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Harter Wettbewerb 11.07.2022 06:33:00

Zahlreiche Einflussfaktoren: Ist Bitcoin-Mining überhaupt noch profitabel?

Zahlreiche Einflussfaktoren: Ist Bitcoin-Mining überhaupt noch profitabel?

Die Umstände rund um das Mining von Bitcoins haben sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Mittlerweile muss teure Hardware angeschafft werden, Miner stehen in Konkurrenz mit professionellen Mining-Anlagen und auch die hohen Stromkosten spielen eine entscheidende Rolle. Ist das Mining für Privatpersonen daher überhaupt noch profitabel?

• Bitcoin-Mining war in den Anfängen der Kryptowährung ein profitables Geschäft
• Mittlerweile haben sich die Umstände rund um den Prozess geändert
• Lohnt sich das Mining insbesondere für Privatpersonen noch?

Beim Bitcoin-Mining, auch Schürfen genannt, handelt es sich um eine Art dezentrales Bitcoin-Rechenzentrum mit Minern auf der ganzen Welt. Bei dem Prozess können Bitcoins im Austausch für die Durchführung des Verifizierungsprozesses zur Validierung von Bitcoin-Transaktionen verdient werden, dazu müssen mathematische Rätsel gelöst werden. Das Mining sorgt für die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks. Miner profitieren letztlich, wenn der Preis des Bitcoins höher ist als die Kosten, die für das Mining anfallen.

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Umstände haben sich geändert

Doch ist das Mining der nach wie vor grössten Kryptowährung überhaupt noch rentabel? Denn die Umstände rund um den Prozess haben sich geändert, wie Investopedia erklärt. Neben Veränderungen bei den Mining-Geräten und -Technologie gibt es inzwischen eine Vielzahl an professionellen Mining-Zentren mit enormer Rechenleistung und auch der stark schwankende Bitcoin-Preis darf hierbei nicht unberücksichtigt bleiben.

Zudem müssen diverse weitere Einflussfaktoren beachtet werden, wie etwa die Stromkosten, die beim Betrieb der Mining-Maschinen anfallen - sowohl für die Berechnungen in den Mining-Systemen selbst, als auch für die Kühlung und den Schutz vor Überhitzung. Auch die Verfügbarkeit und der Preis der Maschinen spielen eine relevante Rolle, ebenso wie die Kosten, die durch die Hardwareabnutzung anfallen. Ausserdem sollte die Mining-Schwierigkeit, die an den Hashes pro Sekunde gemessen wird, im Auge behalten werden. Die Hash-Rate misst die Geschwindigkeit, mit der ein Problem gelöst wird. Je mehr Bitcoin-Schürfer in den Markt eintreten, desto höher ist die Schwierigkeit, um so sicherstellen zu können, dass die Anzahl der produzierten Bitcoins gleich bleibt. Schlussendlich sollten auch die Steuern nicht in Vergessenheit geraten, denn Miner müssen ein Gewerbe anmelden und Steuern auf die Einnahmen aus Krypto-Geschäften zahlen.

ASICs erschweren das Mining

Bis zum Jahr 2013 wurden für das Mining in der Regel private Computer verwendet, bevor neue Bitcoin-Mining-Software eingeführt wurde, berichtet Investopedia. Diese anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreise (ASIC-Chips) sind bis zu 100 Milliarden Mal leistungsfähiger als ältere PCs. Das Bitcoin-Mining ist zwar nach wie vor auch mit älterer Hardware möglich, allerdings nicht profitabel, denn ist ein Miner rechnerisch im Nachteil, kann er ein Problem nicht schneller lösen und somit auch nicht mit Bitcoin belohnt werden. Damit fallen mittlerweile also auch Kosten für die Anschaffung neuer Hardware an.

Harter Wettbewerb unter Bitcoin-Schürfern

Auch der Wettbewerb ist in den vergangenen Jahren deutlich härter geworden. Während private Miner früher lediglich mit anderen privaten Minern konkurrierten, müssen sie sich mittlerweile leistungsstarken, professionellen Mining-Anlagen stellen, stellt Investopedia klar. Private Miner könnten sich daher überlegen, sich einem Mining-Pool anzuschliessen - eine Gruppe von Minern, die zusammenarbeiten und sich die Gewinne anschliessend teilen. Zwar wird die Gesamtbelohnung in diesem Fall auf alle Personen aufgeteilt und dadurch gegebenenfalls geringer, dennoch besteht so die Chance, überhaupt einen Block vor den professionellen Anlagen erfolgreich abzuschliessen.

Mining-Schwierigkeitsrate steigt in neue Höhen

Ein weiterer Faktor, der die Profitabilität des Schürfens enorm beeinflusst, ist die Schwierigkeitsrate. Diese ist in den vergangenen Jahren durch die Decke gegangen: Lag sie, als der Bitcoin eingeführt wurde, noch bei 1, betrug sie im November mehr als 22 Billionen, gibt Investopedia zu bedenken. Das verdeutlicht, wie viel schwieriger es inzwischen geworden ist, Bitcoins zu minen.

Während der Schwierigkeitsgrad also stetig ansteigt, sinkt zugleich aber die Höhe der Belohnung. Das Bitcoin-Netzwerk ist auf etwa 21 Millionen Bitcoins begrenzt. Um die Menge der Coins, die in Umlauf gebracht werden, zu kontrollieren, halbiert das Netzwerkprotokoll die Anzahl, die ein Miner für die erfolgreiche Fertigstellung eines Blocks erhält, etwa alle vier Jahre. Ursprünglich lag die Zahl der Bitcoins, die ein Miner erhielt, bei 50. 2012 sank sie auf 25, 2016 halbierte sich die Belohnung erneut auf 12,5. Mittlerweile erhalten Miner noch 6,25 Bitcoin als Belohnung.

Kosten-Nutzen-Analyse kann bei Entscheidung helfen

Um zu entscheiden, ob das Mining von Bitcoins für einen selbst profitabel sein könnte, könnte die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse hilfreich sein, rät auch Investopedia. Erforderliche Variablen dafür sind die Kosten für Strom, der Bitcoin-Kurs, die Zeit, die letztendlich für das Mining aufgebracht wird, aber auch der Wirkungsgrad, der durch eine Funktion des Schwierigkeitsgrads und der Effizienz der Anzahl der Berechnungen, die durchgeführt werden müssen, um einen Block erfolgreich abzuschliessen, abgebildet wird. Auf dem Markt gibt es diverse Rentabilitätsrechner, die bei der Analyse unterstützen können.

Letztendlich macht es als Einzelperson unter Berücksichtigung all dieser Faktoren mittlerweile wahrscheinlich wenig Sinn, Bitcoins zu schürfen. Eine Alternative könnte sein, sich einem Mining-Pool anzuschliessen. Doch auch dabei sollte man die zuvor genannten Variablen berücksichtigen und abwägen, ob man auf diese Weise schlussendlich tatsächlich Geld verdienen kann.

Das Gesamtangebot der sich im Umlauf befindlichen Bitcoins hat jüngst einen wichtigen Meilenstein erreicht: 90 Prozent des maximalen Angebots wurden bereits geschürft. Bis allerdings auch noch die verbleibenden 10 Prozent geschürft sind, dürfte es noch einige Zeit dauern: Wie Bitcoin-Kurier berichtet, dürfte es voraussichtlich im Jahr 2145 so weit sein.

Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.


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