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ADB im Fokus 29.09.2019 21:50:00

Warum auf die asiatische Wirtschaft eine dunkle Phase zukommt

Warum auf die asiatische Wirtschaft eine dunkle Phase zukommt

Inmitten von Handelskonflikten und weiteren Belastungsfaktoren senkte die Asiatische Entwicklungsbank jüngst ihre Wachstumsprognose für die Wirtschaft in Fernost. Es scheint, als würden einige Turbulenzen auf den Kontinent zukommen.

• Asiatische Entwicklungsbank senkt Wachstumsausblick
• Börsen in Fernost geben ab
• Hauptgrund: US-chinesischer Handelsstreit

Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) wird bezüglich des Wirtschaftswachstums für dieses sowie das kommende Jahr pessimistischer. So senkte die Bank jüngst den Ausblick für das Wirtschaftswachstum in Asien von 5,7 auf 5,4 Prozent für das Jahr 2019 und von 5,6 Prozent auf 5,5 Prozent für das Jahr 2020. Zwar stellt die Anpassung nur eine kleine Korrektur nach unten dar, sie reichte aber aus, um die asiatischen Indizes zur Wochenmitte zum Handelsschluss abwärts zu schicken. Während der Shanghai Composite in China 1,00 Prozent auf 2'955,43 Zähler abgab, verlor der Hang Seng in Hongkong 1,28 Prozent auf 25'945,35 Einheiten. Auch der KOSPI in Südkorea gab 1,32 Prozent auf 2'073,39 Punkte ab. In Indien büßte der BSE SENSEX 1,29 Prozent auf 38'593,52 Zählern ein.

Sino-US-amerikanischer Handelsstreit belastet Asiens Wirtschaft

Zwar gab es mehrere Gründe für die Anpassung nach unten, insbesondere wurde jedoch die nicht enden wollende Zollspirale zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika als Ursache hervorgehoben. Diese würde nicht nur in dem Land der Mitte, sondern in der gesamten Region Wellen schlagen, wie es in dem zugehörigen aktualisierten Wachstumsausblick der ADB heißt. Daneben geht die Bank auch nicht davon aus, dass der Streit bald beigelegt werden könnte, sondern nimmt vielmehr an, dass der Zwist sowie die daraus resultierenden Konsequenzen in 2020, wenn nicht sogar länger anhalten werden.

Der sino-US-amerikanische Handelsdisput würde auch schon jetzt dazu führen, dass sich Zulieferketten im asiatischen Raum verschieben würden. Dies wäre beispielsweise von China in Vietnam und Bangladesch zu beobachten. Auf der anderen Seite würden die Exporte von asiatischen Schwellenländern, die Zulieferer von China sind schon jetzt aufgrund des Handelsstreits zurückgehen. Dies würde den Halbleitersektor, der ohnehin unter einer sinkenden Nachfrage leide, besonders hart treffen. Dies würde verschärft durch die Versuche seitens den USA chinesische Unternehmen wie beispielsweise Huawei zu torpedieren.

Gesetzgeber gefragt

"Ein abnehmender dynamischer Handel sowie sinkende Investitionen in Asien sind große Sorgen", gibt ADB-Chefvolkswirt Yasuyuki Sawada auf der bankeigenen Webseite darüber hinaus zu bedenken und weiter: "Dies sind Probleme, die Gesetzgeber scharf im Auge behalten müssen". Daneben würden auch die weiter anhaltenden Handelsspannungen zwischen Japan und Südkorea die Region wahrscheinlich auch noch im nächsten Jahr belasten.

Auch bei ausländischen Investitionen sein ein rückläufiger Trend bemerkbar wie es seitens der Entwicklungsbank heißt. Die anhaltende Unsicherheit, drohe darüber hinaus die Finanzmärkte in Fernost weiter zu destabilisieren. "Wir beobachten steigende Privatschulden in asiatischen Entwicklungsländern, wachsende Unternehmensschulden in China und anziehende Verbraucherschulden in Südkorea, Malaysia und Thailand", so Sawada in einem Interview mit der TIME.

Dennoch sollte angesichts der genannten Belastungsfaktoren nicht in Panik verfallen werden: "Trotz einer allgemeinen Verlangsamung der asiatischen Volkswirtschaften scheint die Wachstumsrate noch immer robust und stabil", fasst Sawada zusammen.

Redaktion finanzen.ch


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