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Short-Squeeze 25.07.2023 23:47:00

Coinbase-Aktie, Carvana-Aktie und Co.: So kurbeln Leerverkäufer momentan den Aktienmarkt an

Coinbase-Aktie, Carvana-Aktie und Co.: So kurbeln Leerverkäufer momentan den Aktienmarkt an

Nachdem zu Jahresbeginn vor allem die Tech-Schwergewichte angesichts des KI-Hypes nach oben schossen und dabei auch mehrere US-Indizes mit sich zogen, hat sich der Aufschwung inzwischen auf den breiteren Aktienmarkt ausgeweitet. Auch Leerverkäufer, die ihre Positionen angesichts steigender Kurse reduzieren oder schliessen müssen, sorgen für weiteren Aufwind.

• Breiterer Marktaufschwung wird zur Falle für Leerverkäufer
• Mehrere Aktien mit hohem Short Interest zuletzt kräftig gestiegen
• Short-Squeeze treibt Kurse weiter nach oben

Dominierten im ersten Halbjahr noch Tech-Schwergewichte wie Apple, Microsoft, Amazon, NVIDIA und Alphabet mit ihren Kursgewinnen den US-Markt, sorgen sinkende Inflationsraten und die Hoffnung auf eine weiche Landung der US-Wirtschaft inzwischen dafür, dass auch Aktien aus anderen Sektoren neue 52-Wochen-Hochs markieren konnten. So erreichten etwa Titel von Walmart oder McDonald's kürzlich neue Rekordstände auf Schlusskursbasis. Mit Ausweitung der Marktrally trägt aber auch eine besondere Gruppe von Aktien zur Verstärkung des Aufschwungs bei: stark leerverkaufte Titel. Denn der sich verbreiternde Aufschwung zwingt zahlreiche Shortseller, die auf fallende Kurse gewettet hatten, dazu, ihre Positionen zu verkleinern oder zu schliessen. Um das zu tun, müssen sie die geliehenen und leerverkauften Aktien zurückkaufen und treiben dadurch den Kurs weiter nach oben.

Mehrere Shortseller-Lieblinge zündeten Kursrakete

Wie "S&P Global" berichtet, lag das Short Interest beim breiten US-Index S&P 500 Ende Juni bei 2,4 Prozent. Die Kennzahl gibt dabei den Prozentsatz der ausstehenden Aktien eines bestimmten Unternehmens, eines Index oder einer Branche an, die leerverkauft wurden. Trotz der starken Gewinne bei den Tech-Titeln wetteten die Leerverkäufer jedoch nicht bei Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon oder NVIDIA auf eine Korrektur - hier lag das Short Interest laut "S&P Global" im Durschnitt nur bei 0,8 Prozent. Stattdessen war der Impfstoffentwickler Novavax Ende Juni die am meisten leerverkaufte Aktie mit einer Short Interest-Quote von 42,2 Prozent. Während die Leerverkäufer hier wohl ausharren dürften - die Novavax-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 22,47 Prozent verloren (Stand: Schlusskurs vom 24. Juli 2023) -, dürften sie bei ihrem zweitliebsten Short-Ziel kürzlich in Bedrängnis geraten sein. Denn dabei handelte es sich um die Anteilsscheine des US-Gebrauchtwagenhändlers Carvana. Satte 39,1 Prozent der ausstehenden Carvana-Aktien waren laut "S&P Global" Ende Juni leerverkauft - und das dürfte sich jüngst als sehr schmerzhaft für die Shortseller erwiesen haben. Denn allein am 19. Juli sprang die Carvana-Aktie um gut 40 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen bekanntgab, dass es eine Umschuldungsvereinbarung geschlossen hat. Innerhalb der letzten vier Wochen legten die Carvana-Titel um rund 121,14 Prozent zu, seit Jahresbeginn stehen sie sogar sagenhafte 875,53 Prozent im Plus (Stand: Schlusskurs vom 24. Juli 2023).

Schuld an dem Kursfeuerwerk dürften jedoch nicht nur die guten Unternehmensnachrichten sein - im Juni hatte Carvana mit seiner Bilanz bereits die Analystenerwartungen übertroffen -, sondern auch Leerverkäufer, die angesichts der kräftigen Kursgewinne ihre Positionen schliessen mussten. Wie "Yahoo Finance" unter Berufung auf Daten von S3 Partners schreibt, haben Leerverkäufer in diesem Jahr mit ihren Wetten gegen Carvana bereits rund 2,18 Milliarden US-Dollar verloren (Stand: 19. Juli 2023). Und das dürfte es noch längst nicht gewesen sein. "Der Carvana-Short-Squeeze wird sich durch die steigenden Preise [...] noch weiter verschärfen", sagte Ihor Dusaniwsky, geschäftsführender Gesellschafter bei S3 Partners, kurz nach Bekanntwerden der Schuldenpläne gegenüber "Yahoo Finance". "Erwarten Sie [...] in den nächsten Tagen eine stärkere Eindeckung von Leerverkäufen, da Leerverkäufer nach Ausstiegspunkten suchen, um ihr Engagement in einem sehr unrentablen Geschäft zu reduzieren", so der Experte.

Auch die Coinbase-Aktie ist laut S3 Partners bei Leerverkäufern sehr beliebt - und dürfte diesen mit ihrem Kursplus von knapp 59,59 Prozent in den letzten vier Wochen Kopfzerbrechen bereitet haben (Stand: Schlusskurs vom 24. Juli 2023). Wie "Yahoo Finance" unter Berufung auf den Finanzdaten-Spezialisten berichtet, betrug das Short Interest bei Coinbase Mitte Juli mehr als 20 Prozent. Anfang Juni dürfte sich die Wette auf fallende Kurse bei Coinbase auch noch als gewinnbringend erwiesen haben, denn der Anteilsschein brach angesichts einer SEC-Klage gegen die Kryptobörse zeitweise deutlich ein, profitierte dann jedoch ab Ende Juni von einer Vereinbarung mit BlackRock über die Zusammenarbeit bei einem möglichen Bitcoin-Spot-ETF. Welche Summen die Leerverkäufer dadurch bislang verloren haben, ist nicht bekannt.

Experte erwartet Verschärfung der Short-Squeezes

Coinbase und Carvana sind dabei nur zwei Beispiele für Aktien, bei denen sich Leerverkäufer in der letzten Zeit kräftig verspekuliert und dadurch letztlich die Kurse weiter nach oben getrieben haben. Auch weitere einstige "Lieblinge" der Leerverkäufer wie C3.ai oder Rivian entpuppten sich für die Shortseller jüngst als Fallen. Grundsätzlich gilt: Je breiter der Aufschwung am Markt wird, desto grösser wird auch das Risiko für die Shortseller - und umso grösser die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Markt durch das Schliessen fehlgeschlagener Wetten weiter antreiben. "Angesichts der Aktienrally können Sie damit rechnen, dass sich der Short-Squeeze bei diesen Aktien verschärfen wird und Buy-to-Cover dazu beitragen werden, die Aktienkurse anzukurbeln, wenn Short-Seller ihre Trades reduzieren oder ganz aufgeben", fasste Ihor Dusaniwsky von S3 Partners die aktuelle Situation an den Börsen gegenüber "Yahoo Finance" zusammen. Gemeinsam mit der "Dynamik der Long-Käufe" bei diesen Aktien tragen die Shortseller somit laut dem Experten dazu bei, die Aktienkurse noch weiter in die Höhe zu treiben.

Redaktion finanzen.ch


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