Tracker Zertifikate

 

Mit einem Tracker Zertifikat können Anleger unbegrenzt an den Kursentwicklungen eines Basiswertes teilhaben, ohne diesen selbst besitzen zu müssen.


Was sind Tracker Zertifikate?

Tracker Zertifikate gehören zu den Partizipationsprodukten und stellen den wohl bekanntesten und am weitesten verbreiteten Typus dieser Produktkategorie dar. Sie bilden die Wertentwicklung eines Basiswertes eins zu eins ab, sowohl bei Kursgewinnen als auch bei Kursverlusten. Mit Bear-Tracker-Zertifikaten können Anleger allerdings auch von fallenden Kursen des Basiswerts profitieren. Die Partizipation ist bei Tracker Zertifikaten in den meisten Fällen nicht begrenzt, lediglich Bear Tracker besitzen einen Stop-Loss-Mechanismus. Die Laufzeit der strukturierten Produkte ist ebenfalls häufig unbegrenzt. Als Basiswerte sind Einzelwerte, Indizes, Sektoren oder Baskets verfügbar, die meisten Tracker Zertifikate beziehen sich jedoch auf einen Index. Werden Einzelwerte als Basiswert herangezogen, handelt es sich meist um exotischere Investitionsgüter, auf die Privatanleger sonst keinen Zugriff hätten.

 

 

Wie funktioniert ein Tracker Zertifikat?

Die Funktionsweise von Tracker Zertifikaten ist leicht zu verstehen- zumindest an der Oberfläche, denn im Hintergrund führt der Emittent immer weitere Absicherungsgeschäfte durch, um sein Risiko zu minimieren. Anleger merken davon jedoch nichts und lieben Tracker Zertifikate wegen ihrer gut nachvollziehbaren Kursbewegungen. Denn die prozentuale Wertentwicklung eines Tracker Zertifikats entspricht immer der prozentualen Wertentwicklung seines Basiswerts. Häufig besitzt das strukturierte Produkt zwar ein Bezugsverhältnis - etwa 0,01 bzw. 1:100 - und ist somit günstiger als der Basiswert, an der prozentualen Wertentwicklung ändert sich dadurch jedoch nichts: Steigt etwa der Basiswert um fünf Prozent, legt auch das Tracker Zertifikat um fünf Prozent zu.

Genau umgekehrt verhält es sich bei Bear-Tracker-Zertifikaten: Sie steigen immer dann, wenn der Basiswert fällt, und fallen, wenn der Basiswert steigt. Somit bieten sie Privatanlegern eine einfache und transparente Möglichkeit, um auf fallende Kurse zu setzen. Da ein Basiswert jedoch immer weiter steigen kann, könnte ein Bear Tracker Zertifikat theoretisch auch unter null Euro fallen, sodass spätestens beim Verkauf eine Nachschusspflicht entstehen würde. Um das zu verhindern, sind Bear Tracker in der Regel mit einem Stop-Loss-Kurs versehen, bei dessen Erreichen das Tracker Zertifikat wertlos verfällt.

Tracker Zertifikate kaufen - so geht’s

Anleger können ein Tracker Zertifikat in der gewünschten Ausgestaltung jederzeit über die Börse oder im ausserbörslichen Direkthandel mit dem Emittenten kaufen oder verkaufen. Ab einem (sehr) hohen Investitionsvolumen legen einzelne Emittenten auch massgeschneiderte Produkte speziell für einen Kunden auf.

Die Vor- und Nachteile von Tracker Zertifikaten

Mit Tracker Zertifikaten erhalten Anleger einen einfachen Zugang zu exotischen Märkten, die ihnen sonst verwehrt bleiben würden. Sie ermöglichen zudem eine einfache Streuung der Anlage ohne allzu grossen Geldeinsatz, wenn Indizes, Baskets oder Sektoren als Basiswert des Tracker Zertifikates fungieren. In diesem Fall sind sie eine kostengünstige und transparente Alternative zu ETFs. Mit Bear Tracker Zertifikaten können Anleger zudem Gewinne erzielen, wenn der breitere Markt nachgibt.

Im Gegensatz zu Aktionären erhalten Besitzer von Tracker Zertifikaten in der Regel keine Dividende. Fällt der Kurs eines Basiswertes aufgrund eines Dividendenabschlags, fällt auch der Kurs der dazugehörigen Strukis - Halter des Tracker Zertifikats haben dann jedoch keine Dividendenzahlung im Depot, die den Rückgang ausgleicht. Wollen Anleger mit Tracker Zertifikaten in Basiswerte investieren, die in einer Fremdwährung notieren, sollten sie beachten, dass ein Währungsrisiko auftritt, so lange es sich nicht um ein währungsgesichertes Tracker Zertifikat mit dem Zusatz "Quanto" handelt. Ausserdem besteht auch bei diesen Strukis das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig und das Zertifikat somit wertlos wird (Emittentenrisiko).