<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Dank Akquisitionen 09.04.2019 16:23:36

Givaudan übertrifft Erwartungen im ersten Quartal - Aktie verliert

Givaudan übertrifft Erwartungen im ersten Quartal - Aktie verliert

Nicht zuletzt profitierte der Branchenprimus dabei von den im vergangenen Jahr getätigten Akquisitionen. Aber auch organisch gelang es den Genfern, das Wachstum zu beschleunigen.

In konkreten Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 16,6 Prozent auf 1'525 Millionen Franken. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungseinflüsse, Akquisitionen und Veräusserungen, stiegen die Verkäufe um 6,3 Prozent, wie Givaudan am Dienstag mitteilte. Dies bedeutet eine Beschleunigung gegenüber dem Schlussquartal 2018, in dem das organische Wachstum bei 5,3 Prozent lag.

Die Erwartungen der Analysten wurden damit beim Gruppen-Umsatz und insbesondere beim organischen Wachstum übertroffen. Gemäss AWP-Konsens wurde ein Umsatz von 1'502 Millionen bzw. ein organisches Wachstum von 4,8 Prozent erwartet.

Zudem arbeite das Unternehmen weiterhin daran, Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben, um die gestiegenen Rohstoffkosten auszugleichen, hiess es im Communiqué.

Dank Übernahmen stärkerer Zuwachs im Aromen-Segment

Nach Divisionen legten die Genfer insbesondere bei den Aromen stark zu. Die Verkäufe stiegen um 20,4 Prozent auf 848 Millionen Franken - auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 4,3 Prozent. Nach Segmenten betrachtet hätten sowohl Getränke und Snacks, als auch kulinarische Aromen und Süsswaren zu den positiven Verkaufszahlen beigetragen, hiess es.

Entscheidend für das Wachstum der Division waren aber vor allem die 2018 erworbenen Unternehmen. Allein die im September 2018 übernommene Naturex leistete einen Umsatzbeitrag von 111 Millionen. Von der im Mai akquirierten Centroflora Nutra kamen 4 Millionen. Dennoch wurden die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt. Diese gingen für das Aromen-Geschäft von einem Umsatz von 850 Millionen aus.

Im Duft-Segment stiegen die Verkäufe derweil um 12,1 Prozent auf 677 Millionen Franken. Auf vergleichbarer Basis lag das Wachstum bei 8,7 Prozent. Damit wurden auch die Erwartungen übertroffen. Gemäss AWP-Konsens wurde ein Umsatz von 652 Millionen erwartet.

Einmal mehr leistete dabei die Luxusparfümerie mit einem organischen Wachstum von 10,3 Prozent einen starken Beitrag. Aber auch hier trugen die 2018 getätigten Übernahmen entscheidend zum Wachstum bei. So kamen 22 Millionen von der im Juni 2018 übernommenen Expressions Parfumées, während Naturex 3 Millionen beitrug.

Verteuerte Rohstoffe bleiben Thema

Zudem arbeiten die Genfer weiterhin daran, die teurer werdenden Rohstoffe über Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Im vergangen Jahr 2018 hätten sich die für Givaudan relevanten Rohstoffe um 5 bis 6 Prozent verteuert, erklärte Unternehmens-Chef Gilles Andrier im Januar gegenüber AWP.

Für 2019 stellte der CEO dabei eine vergleichbare Situation wie im Vorjahr in Aussicht. Mit den Zahlen zum ersten Jahresviertel hiess es nun, dass das Unternehmen in Zusammenarbeit mit seinen Kunden weiterhin Preiserhöhungen durchsetze, um den Anstieg der Produktionskosten vollständig auszugleichen.

Zum Zeitrahmen machte Givaudan dabei keine Angaben. Erfahrungsgemäss dauert es aber vier bis sechs Monate, bis die verteuerten Rohstoffpreise an die Kunden weitergegeben werden können.

Die mittelfristigen Ziele bleiben wie üblich unverändert. Demnach streben die Genfer im Durchschnitt über den Zeitraum 2015 bis 2020 jährlich ein organisches Wachstum von 4 bis 5 Prozent an und wollen damit das Marktwachstum übertreffen. Die Free-Cashflow-Rendite soll gemessen an den Verkäufen in der Bandbreite von 12 bis 17 Prozent liegen.

Auch die bestehende Dividendenpraxis soll im Rahmen dieser Ziele beibehalten werden. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 hat Givaudan bisher jedes Jahr die Dividende erhöht.

Givaudan-Aktien geben trotz übertroffener Erwartungen zum Auftakt nach

Die Aktien von Givaudan notierten nach Umsatzzahlen zum Börsenauftakt leicht im Minus. Dies, obwohl es den Genfern gelang, im ersten Quartal 2019 den Umsatz deutlich zu steigern und die Prognosen zu übertreffen. Analysten zeigten sich entsprechend positiv überrascht. Dennoch verloren die Aktien am am Nachmittag 0,32 Prozent auf 2'518 Franken.

Der Branchenprimus überrasche positiv mit einem organischen Wachstum, das über den Niveaus des dritten und vierten Quartals 2018 liege, heisst es denn auch bei Baader Hevea. Es sei im Vorfeld eher erwartet worden, dass sich das organische Wachstum in Richtung des langfristigen Wachstums im Sektor von 4 Prozent bewege. Die starken Umsatzzahlen sorgten nun für ein positives Momentum für die Anlage.

Auch die UBS erwartet nun dank der vorgelegten Zahlen eine positive Entwicklung an der Börse. Dabei weist der zuständige Analyst darauf hin, dass die Erwartungen allein dank dem Wachstum im Aromen-Geschäft übertroffen worden seien, während das Wachstum im Duft-Geschäft den Prognosen entsprochen habe.

Der Kollege von Goldman Sachs fügt dem hinzu, dass auch die Währungsentwicklung in Südamerika wohl einen entscheidenden Beitrag zum starken organischen Wachstum geleistet habe.

Die Bank Vontobel spricht ebenfalls von einem starken Start ins neue Jahr. Das starke Volumenwachstum verheisse Gutes mit Blick auf den operativen Leverage und sollte die Verwässerung durch die gestiegenen Rohstoffpreise etwas kompensieren, meint der zuständige Analyst. Zudem sei das Wachstum Zeichen einer erfolgreichen Umsetzung der Strategie bis 2020 sowie der starken Performance der neu akquirierten Unternehmen.

Die ZKB verweist darauf, dass Givaudan auch von den durchgesetzten Preiserhöhungen profitiert haben dürfte. Mit Blick auf das Gesamtjahr geht der zuständige Analyst nun davon aus, dass es gelingen wird, die Margen zu stabilisieren, nachdem es im Vorjahr zu einem deutlichen Margenrückgang gekommen ist.

Etwas zurückhaltender äussert sich dagegen der Kollege von Bernstein Research. Seines Erachtens waren die im ersten Quartal durchgesetzten Preiserhöhungen eher währungsbedingt. Um die höheren Rohstoffkosten auf die Kunden abzuwälzen, brauche es mehr Zeit.

Vernier (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Keystone