Unsicherheit 04.02.2020 19:12:00

So investiert Ray Dalio angesichts der Gefahr durch das Coronavirus

So investiert Ray Dalio angesichts der Gefahr durch das Coronavirus

• Ray Dalio gesteht Unkenntnis in Pandemieszenarien ein
• Schlüssel: Handeln von Investoren verstehen
• Wie Risiken nun minimiert werden sollen

Beim Hedgefonds Bridgewater managt Gründer Ray Dalio ein Vermögen von 160 Milliarden US-Dollar. Obwohl er bereits seit 1975 erfolgreich für seine Kunden Geld verdient, stösst auch er manchmal an seine Grenzen. So auch beim Einfluss des Coronavirus auf die Märkte. Wie er selbst in einer Kundenmitteilung schreibt, die Bloomberg vorliegt, kenne er sich nicht besonders gut mit Pandemien aus. Deshalb sei es auch für ihn schwierig, die Auswirkungen der sich ausbreitenden Lungenerkrankung einzuschätzen.

Auf welche Strategie Ray Dalio deshalb setzt

Um daher Risiken möglichst aus dem Weg zu gehen, setzt Ray Dalio auf die sichere Schiene. "Wenn man es nicht weiss, ist die beste Anlagestrategie eine vernünftige Diversifikation über geografische Standorte, über Anlageklassen und über Währungen", schrieb der Hedgefonds-Manager. Ausserdem habe man bei Bridgewater vor, das Handeln der Investoren genau zu beobachten und zu deuten, um auf die weitere Entwicklung an den Märkten zu schliessen: "Wir wollen darauf achten, was tatsächlich passiert, wovon die Menschen glauben, dass es passiert, was sich in der Preisgestaltung (im Verhältnis zu dem, was wahrscheinlich ist) widerspiegelt, und welche Indikatoren die Umkehrung anzeigen werden," hiesst es in der Mitteilung.

Anleger suchen sichere Häfen

Dalio erläutert ausserdem das Rückzugsphänomen an den Finanzmärkten in den vergangenen Tagen: Anleger hätten sich aus Aktien zurückgezogen, um in vermeintlich sichere Häfen einzusteigen. Dazu zählt vor allem Gold, aber auch Währungen sind gefragt. Der Hedgefonds-Manager betitelt dieses Verhalten als "Flucht in den Qualitätsmarkt". Vor allem Sorgen vor den negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft veranlasste Börsianer zu massiven Verkäufen im Laufe der vergangenen Woche, was an breiter Front zu Kursverlusten führte. Dagegen stiegen Anleihen und der Dollar gegenüber dem Yuan, erklärt Dalio.

In seiner Kundennotiz schrieb der 70-Jährige ausserdem, dass niemand das weitere Ausmass oder die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs wirklich abschätzen könne. Zwar ist bekannt, wie die Aktienmärkte in der Vergangenheit auf Pandemien reagiert haben, allerdings kam der Ausbruch des Coronavirus zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Aktuellster Stand ist, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO sogar den internationalen Notstand erklärt hat - die "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ist also nicht zu verkennen. Dass Ray Dalio hinsichtlich der zahlreichen Risiken also auf Sicherheit und Diversifikation setzt, scheint in diesem Rahmen also nur schlüssig. Doch es gibt tatsächlich auch Aktienunternehmen, die von der derzeitigen Krisenlage profitieren könnten.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: CNBC/Getty Images,Anja Niedringhaus/AP,Michel Euler/AP

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