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Hoher Preisdruck 14.09.2022 23:09:00

Experten warnen trotz Entspannung an der Inflationsfront vor Euphorie

Experten warnen trotz Entspannung an der Inflationsfront vor Euphorie

Trotz nach wie vor hoher Verbraucherpreise sind sich einige Experten sicher, dass der Peak der Inflationsrate bereits erreicht wurde und sich die Preise bald im Rückwärtsgang befinden dürften. Marktkenner der Capital Group und von PIMCO warnen aber vor verfrühter Euphorie.

• Notenbanken stocken Leitzins gegen Inflationsdruck auf
• Rückkehr zu Inflationsziel kaum zu erwarten
• Wiederaufbau der Lieferketten könnte Jahre dauern

Notenbanken gehen gegen hohe Inflationsraten vor

Gingen die meisten Notenbanken weltweit vor wenigen Monaten noch davon aus, dass hohe Inflationsraten nur eine vorübergehende Begleiterscheinung der Corona-Pandemie sind, die mit der fortschreitenden Erholung der Wirtschaft wieder sinken, hat sich die Stimmung spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine geändert. Nun stockt der Grossteil der Währungshüter die Leitzinsen deutlich auf. Erst Ende Juli zog die US-Notenbank Fed die Zinssätze um 0,75 Prozentpunkte auf 2,25 bis 2,5 Prozent hoch, bevor am 21. September dann die nächste Zinssitzung ansteht. Und auch die Europäische Zentralbank hob den Leitzins jüngst um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent an. Marktteilnehmer befürchten nun schon seit Monaten, dass die Zinserhöhungen die konjunkturelle Entwicklung abbremsen und gar eine Rezession auslösen werden.

Inflationsraten der letzten Jahre nicht zu erwarten

Und auch wenn die Notenbanker aktiv gegen hohe Verbraucherpreise vorgehen, dürfte eine Rückkehr zu den niedrigen Inflationsraten der letzten Jahre zunächst nicht zu erwarten sein, wie unter anderem Flavio Carpenzano vom Londoner Vermögensverwalter Capital Group gegenüber "Bloomberg" prognostiziert. "Wir erwarten, dass die Abkühlung der Inflation viel langsamer vonstattengehen wird als der Markt erwartet", so der Investitionsleiter gegenüber der Nachrichtenagentur. "Die Inflation ist keineswegs ein gelöstes Rätsel, und die Fed wird weiterhin wachsam sein." So müsse die Fed nicht nur eine tiefe Rezession in Kauf nehmen, sondern auch einen starken Anstieg der Arbeitslosenquote hinnehmen, damit der Preisdruck wieder deutlich abnehme.

"Höhere Inputkosten im Allgemeinen"

Und auch für PIMCO-Analystin Tiffany Wilding sind die Inflationsraten der letzten Jahre zunächst vom Tisch. "Die letzten zwanzig Jahre der grossen Mässigung liegen nun vollständig hinter uns", zeigte sich die Nordamerika-Ökonomin gegenüber Bloomberg sicher. In den vergangenen Jahren sei die Globalisierung zum Schutz der Inflation vorangetrieben worden, was sich vor allem durch günstige Rohstoffe und niedrige Arbeitskosten gezeigt habe. Der Krieg in der Ukraine habe aber nicht nur die Rohstoffpreise in die Höhe getrieben - allen voran den Öl- und Gaspreis -, sondern auch die weltweite Lieferketten durcheinandergewirbelt, sei man doch jahrelang von Russland als Handelspartner abhängig gewesen. Damit sei nun vorerst nicht damit zu rechnen, dass die Inflationsrationen auf das Niveau von etwa zwei Prozent fallen, das von der EZB und der Fed angestrebt wird. Stattdessen rechnet die Strategin mit "höheren Inputkosten im Allgemeinen", weswegen "eine mehrjährige Anpassung des Preisniveaus" notwendig sein dürften. Hier sei also mit volatilen Bewegungen zu rechnen.

Um sich im weiterhin hochpreisigen Marktumfeld zu positionieren, rät der Vermögensverwalter laut dem ETF-Portal "VettaFi" daher zum Kauf von inflationsbereinigten Anleihen und der Aufstockung von Barmitteln. Auch können Investitionen in Rohstoffe ausgebaut werden, frei nach dem Motto "Wenn man sie nicht schlagen kann, sollte man sich ihnen anschliessen". Hier herrsche demnach ein starkes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, was zuletzt zu Preissteigerungen geführt habe.

Preissenkung in den nächsten Jahren

"Auch wenn die Inflation wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht hat, wird sie noch einige Zeit hoch bleiben, da es weiterhin Probleme in der Lieferkette gibt und der Krieg in der Ukraine, der zu erheblichen Schwankungen bei den Energiepreisen geführt hat, immer noch für viel Instabilität sorgt", ist sich auch Zach Stein vom Anlageberater Carbon Collective sicher, wie er gegenüber "Time" erklärte. "Es kann noch ein paar Jahre dauern, aber wenn sich die Versorgungsketten an die neuen Gegebenheiten angepasst haben und ein besseres Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage hergestellt ist, werden die Preise voraussichtlich ebenfalls sinken." Ob der Experte damit rechnet, dass die Inflationsrate dann aber wieder auf das Ziel der Fed von zwei Prozent sinkt oder trotz Rückgang auf höherem Niveau verbleibt, geht aus dem Interview nicht hervor.

Wiederaufbau der Lieferketten dürfte Mammutaufgabe sein

Des Weiteren seien höhere Leitzinsen kein Allheilmittel gegen alle Probleme, wie Glen Capelo von Mischler Financial gegenüber Bloomberg preisgab. "Es wird Jahre dauern, die Handelsnetze und Lieferketten wieder aufzubauen", so der Leiter des Bereichs Festverzinsliches Einkommen. "Das alles wird inflationär sein. Und diese strukturelle Inflation kann die Fed nicht mit höheren Zinsen bekämpfen." Die Deglobalisierung sei damit ins Rollen gebracht worden und nun nicht mehr zu verhindern.

Redaktion finanzen.ch


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