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Kampf um die Inflation 18.10.2021 23:36:00

Inflation - Warum Deutschland und Italien bei dem Thema nicht auf einen Nenner kommen

Inflation - Warum Deutschland und Italien bei dem Thema nicht auf einen Nenner kommen

Durch die Einführung des Euro als Gemeinschaftswährung wurden ganz unterschiedliche Volkswirtschaften der EU vereint. Doch die immer weiter steigende Inflation trifft auf ganz unterschiedliche Reaktionen innerhalb der verschiedenen Länder.

• Der Euro ist eine Gemeinschaftswährung innerhalb der EU. Die gemeinsame Währungspolitik und die steigende Inflation ist allerdings nicht für jedes Land gleich vorteilhaft
• Deutschland fürchtet die Inflation, da es als zweitgrösstes Exportland ansonsten weniger wettbewerbsfähig wäre
• Für Italien wäre eine hohe Inflation aufgrund der hohen Staatsschulden sinnvoll

Deutschland als Exportland fürchtet die Inflation

Seit 2001 haben 19 der insgesamt 27 EU-Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Währung eingeführt, den Euro. Daraus entstandene Vorteile sind unter anderem eine stabile Währung, der Wegfall der Wechselgebühren sowie einer Erleichterung für den internationalen Handel. Doch schon lange kommen auch die Schwächen einer solchen einheitlichen Geldpolitik zum Vorschein.
Die unterschiedlichen Ansichten der verschiedenen Länder hinsichtlich der Währungspolitik werden am besten am Beispiel Deutschlands und Italiens deutlich. Die beiden Länder sind sich in makroökonomischen Fragen oft uneinig. Dieser Konflikt lässt sich auf die geopolitischen Unterschiede zurückführen.
Deutschland ist Exportland. Demnach stehen für Deutschland zwei Dinge im Fokus. Erstens ist es für ein Exportland wie Deutschland extrem wichtig, Teil einer Währungsunion zu sein, da so die anderen Länder in dieser Union ihre Währungen nicht abwerten können, um wettbewerbsfähiger zu werden. Zweitens ist es für Deutschland wichtig, dass die Inflation so niedrig wie möglich bleibt. Eine steigende Inflation und der damit verbundene Preisanstieg, würde die Exporte eines Landes weniger wettbewerbsfähig machen. Da das für ein Land, welches weltweit das zweitgrösste Exportland - nach China - ist, ein grosses Problem wäre, muss die Bundesrepublik sehr darauf achten, diese Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren.

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Italiens letzte Hoffnung - Inflation

Genau wie Deutschland, muss auch Italien eine wirtschaftliche Stabilität im Land herstellen, um die dort herrschenden regionalen Unterschiede zu verringern. Das BIP pro Kopf lag in der Lombardei bei 48.100 Euro, während es in Sizilien weniger als 20.000 Euro betrug (Stand 2019). Das bedeutet, dass die südlichen Regionen Italiens in Krisenzeiten wie der Finanzkrise 2008 am stärksten darunter leiden. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in Süditalien die meisten Arbeiter in Kleinunternehmen tätig sind. Im Gegensatz zu Norditalien, dort existieren viele Grosskonzerne welche eine Grosszahl von Arbeitnehmern beschäftigen können. Diese Ungleichheiten innerhalb der Regionen Italiens führen verstärkt zu Spannungen.
In den 1990er Jahren wertete Rom die italienische Lira ab, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Mit dem Euro war dies aber nicht mehr möglich. Italien ist nun auf die Geldpolitik der zuständigen Europäischen Zentralbank angewiesen. Die einzige Möglichkeit die dem Land bleibt ist die Senkung von Löhnen und Gehältern, um diese verlorengegangene Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen.
Statista gibt an, dass Italiens Schuldenquote im Jahr 2020 rund 155 Prozent des BIPs beträgt. Um diese Schulden tragen zu können, braucht Italien billiges Geld. Dafür wäre eine hohe Inflation förderlich.

Philipp Weimer / Redaktion finanzen.ch

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