Angemessen 10.11.2022 21:02:00

EZB-Ratsmitglied Nagel hält EZB-Geldpolitik in der Corona-Pandemie für angemessen

EZB-Ratsmitglied Nagel hält EZB-Geldpolitik in der Corona-Pandemie für  angemessen

EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel hat die Europäische Zentralbank (EZB) gegen den Vorwurf in Schutz genommen, ihre Geldpolitik angesichts der stark steigenden Inflation zu spät gestrafft zu haben.

In einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs Karlsruhe erklärte der Bundesbankpräsident ausserdem, dass auch die ultralockere Geldpolitik während der akuten Corona-Pandemie angemessen gewesen sei.

"Meines Erachtens führt die Frage zu nichts, ob die Geldpolitik schneller auf den... Wandel des Preisumfelds hätte reagieren können oder sollen", sagte Nagel laut veröffentlichtem Redetext und fügte hinzu: "Im Nachhinein ist man immer schlauer." Dass die Teuerungsraten im Euroraum binnen kurzem derart hochschnellen würden, habe im Sommer 2021 noch niemand ahnen können. Und Schocks wie der Ukraine-Krieg, der die Inflationsrate massiv zusätzlich befeuert habe, seien nicht prognostizierbar.

Nagel zufolge dämpfte der Wirtschaftseinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie den Preisausblick merklich. "Deshalb musste die Geldpolitik weiter gelockert werden, obwohl sie bereits expansiv war", sagte er. Ausserdem habe die Gefahr einer gesamtwirtschaftlichen Abwärtsspirale bestanden.

"So hätte ein Mangel an Liquidität im Finanzsystem die Krise noch verschärfen können, wenn die Banken nicht mehr genug Kredite an solide Unternehmen vergeben hätten." Solche schädlichen Rückkopplungen zwischen Finanzsystem und Realwirtschaft habe die EZB verhindern müssen, weil sie letztlich auch eine Gefahr für die Preisstabilität gewesen wären.

Als die Pandemie dann eingedämmt schien, liess sich nach Nagels Aussage "nicht zweifelsfrei beurteilen, wann die Notsituation für die Geldpolitik als beendet angesehen werden konnte". Als dann aber klar geworden sei, dass der Inflationsanstieg tatsächlich stärker und hartnäckiger sei als erwartet, habe der EZB-Rat entschlossen gehandelt.

Nagel, der seit Jahresbeginn Bundesbankpräsident ist und dem EZB-Rat angehört, gilt als geldpolitischer Falke. Er hatte im März davor gewarnt, den Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik zu verschleppen, dabei aber auch nur eine erste Zinsanhebung noch in diesem Jahr in den Raum gestellt. Im Mai hatte Nagel dann kritisiert, dass es im EZB-Rat eine gewisse "Asymmetrie" bei der Beurteilung geldpolitischer Argumente gebe.

"Ist es wirklich so eine Überraschung, dass wir nach einer so langen Zeit nun in eine Periode eintreten, in der die Inflation zurückkommt? Wir sollten etwas kritischer mit dem sein, was wir über die letzten zehn Jahre getan haben", forderte Nagel damals. Die EZB hat ihre Zinsen inzwischen in den vier Monaten seit Juli um 200 Basispunkte angehoben und die negative Verzinsung von Bankeinlagen beendet.

FRANKFURT (Dow Jones)


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