Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Preiskampf 20.04.2024 22:16:00

Frontalangriff auf Tesla: So rüsten chinesische EV-Hersteller auf

Frontalangriff auf Tesla: So rüsten chinesische EV-Hersteller auf

Der Preiskampf bei Elektrofahrzeugen in China geht weiter, und mit Xiaomi drängt ein neues Unternehmen auf den heiss umkämpften EV-Markt.

• Preiskampf in China setzt sich fort
• Xiaomi drängt auf den EV-Markt
• Tesla durch chinesische Konkurrenz unter Druck

Preiskampf in China geht weiter

Der Preiskampf auf dem Markt für Elektrofahrzeuge (EV) in China geht in die nächste Runde. Nachdem Tesla erst vor wenigen Wochen eine Preiserhöhung angekündigt hat, wollen chinesische EV-Hersteller dies ausnutzen, indem sie potenzielle Autokäufer mit Vergünstigungen wie Subventionen und Gutscheinen anlocken. Wie Fortune berichtet, hat zuletzt NIO angekündigt, bis zu einer Milliarde Yuan (138 Millionen US-Dollar) an Anreizen für Fahrer von Benzinautos bereitzustellen. Dabei geht es zum Beispiel um Vorteile beim Batteriewechsel, zusätzliche Abonnements für Fahrassistenzfunktionen und laut dem offiziellen Weibo-Kanal des Unternehmens sogar um ein NIO-Mobiltelefon.

Xpeng senkte unterdessen den Preis einiger seiner Modelle um bis zu 20'000 Yuan.

Der South China Morning Post nach plane Li Auto zudem die Einführung eines neuen, sparsameren Modells für Familien. "Alle Hersteller von Elektrofahrzeugen sind sich der schwachen Marktstimmung bewusst", sagte Tian Maowei, Vertriebsleiter bei Yiyou Auto Service in Shanghai laut der South China Morning Post. "Die führenden Anbieter bieten entweder Preissenkungen an oder stellen günstigere Modelle vor, um preisbewusste Verbraucher anzusprechen. Denn Sorgen über eine sich verlangsamende Wirtschaft und niedrigere Löhne halten Festlandbewohner davon ab, teure Dinge wie Autos zu kaufen.

Auch BYD hat zuletzt im Februar eine Runde von Preissenkungen durchgeführt, worauf auch Konkurrenten wie Xpeng und Zeekr folgten. In den vergangenen Wochen hat BYD die Preise für fast alle seiner Autos um fünf bis 20 Prozent gesenkt, da der Wettbewerb auf dem überfüllten Elektrofahrzeugmarkt des Landes immer mehr exkaliert.

Im Februar äusserte Cui Dongshu, der Generalsekretär der China Passenger Car Association, die Einschätzung, dass die meisten Automobilhersteller voraussichtlich weiterhin Rabatte gewähren werden, um ihren Marktanteil zu halten. Ein Trend, der den gesamten Inlandsmarkt umgestalten könnte.

Xaiomis Markteintritt

Ausserdem versuche man sich gegen den störenden Markteintritt von Xiaomi zu wehren, erklärte Fortune weiter. Der chinesische Unterhaltungselektronikriese ist kürzlich selbst in den Markt für Elektrofahrzeuge eingestiegen und hat die Preise und den Beginn der Bestellannahme für seinen SU7 bekannt gegeben. Trotz des Einstiegs in einen bereits überfüllten Markt habe die Einführung eines Elektrofahrzeugs durch Xiaomi, das preislich unterhalb des günstigsten Modells von Tesla liegt, innerhalb der ersten 24 Stunden fast 90'000 Bestellungen angezogen und somit grosse Aufmerksamkeit erregt, so Business Insider.

Teslas China-Fluch

Wie die New York Times laut dem Nachrichtenportal Watson erklärte, habe China geholfen, Tesla zum wertvollsten Autounternehmen der Welt zu machen. Doch dieser Erfolg habe auch seinen Preis. So betonte US-Senator Mark Warner: "Elon Musk hat tiefe finanzielle Abhängigkeiten in China - auch wegen seiner Fabrik in Shanghai."
Diese Abhängigkeit spiegele sich auch in den politischen Äusserungen von Musk wider. Er habe offen Pekings Pläne unterstützt, Taiwan zu vereinnahmen. Während andere Unternehmen ihre Produktionsstätten in der Provinz Xinjiang aufgrund der Unterdrückung der muslimischen Bevölkerung geschlossen hätten, scheine Musk keine Probleme damit zu haben - ebenso wenig mit der Situation in Tibet. Er gab zu, "einige berechtigte Interessen" zu haben, und bezeichnete sich selbst als "irgendwie pro-China".

In der kapitalistisch-kommunistischen Partnerschaft beginnt es jedoch zu kriseln. Auch dank Tesla ist in China starke Konkurrenz entstanden. Der Batteriehersteller CATL hat durch die Partnerschaft mit den Amerikanern einen gewaltigen Schub erfahren und ist heute führend in der Branche. Auch der Werkzeugmaschinenhersteller LK Group profitiert stark von Tesla und beliefert mittlerweile auch chinesische Konkurrenten.
Die aufstrebenden chinesischen Elektroauto-Hersteller entwickeln sich derweil immer mehr zu einer ernsthaften Herausforderung für die westlichen Autobauer. Sie erhalten massive staatliche Unterstützung und sind mittlerweile in der Lage, Fahrzeuge herzustellen, die technisch überlegen und deutlich preiswerter sind als die Modelle von westlichen Herstellern.

Auch Tesla spürt die Auswirkungen. So hat BYD Tesla in puncto Absatzzahlen zwischenzeitlich als Branchenführer bei E-Autos abgelöst. Doch nicht nur die chinesische Konkurrenz setzt Tesla unter Druck, auch das allgemeine Marktumfeld für Elektroautos sei derzeit schwierig, so Watson. Auch Musk selbst sieht die Bedrohung von chinesischen Autoherstellern für die westliche Konkurrenz: "Unsere Beobachtung ist im Allgemeinen, dass chinesische Automobilunternehmen die wettbewerbsfähigsten Automobilunternehmen der Welt sind", erklärte Musk im Rahmen der Zahlenvorlage bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Sie "werden ausserhalb Chinas erhebliche Erfolge erzielen, je nachdem, welche Art von Zöllen oder Handelsbarrieren eingeführt werden". Musk warnte: "Wenn es keine Handelsbarrieren gibt, werden sie die meisten anderen Autokonzerne auf der Welt praktisch ruinieren. Sie sind extrem gut".

Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

Weitere Links:


Bildquelle: Ken Wolter / Shutterstock.com,Sergio Monti Photography / Shutterstock.com