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"Sinnloser Vorschlag" 11.04.2022 22:12:00

Branchenkenner kritisieren Vorstoss: Ripple-Gründer und Bitcoin-Gegner will BTC grüner machen

Branchenkenner kritisieren Vorstoss: Ripple-Gründer und Bitcoin-Gegner will BTC grüner machen

Chris Larsen, Mitgründer von Ripple und zeitweise reichster Mann in der Krypto-Welt, gab kürzlich wohl 5 Millionen US-Dollar für eine Werbekampagne aus. Das Ziel des Projektes: Den hohen Energieverbrauch von Bitcoin zu reduzieren. Doch sein Unterfangen wird von Branchenkennern kritisiert - sie vermuten ein doppeltes Spiel des bisherigen Bitcoin-Gegners Larsen.

• Chris Larsen war zeitweise fünftreichster Mann der Welt
• Ripple-Gründer Larsen wohl nun an grünerem Bitcoin interessiert
• Larsen erntet scharfe Kritik von Bitcoin-Unternehmern

"CoinDesk" berichtete jüngst von Chris Larsens neuester Investition in Höhe von 5 Millionen US-Dollar in eine Werbekampagne, die für eine umweltschonendere Methode der Bitcoin-Erzeugung eintritt. Die Bekanntgabe dieser Spende rief heftige Kritik hervor - aber warum? Dafür ist ein Blick auf seine Vita unerlässlich.

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Larsen: Gründer von Ripple mit zweifelhaftem Ruf

Der Silicon-Valley-Veteran Larsen galt mehrere Jahre lang als reichster Mann in der Kryptowelt. Während des enormen Anstieg der Ripple-Coins XRP Anfang 2018 erreichte sein Vermögen laut Daten von "Forbes" einen Höchststand von 59 Milliarden US-Dollar - was den Krypto-Investor kurzzeitig zum fünftreichsten Mann der Welt machte. Doch der erhebliche Kursverlust der Ripple-Coins, von denen Larsen einen hohen Anteil besitzt, liess sein Vermögen schmelzen. Derzeit taxiert "Forbes" sein Vermögen nur noch auf ungefähr 2,5 Milliarden US-Dollar.

Larsen gründete mehrere Fintech-Unternehmen und investierte in viele Startups. Am bekanntesten ist er aber für die Gründung von Ripple Labs Inc. im Jahre 2012. Neben dem digitalen Coin XRP war das Ziel von Ripple, ein weithin anerkanntes digitales Peer-to-Peer Zahlungsnetzwerk auf Basis der Blockchain-Technologie zu werden. Während XRP nach Daten von "CoinMarketCap" mit einem gesamten Volumen von 37,7 Milliarden US-Dollar (Stand: 08. April 2022) immerhin noch die siebtgrösste Kryptowährung der Welt ist, zeigte das Peer-to-Peer Zahlungsnetzwerk deutlich weniger Erfolge. Im Oktober 2021 geriet Larsen zudem in das Fadenkreuz der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, da Ripple unregistrierte Wertpapiere in Form von XRP-Token verkauft und auf diese Weise 1,3 Milliarden US-Dollar eingenommen haben soll.

Larsen unterstützt Werbekampagne für grüneren Bitcoin

Larsen unterstützt nach "CoinDesk"-Informationen in Zusammenarbeit mit Greenpeace und anderen Umweltorganisationen eine Werbekampagne unter dem Motto "Change the Code, not the Climate". Das Ziel des Projektes, für das Larsen 5 Millionen US-Dollar spendete: die Bitcoin-Gemeinschaft für den enormen Energiebedarf, der für die Generierung der grössten Kryptowährung der Welt benötigt wird, zu sensibilisieren. Der konkrete Lösungsvorschlag von Larsen und Co. lautet, dass die Bitcoins nicht mehr über das als sicher geltende, jedoch sehr energieintensive Proof-of-Work-Mining erzeugt werden. Stattdessen soll beim Bitcoin das deutlich umweltschonendere Proof-of-Stake-Verfahren angewandt werden. Allerdings stösst diese Idee nicht überall auf Gegenliebe.

Bitcoin-Anleger lehnen mehrheitlich Wechsel zu Proof-of-Stake-Methode ab

Im Gegenteil: Viele betrachten eine solche folgenreiche Umstellung als "extrem riskant, vollkommen unpraktisch, vielleicht sogar sinnlos", so David Morris in einem "CoinDesk"-Artikel. Eine solche grundlegende Veränderung sei vermutlich nicht durch einen konventionellen "Hard Fork" (einen Split in der Blockchain aufgrund von Meinungsverschiedenheiten der Programmierer) zu realisieren, wie es bei der Abspaltung des Bitcoins im August 2017 in den klassischen Bitcoin und Bitcoin Cash infolge des umstrittenen Upgrades auf die Protokoll-Erweiterung SegWit der Fall war. Vielmehr würde es bei einem Wechsel zu der Proof-of-Stake-Variante voraussichtlich zu deutlich heftigeren Auseinandersetzungen kommen. Die Proof-of-Stake-Infrastruktur verläuft nämlich über eine vollkommen andere Sicherheitsarchitektur, sodass die Adaption dieser Methode einen komplexen Wechsel von alten Wallets hin zu einem vollständig neuen Netzwerk mit sich führen würde.

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Ein solcher Programmwechsel erscheint momentan äusserst unwahrscheinlich. So schrieb der bekannte Bitcoin-Enthusiast mit dem Pseudonym Gigi auf Twitter: "Proof of Stake ist nicht nur unsicherer, sondern vollkommen sinnlos und unsicher. Ohne PoW [Proof-of-Work, Anmerk. d. Red.], wird jedes System politisch, die Konfliktlösung wird zu einem Quorum verschoben." Ebenso wenig Zuspruch dürfte Larsen von den zahlreichen Bitcoin-Minern erhalten, die Millionen von Dollar in hochspezialisierte Chips namens ASICs (application-specific integrated circuits), die das Proof-of-Work-Verfahren unterstützen, investiert haben. Kurzum: Die gesamte Bitcoin-Gemeinschaft von einem Wechsel zur Proof-of-Work-Methode zu überzeugen dürfte eine "beinahe unmögliche Aufgabe" sein, so David Morris.

Branchenkenner sind skeptisch

Besonders unbeliebt ist der Vorschlag vor allem auch deshalb, weil Larsen eine äusserst umstrittene Person im Kryptoversum ist. Viele Bitcoin-Fans werfen ihm vor, er habe seine gesamte Krypto-Karriere darauf abgezielt, dem Bitcoin zu schaden - deshalb trauen sie den scheinbar wohlwollenden Intentionen hinsichtlich seiner Initiative zum grüneren Bitcoin nicht. Einige Kritiker monieren konkret, dass Larsen absichtlich einen "Hard Fork" herbeiführen wolle, um die Bitcoin-Gemeinschaft zu spalten und so zu schwächen - zumal die grösste Leitwährung der Welt gerade dank ihrer internationalen Akzeptanz und Sicherheit mit enormen Netzwerkeffekten punkten kann. Matt Walsh, Manager des Bitcoin-Unternehmens Castle Island Ventures, spottete auf Twitter: "Amerika... das einzige Land der Welt, in dem Sie Milliarden von nicht registrierten Wertpapieren abladen können, die für Privatanleger wie Fidget Spinner [Handkreisel, vgl. Logo von Ripple, Anmerk. d. Red.] aussehen, und dann den Erlös verwenden, um tatsächliche Unternehmer über ihre Bitcoin-Geschäfte zu belehren" - eine unübersehbare Anspielung auf Larsen.

Doch Larsen verteidigt sich in einem "Bloomberg"-Interview gegen die vehemente Kritik vonseiten der Bitcoin-Community: "Wenn ich mir Sorgen um Bitcoin als Konkurrenten machen würde, wäre es wahrscheinlich das Beste, was ich tun könnte, es auf diesem Weg fortsetzen zu lassen ... Das ist einfach ein nicht nachhaltiger Weg." Es wird indes abzuwarten sein, ob die von Larsens unterstützte Kampagne den erwünschten Effekt erzielen kann.

Redaktion finanzen.ch


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