Stabile Zinsen 06.06.2019 15:23:45

EZB ändert Forward Guidance zu Zinsen

EZB ändert Forward Guidance zu Zinsen

Nach Mitteilung der EZB rechnet der Rat nunmehr damit, dass die Zinsen mindestens bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2020 (bisher: Ende 2019) auf ihrem jetzigen Niveau bleiben werden - auf jeden Fall aber so lange, wie zur nachhaltigen Annäherung der Inflation an die Zielmarke von knapp 2 Prozent notwendig ist. Der Hauptrefinanzierungssatz, der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagensatz blieben bei 0,00 Prozent, 0,25 Prozent und minus 0,40 Prozent.

Die Tilgungsbeträge fällig gewordener Anleihen will die EZB deutlich über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung hinaus voll wieder anlegen, um für günstige Liquiditätsbedingungen und eine deutliche geldpolitische Stützung zu sorgen. Die Forward Guidance zur Wiederanlage wurde damit bestätigt.

Die dritte Serie sehr langfristiger und zielgerichteter Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO3) soll laut Mitteilung mit einem Aufschlag von 10 Basispunkten auf den durchschnittlich während der Tenderlaufzeit herrschenden Hauptrefinanzierungssatz begeben werden. Banken, die bestimmte Schwellenwerte bei der Kreditvergabe erreichen, können eine Zinsvergünstigung erreichen. Der Zinssatz kann um bis zu 10 Basispunkte über dem durchschnittlich herrschenden Einlagensatz liegen.

Analysten warten nun auf die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi, in der unter anderem die aktuellen Wachstums- und Inflationsprognosen des volkswirtschaftlichen Stabs der EZB vorgestellt werden. Fragen dürfte Draghi zu der Idee erhalten, die Banken bei Bedarf von den Nebenwirkungen des negativen Einlagenzinses zu entlasten.

Draghi: Streckung der Zins-Guidance wegen anhaltender Unsicherheit

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat seine Zins-Guidance wegen der anhaltenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit diversen aussenwirtschaftlichen Faktoren geändert. EZB-Präsident Mario Draghi sagte, es handele sich um Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem EU-Austritt Grossbritanniens, den Anfälligkeiten von Schwellenländern und vor allem mit protektionistischen Bedrohungen. "Allgemein geht die Unsicherheit über das Wachstum des Welthandels über das hinaus, was wir im März erwartet hatten", sagte Draghi in seiner Pressekonferenz nach der Sitzung des EZB-Rats in Vilnius.

Laut Draghi gibt es im EZB-Rat durchaus noch die Zuversicht, dass das Basisszenario Realität wird, dem zufolge sich die aussenwirtschaftlichen Belastungen als vorübergehend herausstellen. Er sagte aber auch, dass die Risiken für dieses Szenario an Bedeutung gewonnen hätten. "Die Frage ist, wie lange der Rest der Wirtschaft noch einem schwachen verarbeitenden Gewerbe widerstehen kann", sagte Draghi. Aus diesem Grunde habe der EZB-Rat mit Überlegungen über eine Wiederaufnahme des Ankaufprogramms APP und Zinssenkungen begonnen.

FRANKFURT (Dow Jones)

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