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Inflation ausser Kontrolle 14.06.2022 23:58:00

Analyst erwartet grossen Crash - Wie Anleger sich positionieren sollten

Analyst erwartet grossen Crash - Wie Anleger sich positionieren sollten

Die Marktteilnehmer wägen derzeit die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession tagtäglich neu ab. Die grosse Frage lautet, ob es die US-Notenbank Fed schafft, trotz der energischen Inflationsbekämpfung eine Rezession in den USA zu vermeiden. Laut Terence Wheat werde ein Konjunkturabschwung aber immer wahrscheinlicher - und ein Aktiencrash dürfte der Fed nicht ungelegen kommen.

• Wheat: Verspätete Fed-Reaktion könnte Stagflation verursachen
• Aktiencrash sei durchaus im Sinne der Fed
• Wheat sieht Chancen bei Anleihen von US-Grossbanken

Terence Wheat ist Co-Leiter der Unternehmensanleihen-Sparte des Vermögensverwalters PGIM Fixed Income und hat bereits viele Marktphasen erlebt. Die aktuelle Lage sei aber besonders tückisch, er erwartet noch deutlich tiefere Aktienpreise. Wie begründet der Marktkenner seine pessimistische Prognose? Und wo sieht er trotz der vielfältigen Belastungsfaktoren attraktive Anlagemöglichkeiten?

Wheat: Inflation wird hoch bleiben

Ende Mai veranschlagten Marktbeobachter die Wahrscheinlichkeit einer Rezession bei durchschnittlich 15 Prozent, berichtet Wheat im Interview mit "cash". Seiner Meinung nach sei dies untertrieben, er hält das Stagflations-Szenario für deutlich wahrscheinlicher. Die Inflation werde nämlich aller Voraussicht nach in den kommenden Monaten kaum abebben, die Unternehmen fänden immer schwieriger Mitarbeiter, auch die Löhne stiegen - die Wirtschaft könne infolgedessen "einknicken".

Zudem sei die tatsächliche Inflation noch höher als die offiziellen Raten, die sowohl in den USA als auch in der Eurozone bei circa acht Prozent liegen. Lebensmittel und Energie seien nämlich nicht in den Zahlen der Fed enthalten: "Die gespürte Inflation der Haushalte ist höher", betont Wheat. Die bereits zuvor hohe Inflation habe durch den Ukraine-Krieg und den dadurch gesteigerten Energiepreisen einen verhängnisvollen Auftrieb erlebt, so der US-Amerikaner.

Gewinnwachstum der US-Unternehmen haben Höhepunkt schon länger hinter sich

Derzeit fallen die Konjunkturdaten zur US-Wirtschaft trotz der hohen Inflationsraten noch hoffnungserweckend aus. Auch die Arbeitslosenzahlen sind in den USA mit 3,6 Prozent historisch niedrig. Jedoch ist sich Wheat sicher, dass die besten Zeiten vorerst vorbei seien. Bereits im dritten Quartal 2021 habe das Gewinnwachstum der Unternehmen seinen Höhepunkt erreicht. "Detailhändler haben gerade ihre Zahlen veröffentlicht und deren Margen leiden eindeutig. Gleichzeitig sind ihre Lagerbestände sehr hoch. Verlangsamt sich zukünftig auch der Konsum, werden auch die hohen Lagerbestände tendenziell zu niedrigeren Margen führen", befürchtet der Analyst. Der jüngste Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed (Beige Book) offenbarte nur noch ein "leichtes oder bescheidenes Wachstum" in den USA.

Konsumlevel aktuell noch hoch - aber das könnte sich ändern

Einen Konsumrückgang sieht Wheat nicht mehr als unwahrscheinliche Eventualität an, vielmehr ist dies inzwischen zu seinem Basisszenario gereift. Er sieht eine unmittelbare Verflechtung zwischen Konjunktur und der Entwicklung von Vermögenswerten auf den internationalen Märkten: "Die Wirtschaft, die Bilanzen der Unternehmen und die Konsumenten sind derzeit in einer guten Verfassung. Aber dies ist ein rückwärtsgerichteter Blick. Denn gleichzeitig drückt der Kursabfall bei Aktien, Anleihen und Kryptowährungen das Nettovermögen der Konsumenten." Dies werde sich früher oder später auch im Konsumentenverhalten widerspiegeln. "NorthernFinance" zufolge besitzt tatsächlich mehr als die Hälfte der US-Amerikaner Aktien beziehungsweise Aktienfonds. Die Entwicklung der US-Börsen hat somit einen erheblichen Einfluss auf die Vermögensverhältnisse von Millionen Menschen in der grössten Volkswirtschaft der Welt.

Wheat: Die Fed hat zu lange gezögert

Es gab zuletzt viele Investoren, die die Verantwortlichkeit für die hohe Inflation sowie die Möglichkeit einer Rezession bei der US-Notenbank sehen. So warf US-Hedgefondsmanager Bill Ackman der Fed vor, ihren Job nicht richtig zu machen. CNBC-Marktexperte Jim Cramer ist der Meinung, der Fed-Chef Jerome Powell "irrt sich, was die Inflation angeht". Keith McCullough sieht sogar historische Parallelen und kommt zum Schluss, die "Fed vergeigt es immer".

Wheats Urteil zur Fed-Politik seit 2020 fällt ebenfalls negativ aus: "Die Fed hat sich dem Problem zu spät angenommen. Jetzt versucht sie, vorwärtszumachen." Die Folge werde vermutlich eine Rezession sein. Denn: Es sei wenig plausibel, anzunehmen, dass die Fed von einer energischen Leitzinsanhebung Abstand nimmt, um die Konjunktur zu schützen. "Eine harte Landung der Wirtschaft ist wahrscheinlicher als eine weiche", lautet das Fazit des Marktexperten.

"Für die Fed ist es in Ordnung, wenn die Aktienmärkte noch tiefer fallen"

Die Krux in Bezug auf die Inflationsbekämpfung der US-Zentralbank: Der Fed käme der Abverkauf an den Börsen sehr gelegen, denkt Wheat. "Da die Fed aber die Inflation wirklich bekämpfen will, ist es für sie in Ordnung, wenn die Aktienmärkte noch tiefer fallen. Die Fed hat die Inflation in den letzten 30 Jahren unter Kontrolle gehalten. Das hat zu einer florierenden Wirtschaft geführt. Und ich denke, dass sie die Inflation aggressiv bekämpfen wird, bis zu dem Punkt, an dem sie uns mit Sicherheit in eine Rezession führt", führt Wheat aus. Ein Abverkauf der Aktien nehme nämlich die überschüssige Liquidität aus den Märkten und bremse die Dynamik der Konjunktur, die sich in den vergangenen Monaten durch eine erhöhte Geldmenge mit gleichzeitiger Rohstoffknappheit überhitzt habe.

Wo Wheat Chancen sieht

Angesichts seiner trüben Zukunftserwartungen ist es kaum überraschend, dass Wheat derzeit vom Aktienkauf abrät. Man könne noch nicht davon ausgehen, dass die Börsen ihren Boden gefunden hätten, vielmehr erwartet er noch tiefere Kursstände. Chancen sieht der Anleihenkenner bei den Bonds von US-Grossbanken. "Diese sind deutlich günstiger als jeder andere Sektor, der ein ähnliches Rating hat. Wir finden, dass diese Anleihen wertvoll sein können, weil es sich um sehr starke Unternehmen mit guten Bilanzen handelt", empfiehlt Wheat. Langfristig gebe es auch "eine Menge guter Werte bei 30-jährigen Anleihen von Industrieunternehmen mit einem BBB-Rating". Aber: Es sei "zum gegenwärtigen Zeitpunkt für einen Zukauf noch zu früh". Zuvor müssten sich die Konjunkturerwartungen aufklaren.

Redaktion finanzen.ch


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