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US-Dollar in Bedrängnis 08.04.2024 23:46:00

Gold-Standard Revival: Ökonomen prognostizieren Vorbereitungen der Zentralbanken

Gold-Standard Revival: Ökonomen prognostizieren Vorbereitungen der Zentralbanken

Die letzten Jahre waren von zahlreichen wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt. Vor diesem Hintergrund glaubt der Ökonom Peter Schiff, dass sich die internationalen Zentralbanken für eine Rückkehr zum Goldstandard rüsten. Dies dürfte gravierende Folgen für die globale Wirtschaftsordnung und insbesondere für die USA haben.

• Goldhunger der globalen Zentralbanken hält an
• Peter Schiff befürchtet eine Rückkehr zum Goldstandard
• Veränderungen im weltweiten Finanzsystem

Wie aus einem Goldmarktbericht des World Gold Council (WGC) hervorgeht, ist die weltweite Goldnachfrage im Jahr 2023 auf ein neues Rekordniveau von 4.899 Tonnen geklettert. Hierzu trug unter anderem die starke Nachfrage durch Zentralbanken bei. Denn Notenbanken rund um den Globus haben zusammen netto 1.037 Tonnen Gold erworben, das sind gerade einmal 45 Tonnen weniger als der Rekord von 2022.

Vorbereitungen für Gold-Standard

Insbesondere China und Russland fielen als Gold-Käufer auf. Peter Schiff sieht darin einen deutlichen Hinweis auf eine strategische Abkehr vom US-Dollar. "Zentralbanken kaufen Gold, weil sie wissen, dass die Stunde geschlagen hat. Die Tage des US-Dollars als Reservewährung sind gezählt", erklärte der renommierte Investmentstratege und Ökonom laut "Benzinga" in einem Interview.

Im internationalen Zahlungsverkehr wird seit Jahrzehnten in grossem Masse die US-Währung als Transaktions- und Reservewährung genutzt. Unter anderen werden Gold und Rohöl überwiegend in US-Dollar gehandelt. Daran erkennt man deutlich die Bedeutung des Greenback für die Weltwirtschaft. Doch die zuletzt zu beobachtenden aggressiven Goldkäufe der Notenbanken deuteten laut Schiff auf die Vorbereitung auf ein System hin, in dem Gold wieder eine zentrale Rolle in der globalen Finanzwelt spielt.

Schutz vor Sanktionsrisiken

Bereits vor rund einem Jahr hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Goldkauftrends von 144 Ländern näher unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven seit der globalen Finanzkrise 2008 vergrösserten. Durch diese Krise habe das Bedürfnis zugenommen, sich gegen wirtschaftliche und geopolitische Risiken abzusichern. Und Gold gilt schliesslich als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

Ein weiterer Grund für den Goldhunger der Notenbanken sei laut IWF auch die Sorge vor Sanktionsrisiken. So dürften laut der Studie die von den USA, Grossbritannien, der EU und Japan gemeinsam verhängten Finanzsanktionen gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die Schwellenländer einen grösseren Teil ihrer Reserven in einer Form halten, die besser vor Sanktionen geschützt ist.

Enorme Auswirkungen

Sollte Schiff recht behalten, so könnte der damit verbundene Rückgang der globalen Nachfrage nach dem US-Dollar zu höheren Zinsen und einer verringerten finanziellen Flexibilität der US-Regierung führen. "Wenn die Welt zum Goldstandard zurückkehrt, wird die US-Wirtschaft ihre massive Verschuldung und ihre nicht gedeckten Verbindlichkeiten abrechnen müssen, was eine schmerzhafte Anpassung sein könnte", warnte der Ökonom.

Doch die Folgen blieben natürlich nicht auf die USA begrenzt: Das Bemühen verschiedener Länder, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern könnte zu einer multipolareren Finanzlandschaft führen, in der mehrere Währungen und Vermögenswerte um die Vorherrschaft konkurrieren. Somit signalisiert der Trend hi zum Goldstandard - also zu einer stärkeren Koppelung der Geldmenge an den Goldbestand - eine breitere Verschiebung in der globalen Wirtschaftsordnung.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Marc Darchinger/Deutsche Bundesbank,Timur Vildanov / Shutterstock.com

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