Steuerreform 13.02.2020 23:09:00

Nach STAF: Das sind für Firmen und Privathaushalte die günstigsten und teuersten Kantone

Nach STAF: Das sind für Firmen und Privathaushalte die günstigsten und teuersten Kantone

• Das sind die teuersten Standorte für Unternehmen
• In diesen Kantonen müssen Privatpersonen am wenigsten bezahlen
• Die Gewinnsteuerbelastung für Unternehmen sinkt um 2,5 Prozent

Die neue Gewinnsteuer nach STAF

Nachdem im Mai 2019 das "Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung", auch STAF genannt, im Rahmen einer Abstimmung von der Schweizer Bevölkerung angenommen wurde, trat das Gesetz für die neuen Firmensteuern Anfang 2020 vollständig in Kraft. Ziel des Gesetzes ist ein "international konformes, wettbewerbsfähiges Steuersystem für Unternehmen und die Stärkung der AHV", so die Schweizerische Eidgenossenschaft. Zugunsten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit werden einige kritisierte Steuerprivilegien abgeschafft, dafür können die Kantone dem Ganzen mit Steuervergünstigungen entgegenwirken, um weiterhin für das Ausland attraktiv zu bleiben. Dies schlägt sich massgeblich in der Gewinnsteuerbelastung der Kantone nieder, diese sank laut der Erhebung des Züricher Steueranwalts Pascal Hinny im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 15 Prozent, so die "Neue Zürcher Zeitung", kurz NZZ. Auch beim Betrachten der Belastungsspanne sank der Wert, statt mit bis zu 24 Prozent Gewinnsteuerbelastung müssen juristische Personen in der Schweiz ab 2020 mit maximal 21,6 Prozent ordentlicher Gewinnsteuerbelastung rechnen.

Greift man die veranschlagten Pläne für die nächsten Jahre auf, könnte die mittlere Belastung in den Kantonshauptorten auf 14,5 Prozent sinken. Im Gegenzug dazu stieg die Dividendensteuer in den Kantonen durchschnittlich um 7 Prozent auf 60 Prozent ab 2020 an.

Aus diesen Elementen setzt sich die Gewinnsteuer zusammen

Die Gewinnsteuer wird einmal im Jahr für jede juristische Person fällig, die in der Schweiz ihren Wohnsitz hat oder aus wirtschaftlichen Gründen der Schweiz zugehörig ist. Bundesweit gilt ein Gewinnsteuersatz, hinzu kommen dann die individuellen Gewinnsteuerregelungen, die von den einzelnen Kantonen und Gemeinden festgelegt werden. Die Gewinnsteuer bezieht sich auf den Reingewinn eines Unternehmens. Besteuert ein Kanton zusätzlich die Dividenden, hat ein Anteilshaber mit einer Doppelbesteuerung zu rechnen, da zuerst der Gewinn besteuert wird und dann die Dividende. Einige Kantone veranschlagen auch eine Minimalsteuer.

Die teuersten und günstigsten Kantone für Unternehmen

Die "Neue Zürcher Zeitung" stellt anhand der verfügbaren Daten von Ende Januar 2020 ein Ranking der teuersten und günstigsten Kantone für die ordentliche Gewinnsteuerbelastung 2020 für Unternehmen auf. Die "NZZ" geht von einer effektiven Steuerbelastung inklusive der Bundessteuer, Kirchensteuer, den kantonalen Gewinnsteuersätzen 2020 und Gemeindesteuerfüssen 2020 aus.

Der Kanton Bern ist für Unternehmer zusammen mit dem Kanton Wallis mit 21,6 Prozent Gewinnsteuerbelastung in den Hauptorten am teuersten. Das Mittel des teuersten (Schelten 23,4 Prozent) und günstigsten Ortes (Deisswill, 20 Prozent) in Bern zeigt allerdings, dass Bern mit 21,7 Prozent im Durchschnitt leicht teurer ist. Schelten ist das teuerste Pflaster für Unternehmen in der ganzen Schweiz. In Wallis müssen Unternehmer wegen des kantonalen Einheitssatzes überall 21,6 Gewinnsteuer bezahlen. Danach folgen absteigend die Kantone Zürich, Tessin, Aargau und Basel-Landschaft mit Gewinnsteuerbelastungen von 18 bis 21,1 Prozent in den Hauptorten.

Am günstigsten kommen Unternehmer laut der "NZZ" tendenziell in den zentralschweizerischen Kantonen weg. Appenzell Innerrhoden hat eine Gewinnsteuerbelastung zwischen 11,5 und 12,7 Prozent, wie hoch die Steuerlast letztendlich ausfällt, ist abhängig von der Dividendenausschüttung. Danach kommen aufsteigend Zug mit 11,9 Prozent im Hauptort, Nidwalden mit 12 Prozent und Luzern und Glarus mit 12,3 und 12,4 Prozent Gewinnsteuerbelastung in den Hauptorten. Seit dem Ranking der "NZZ" haben die Kantone Thurgau und Solothurn inzwischen ihre Volksabstimmungen bezüglich der Steuerreform durchgeführt und sich beide für eine Senkung der Steuern ausgesprochen, sie liegen grob im Mittelfeld.

Die teuersten und günstigsten Kantone nach Einkommenssteuerbelastung

Einkommenssteuern werden auch für natürliche Personen fällig, sprich für jeden, der ein Einkommen hat. Auch bei der Einkommenssteuerbelastung für natürliche Personen 2020 der "NZZ" zahlen Bürger mit Wohnsitz in der Zentralschweiz tendenziell weniger. So ist der Zuger Hauptort mit 22,4 Prozent Einkommenssteuerbelastung am günstigsten, danach folgen Oberwalden mit 24,3 Prozent, Appenzell Innerrhoden mit 24,4 Prozent und Uri und Nidwalden mit jeweils 25,3 Prozent und 25,6 Prozent in den Hauptorten am preiswertesten.

Am meisten Einkommenssteuern bezahlen Bürger in Genf mit 45 Prozent im Hauptort, danach kommt Basel-Landschaft mit 42,2 Prozent im Hauptort, Waadt mit 41,5 Prozent, Bern mit 41,4 Prozent und Basel-Stadt mit 40,5 Prozent im Hauptort. Auch Tessin und Zürich haben in ihren Hauptorten eine rund 40-prozentige Einkommenssteuerbelastung.

Die Schweiz im internationalen Vergleich

Laut einer internationalen Vergleichsaufstellung der ordentlichen Gewinnsteuersätze 2019 von KPMG liegt die Schweiz mit ihren Steuersätzen in einer Kategorie mit den Steuerparadiesen Singapur oder Honkong. Wenn die Belastung in der Schweiz wie erwartet auf 14,5 Prozent sinkt, sind laut der Aufstellung von KPMG nur noch wenige Standorte wie die Bahamas, Ungarn, Bulgarien, Zypern und Serbien aufgrund ihrer Unternehmenssteuern günstiger, sofern die Steuersätze der anderen Länder nicht auch sinken.

Redaktion finanzen.ch

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