möglich. Er wies aber darauf hin, dass dafür Fingerspitzengefühl nötig sei, denn zu restriktive Massnahmen würden für ausländische Investoren abschreckend wirken.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Powerphotos / Shutterstock.com,olegator / Shutterstock.com,Terrance Emerson / Shutterstock.com

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