<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Kurs wird gehalten 12.12.2019 12:05:36

SNB bestätigt Geldpolitik und weist Kritik an Negativzins zurück

SNB bestätigt Geldpolitik und weist Kritik an Negativzins zurück

Der Nutzen der Negativzinsen überwiege klar, kontern die Währungshüter die lauter gewordene Kritik an ihrem Kurs.

Konkret belässt die SNB ihren Leitzins sowie den Zins auf Sichtguthaben bei -0,75 Prozent, wie sie am Donnerstag im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte. Der Leitzins verharrt nun seit fast fünf Jahren auf diesem Niveau: Bekanntlich hatte die SNB mit Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 ihn so stark in den negativen Bereich gedrückt.

Die SNB betonte ausserdem erneut auch ihre Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Dabei werde wie bis anhin die gesamte Währungssituation berücksichtigt. Zusammen mit dem Negativzins wirke dies der Attraktivität von Anlagen in Franken entgegen und verringere dadurch den Aufwertungsdruck, so die Notenbank.

Denn die SNB sieht den Franken nach wie vor als hoch bewertet an. Der handelsgewichtete Wechselkurs sei gegenüber der letzten Lagebeurteilung vom September praktisch unverändert und die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil. Insgesamt "bleibt unsere expansive Geldpolitik angebracht", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan vor den Medien.

Der Entscheid ist keine Überraschung. Während vor einigen Monaten einige Ökonomen noch mit einer Zinssenkung gerechnet hatten, wurde diesmal praktisch unisono kein Zinsschritt erwartet.

Kritikern widersprochen

Gleichwohl hat zuletzt die Kritik wieder zugenommen: So hatten gewisse Ökonomen bezweifelt, dass die Zinsen auf dem aktuell tiefen Niveau belassen werden müssten, um die angepeilte Wirkung zu erzielen. Sie begründeten dies unter anderem damit, dass der Franken genau genommen gar nicht mehr stark überbewertet sei. Zudem gebe es nur einen beschränkten Nutzen der Negativzinsen.

Jordan konterte diese Kritik. Die SNB sei sich bewusst, dass die tiefen Zinsen Herausforderungen mit sich brächten. "Wir sind aber überzeugt, dass der Nutzen des Negativzinses klar überwiegt."

Laut Jordan hätte eine Anhebung des Zinses nämlich drastische Folgen: "Frankenanlagen würden wesentlich attraktiver, und wir müssten mit einer raschen und starken Aufwertung rechnen." Bei einer Anhebung auf null wäre seiner Meinung nach mit einer drastischen Abkühlung der Wirtschaft, Inflation weit im negativen Bereich sowie zunehmender Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Die "Nebenwirkungen" würden aber ernst genommen, sagte Jordan. So würden zum Beispiel die Banken nur so stark belastet wie nötig.

Wachstum 2020: 1,5-2,0 Prozent

In Bezug auf die Schweizer Wirtschaft rechnet die Nationalbank im kommenden Jahr mit einigermassen robusten Entwicklung. In der erstmals publizierten Prognose für 2020 wird mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) "zwischen 1,5 und 2,0 Prozent" gerechnet. Damit ist sie im Einklang mit anderen Prognostikern. So hatten am Donnerstagmorgen die Ökonomen des Bundes (Seco) ein Wachstum von 1,7 Prozent und jene der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF von 1,8 Prozent vorhergesagt.

Somit geht die SNB für das kommende Jahr von einer leichten Wachstumsbeschleunigung aus. Denn im ablaufenden Jahr 2019 zeichne sich nun ein Wachstum von "rund 1 Prozent" ab (bisher: "0,5-1,0%").

Begründet wurde die Prognose mit der Erwartung, dass sich die internationale Konjunktur allmählich festigen werde - nicht zuletzt dank der geldpolitischen Lockerungen in manchen Volkswirtschaften. Zudem gebe es einen Sondereffekt: So enthalte die 2020er-Prognose die Einnahmen aus internationalen Sportanlässen, was das Wachstum um rund einen halben Prozentpunkt erhöhen dürfte.

Die Risiken für die Weltwirtschaft bleiben in den Augen der Währungshüter aber eher nach unten gerichtet. Im Vordergrund stünden weiterhin handelspolitische Spannungen und die mögliche Übertragung der Industrieschwäche auf die Gesamtwirtschaft.

Die (bedingte) Inflationsprognose für die Schweiz wurde für 2019 unverändert bei +0,4 Prozent belassen. Für 2020 werden nun +0,1 Prozent (alt: +0,2%) und für 2021 +0,5 Prozent (alt: +0,6%) prognostiziert.

rw/uh

Bern (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images

Aktien in diesem Artikel

Finanzen.net News

pagehit
;