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Ähnliche Dynamik 20.07.2020 23:20:00

Deshalb steigen sowohl der Goldpreis als auch die Aktienkurse

Deshalb steigen sowohl der Goldpreis als auch die Aktienkurse

Gold und Aktien bewegen sich in die gleiche Richtung
• Lockere Geldpolitik von grosser Entscheidung
• ABN Amro hebt Prognose für Goldpreis an

Goldpreis und Aktienkurse zeichnen sich eigentlich durch eine negative Korrelation aus. Das heisst der Goldkurs profitiert üblicherweise von fallenden Aktienkursen, und sinkt wenn die Aktienbörsen zulegen. Dies hängt damit zusammen, dass Gold von Anlegern als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten betrachtet wird. Hier parken sie ihr Geld, wenn die Aktienbörsen nachgeben. Umgekehrt schichten sie ihr Geld in Aktieninvestments um, wenn die Stimmung an den Märkten gut ist.

Gold und Aktien im Gleichschritt

Doch in der Corona-Krise wurde diese Ordnung ausser Kraft gesetzt: Gold und Aktien bewegen sich plötzlich in die gleiche Richtung.

Zu Beginn der Krise hatte auch Gold trotz seines Rufs als "sicherer Hafen" Kursverluste hinnehmen müssen - genau wie die Aktienbörsen. Beim gelben Edelmetall war hierfür jedoch nicht wie bei Aktien ein schwindendes Anlegervertrauen verantwortlich, sondern die Verluste waren auf Notverkäufe von Investoren zurückzuführen, die von ihren Banken aufgefordert wurden, für ihre mit Wertpapieren hinterlegten Kredite zusätzliche Liquidität nachzuschiessen.

Inzwischen hat sich die Panik gelegt und bei vielen Anlegern überwiegt die Hoffnung auf eine rasche wirtschaftliche Erholung. Dank dieses Optimismus konnte der US-Leitindex Dow Jones in den letzten drei Monaten um knapp 9 Prozent zulegen. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Goldpreis im gleichen Zeitraum ebenfalls zugelegt hat, und zwar um rund 4 Prozent. Anfang Juli kletterte er zudem erstmals seit 2011 wieder über die Marke von 1'800 US-Dollar.

Deshalb steigen jetzt Aktien und Gold

Die steigenden Aktienkurse sind klar auf die sich verbessernde Stimmung der Investoren zurückzuführen. Die Hilfsprogramme der Regierungen und Notenbanken rund um den Globus in Verbindung mit der wachsenden Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus lassen die Anleger wieder mutiger werden und in Aktien investieren.

Doch warum steigt dann auch der Goldpreis? Hierfür sind die geldpolitischen Lockerungsmassnahmen der Notenbanken verantwortlich, welche die Leitzinsen in zahlreichen Ländern in den negativen Bereich gesenkt haben. In den Vereinigten Staaten ist dies zwar nicht der Fall, doch wenn man den durch die Inflation verursachten Wertverlust mitberücksichtigt, dann sind die realen Renditen auch in den USA negativ. Dies hat zur Folge, dass die Opportunitätskosten der Goldanleger in Bezug auf Anleiheinvestments verschwinden.

Unter Opportunitätskosten versteht man umgangssprachlich die entgangenen Gewinne, wenn eine Möglichkeiten nicht wahrgenommen wird. In diesem Fall bedeutet es, dass den Anlegern keine Renditen entgehen, wenn sie statt in Staatsanleihen lieber in Gold investieren. Deshalb wird das Geld, mit dem die Notenbanken derzeit die Märkte regelrecht fluten, bevorzugt in Aktien und Gold investiert.

Ausblick

Georgette Boele, Rohstoff-Strategin bei ABN Amro, hält es laut "MarketWatch" für unwahrscheinlich, dass die internationalen Notenbanken ihre geldpolitischen Zügel bald wieder anziehen werden. Damit dürften die den Goldpreis stützenden Niedrigzinsen noch für einige Zeit beibehalten werden.

Deshalb hat die niederländische Bankengruppe auch ihre Prognose für den Goldpreis angehoben. Inzwischen wird zum Jahresende ein Preis von 1'900 Dollar pro Feinunze erwartet, während zuvor nur 1.700 Dollar prognostiziert worden waren.

Da jedoch auch viele Spekulanten aktiv seien, rechnet ABN Amro aber kurzfristig auch mit einer ansehnlichen Korrektur am Goldmarkt. Jedoch sei es laut Georgette Boele wahrscheinlich, dass dieser Preisrückgang nur kurzlebig sein wird und eine gute Gelegenheit für Anleger darstellen wird, die nur auf eine solche günstige Kaufgelegenheit warten.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: aslysun / Shutterstock.com

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