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Ein Rückblick 12.10.2021 23:54:00

China vs. Bitcoin: Der lange Kampf Pekings gegen die Kryptowährung

China vs. Bitcoin: Der lange Kampf Pekings gegen die Kryptowährung

Dass die Volksrepublik China kein Fan der Ur-Kryptowährung Bitcoin ist, ist weithin bekannt. Denn China führt schon seit der Erfindung der Cyberdevise einen langwierigen Kampf gegen die Internetwährung, der mal mehr mal weniger intensiv geführt wurde. Das waren dabei die wichtigsten Stationen.

• Chinesen wichtige Pioniere auf dem Weg des Bitcoins zum Erfolg
• Nach abwartender Haltung folgt Härte
• Trotz Ablehnung von Kryptowährungen plant China digitalen Yuan

Die älteste Kryptowährung der Welt, Bitcoin, ist der Volksrepublik China ein Dorn im Auge. Dabei verbindet China mit der digitalen Münze eigentlich eine ganz interessante Geschichte, schliesslich dürfte der heutige Erfolg des Bitcoins zu einem grossen Teil auch auf die zahlreichen Miner und Pioniere zurückgehen, die sich in den Anfangszeiten des Coins insbesondere in China vereinten. Dennoch ist die ablehnende Haltung der chinesischen Regierung gegenüber der Kryptowährung im Laufe der Zeit immer deutlicher hervorgetreten und hat auch an Schärfe gewonnen. Dabei erkennt die Volksrepublik durchaus das Potenzial der Blockchain-Technologie an und plant diese gar für eine eigene zentrale Digitalwährung - den digitalen Yuan - für sich zu nutzen. Gegen den Bitcoin kämpft China jedoch an: In diesen Etappen verlief der Kampf bisher.

Die Geburtsstunde des Bitcoins

Am 31. Oktober 2008 veröffentlicht Satoshi Nakamoto ein Whitepaper mit dem Namen "Bitcoin - A Peer to Peer Electronic Cash System", worin die Digitalwährung Bitcoin sowie die darunterliegende Blockchain-Technologie erklärt werden. Der Bitcoin war geboren. In China kämpfte die Regierung zu dieser Zeit gegen eine andere Form der Digitalwährung: So blühte in der Volksrepublik zu dieser Zeit der Handel mit virtuellen Währungen, wie beispielsweise Gold, welche in dem Computer-Spiel World of Warcraft gesammelt und wiederum gegen realle Leistungen eingetauscht werden konnten. Darüber hinaus hatte der chinesische Internetkonzern Tencent schon im Jahr 2007 ein Kundenbelohnungsproramm namens Q Coin ins Leben gerufen, welches im eigenen Messaging-Dienst QQ Anwendung fand und ebenfalls zur Entwicklung eines eigenen Sekundärmarktes führte.

Erstes Verbot von Digitalwährungen schon 2009

Dies veranlasste die chinesische Regierung im Jahr 2009 dazu, die Nutzung von digitalen Währungen für den Erwerb von realen Waren und Dienstleistungen zu verbieten. Dies schloss also auch den Bitcoin ein, dieser wurde in dem Verbot jedoch noch nicht explizit genannt. Dass die chinesische Bevölkerung jedoch schon Erfahrung mit digitalen Devisen sammeln konnte, kam auch der Ur-Cyberdevise zugute.

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So wurde China nach der Erfindung des Bitcoins mit den Jahren zu der Anlaufstelle für die noch junge Krypto-Branche. Die chinesische Regierung entschied sich derweil zunächst abzuwarten, wie sich die digitale Münze weiter entwickeln würde, was wiederum Möglichkeiten für Krypto-Unternehmen eröffnete, neue Wege einzuschlagen. So wurde im Jahr 2011 die erste chinesische Bitcoin-Börse BTCChina gegründet, im Jahr 2013 folgten die Krypto-Plattformen Huobi und Bitmain. Ein weiterer wichtiger Schritt für den Bitcoin war schliesslich die Entscheidung des chinesischen Suchmaschinen-Konzerns Baidu, fortan auch Bitcoin-Zahlungen zu akzeptieren. Kurz darauf zog das Online-Handelsunternehmen Taobao nach, was dem Preis der Cyberdevise kräftig Rückenwind verlieh.

Bitcoin wird 2013 zum illegalen Zahlungsmittel

Dies wiederum rief die chinesischen Währungshüter auf den Plan. Im Dezember 2013 verkündeten diese, dass es chinesischen Finanzhäusern fortan nicht mehr gestattet sei, sich an Bitcoin-Geschäften zu beteiligen. Sie erklärten den Bitcoin zu einem illegalen Zahlungsmittel. Dies galt auch für Baidu und Taobao, woraufhin diese Unternehmen keine Kryptowährungen mehr akzeptierten. Auch wenn Unternehmen und Institutionen damit die Hände gebunden waren, waren Privatpersonen von dem Verbot noch nicht betroffen. Und auch das Schürfen von Bitcoin blieb weiterhin erlaubt.

Dies wurde in der Volksrepublik aufgrund der günstigen Bedingungen auch weiterhin rege betrieben - China wurde zum Eldorado für Bitcoin-Schürfunternehmen. Wie CryptoVantage schreibt, hätten vier chinesische Bitcoin-Miningunternehmen im August 2015 die Hälfte der Bitcoin-Hashrate ausgemacht. Im Jahr 2016 entstanden erste weitere Kryptowährungen durch sogenannte Initial Coin Offerings. Bei diesen ICOs werden Fiatgeld oder andere etablierte Cyberdevisen gegen Token einer neuen Digitalwährung getauscht. Zu dem damaligen Zeitpunkt war es vor allem beliebt, BTC in neue Kryptowährungen zu tauschen.

Verbot von ICOs und Krypto-Plattformen in 2017

Im Herbst 2017 waren durch chinesische ICOs laut CryptoVantage über 400 Millionen US-Dollar in dem Jahr zusammengekommen, was wiederum die chinesische Regierung auf den Plan rief. Die Folge: Initial Coin Offerings wurden verboten, alle noch laufenden Börsengänge mussten rückgängig und die Einnahmen an die Investoren zurücküberwiesen werden.

Doch damit nicht genug, nur zwei Wochen später folgte der nächste Hammer für die chinesische Krypto-Gemeinde: das Verbot von Krypto-Börsen oder genauer gesagt, das Verbot für Plattformen, Krypto- in Fiatwährungen umzutauschen. Als Folge verlagerten zahlreiche Bitcoin-Plattformen ihre Aktivitäten ins Ausland, andere sahen sich dazu gezwungen, ihre Tore zu schliessen. Um zu verhindern, dass BTC-Enthusiasten auf ausländische Börsen auswichen, wurde schliesslich 2018 der Zugang zu ausländischen Krypto-Plattformen sowie ICO-Internetseiten durch die chinesische Regierung blockiert. Auch der Austausch über Kryptowährungen via WeChat war fortan nicht mehr möglich, da dieser nun zensiert wurde.

Erste Warnung Bitcoin-Schürfen zu verbieten

Im Jahr 2019 wandte sich Chinas Regierung schliesslich gegen das massive Bitcoin-Schürfen, welches weiterhin florierte. Zwar kam es in dem Jahr noch zu keinem offiziellen Verbot des Minings, allerdings kursierte eine überarbeitete Liste derjenigen Industriezweige, die die Volksrepublik zu fördern, einzugrenzen oder auch zu eliminieren gedachte. Zu letzterem gehörte das Bitcoin-Mining, was für die Unternehmen als Warnung galt, die Schürf-Aktivitäten einzustellen. Als Gründe wurden hier zum einen fehlende Regulierung der Cyberdevise angeführt sowie die Umweltverschmutzung, die das extrem energieintensive Mining mit sich bringt.

Auch während der Coronapandemie hat die chinesische Regierung mehrmals ihre Ablehnung gegenüber dem Bitcoin und anderen Kryptowährungen wiederholt und ging härter gegen illegale Krypto-Aktivitäten vor, wobei stets die Bekämpfung von Betrug und Geldwäsche als Gründe für das vehemente Vorgehen zitiert wurden. Auch mehr und mehr ausländische Webauftritte von Krypto-Börsen wurden blockiert, um heimischen Investoren keine Möglichkeit zum Krypto-Handel zu geben und sie so vor den Risiken des unregulierten Handels mit Cyberdevisen zu schützen.

Härteres Vorgehen gegen Mining

Und auch im Jahr 2021 ist es nicht ruhig um China und die Ablehnung von Bitcoin & Co. geblieben. So bekräftigte die chinesische Regierung im Mai einmal mehr, härter gegen das Schürfen von Kryptowährungen vorgehen zu wollen. Seither haben sich bereits zahlreiche Bitcoin-Schürfunternehmen dazu entschlossen, das Land der Mitte zu verlassen und sich stattdessen in Krypto-freundlicheren Ländern niedergelassen. Vor wenigen Wochen folgte ein erneuter Schlag gegen die Ur-Cyberdevise, als die People’s Bank of China alle Transaktionen im Zusammenhang mit Kryptowährungen als illegal brandmarkte.

Was bei dem Rückblick deutlich wird, ist die zunehmende Härte, mit der China gegen Bitcoin und andere Kryptowährungen vorgeht. Während die Politik der Volksrepublik in Bezug auf BTC in den ersten Jahren, ähnlich wie die vieler anderer Regierungen, vom Abwarten und Beobachten geprägt war, scheint sich die ablehnende Haltung mit zunehmender Beliebtheit der Cyberdevisen immer mehr manifestiert zu haben, wobei in zahlreichen Quellen darauf verwiesen wird, dass dies mit der Bekämpfung einer möglichen Kapitalflucht zu tun haben könnte.

Chinas digitaler Yuan

Darüber hinaus ist seit Langem bekannt, dass China an einer eigenen Digitalwährung arbeitet, die zentral in den Händen der Behörden liegen und im Prinzip wie traditionelles Fiatgeld funktionieren soll - nur eben elektronisch. Wann genau diese letztlich eingeführt wird, ist bislang nicht bekannt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll der digitale Yuan jedoch in seiner Entwicklung bereits weit fortgeschritten und schon in einigen Feldversuchen zum Einsatz gekommen sein. Es ist demnach nicht weiter verwunderlich, dass die chinesische Regierung alles dafür tut, die Krypto-Konkurrenz zu verbannen. Doch auch wenn die Kryptowährungen auf jedes hier beschriebene Ereignis immer mit massiven Abschlägen reagiert haben, scheint der Aufwärtstrend des Bitcoin noch immer ungebrochen. Ob dies jedoch auch weiterhin so bleiben wird, das wird sich zeigen.

Martina Köhler / Redaktion finanzen.ch

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