Harsche Kritik 29.11.2019 21:58:00

Ray Dalio über Milliardenwette auf baldigen Markteinbruch: "Das ist falsch"

Ray Dalio über Milliardenwette auf baldigen Markteinbruch: "Das ist falsch"

• Ray Dalio erwartet keinen baldigen Bärenmarkt
• Kritik an Berichterstattung des WSJ
• Falscher Eindruck vermittelt

Das "Wall Street Journal" (WSJ) hatte am 22. November berichtet, die von Ray Dalio gegründete weltgrösste Hedgefondsgesellschaft Bridgewater Associates habe 1,5 Milliarden Dollar und damit rund ein Prozent ihres Vermögens darauf gewettet, dass der S&P500 oder der EuroSTOXX 50 oder sogar beide bis März 2020 deutlich abstürzen würden. In dem Bericht wurde zwar erklärt, dass man den Grund für das Investment nicht kenne und dass Fonds regelmässig gegenläufige Geschäfte abschliessen, um sich gegen Verluste abzusichern. Doch in den Augen von Dalio vermittelte der Bericht insgesamt dennoch einen falschen Eindruck.

Kein Bärenmarkt erwartet

Per Twitter erklärte der Hedgefondsmanager deshalb: "Das Wall Street Journal hat berichtet, dass Bridgewater stark auf einen Markteinbruch wettet. Das ist falsch. Ich möchte klarstellen, dass wir keine derartige Netto-Wette auf einen Einbruch des Aktienmarktes haben."

Ray Dalio zeigte sich ausserdem sehr unzufrieden über die Berichterstattung des WSJ: "Wir haben Juliet Chung, der Autorin des Artikels, erklärt, dass es irreführend wäre, uns eine bearishe Haltung gegenüber dem Aktienmarkt zu unterstellen, aber es wurde trotzdem gemacht".

In einem weiteren Tweet kritisierte er deshalb heftig die Art und Weise, in der das WSJ Journalismus betreibt: "Ich glaube wir leben jetzt in einer Welt, in der Autoren vor allem sensationslüsterne Schlagzeilen wollen, selbst wenn die Fakten nicht zu den Überschriften passen".

Falscher Eindruck

Wie das WSJ unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, bestehe das betreffende Investment aus Put-Optionen. Das sind Derivate, die einem Investor das Recht aber nicht die Pflicht einräumen, einen bestimmten Vermögensgegenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu einem fest vereinbarten Preis zu verkaufen. Für grosse Investoren ist es wie auch vom WSJ berichtet, nicht ungewöhnlich, auf diese Weise ihr Portfolio abzusichern. Deshalb müssen solche Geschäfte aber nicht zwangsläufig die übergeordnete Einstellung der Investoren hinsichtlich der Marktentwicklung reflektieren.

Und genau darauf läuft es wohl hinaus: Dalio bestreitet nicht das erwähnte Investment an sich, aber er stört sich an der Art, wie es dargestellt und welcher Eindruck damit vermittelt wurde.

Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: Michel Euler/AP,CNBC/Getty Images

Finanzen.net News

pagehit
;