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Ablehnung beantragt 21.02.2019 11:48:37

Einnahmen aus Negativzinsen sollen nicht in die AHV fliessen

Einnahmen aus Negativzinsen sollen nicht in die AHV fliessen

Der Bundesrat beantragt dem Parlament, eine Motion des Zürcher SVP-Nationalrats Alfred Heer abzulehnen.

Heer argumentiert, die Negativzinsen seien eine erhebliche Belastung für die Sozialwerke, insbesondere für die AHV und die Pensionskassen. Sie bedeuteten eine tiefere Verzinsung des Kapitals für die Einzahlerinnen und Einzahler.

Auf der anderen Seite profitiere der Bund von der Negativzinspolitik der SNB, indem faktisch keine Schuldzinsen auf neuen Bundesobligationen erwirkt würden. Der Bund profitiere zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung und der Rentnerinnen und Rentner. Die Einkommen der SNB aus Negativzinsen sollten deshalb bei der Verteilung der SNB-Gewinne in die AHV fliessen.

Forderungen auch von links

Für eine Verwendung der Einnahmen aus Negativzinsen zugunsten der Altersvorsorge hatte sich vor Kurzem auch SP-Ständerat Paul Rechsteiner (SG) ausgesprochen. Es sei absurd, dass die Sozialversicherungen unter den Negativzinsen leiden müssten, stellte er fest.

Rechsteiner plädierte dafür, die Einnahmen aus den Negativzinsen in die Pensionskassen zu leiten. Die SNB solle in einem ersten Schritt dazu bewogen werden, einen freiwilligen Beitrag an die Pensionskassen zu zahlen, forderte der SP-Ständerat.

AHV nicht direkt betroffen

Der Bundesrat stellt sich in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Motion von Heer gegen diese Ideen. Die AHV sei nicht direkt von den Negativzinsen betroffen, denn die Guthaben der Ausgleichsfonds bei der SNB seien von der Erhebung der Negativzinsen ausgenommen, schreibt er.

Ausserdem brauche die AHV zur Finanzierung ihrer Rentenverpflichtungen permanente und nachhaltige Einnahmen. Mit dem Vorschlag könne keine nachhaltige Sanierung der AHV erzielt werden. Der Bundesrat warnt auch vor Mindereinnahmen beim Bund: Die Annahme der Motion würde zu einer Verringerung der Einnahmen um jährlich 333 bis 666 Millionen Franken führen, schreibt er.

Rund 6,7 Milliarden Franken

In den Jahren 2015 bis 2018 betrugen die Negativzinsen auf den Giroguthaben bei der Nationalbank insgesamt etwa 6,7 Milliarden Franken, wie der Bundesrat schreibt. Die Einnahmen der SNB aus den Negativzinsen liegen damit deutlich über den jährlichen Gewinnausschüttungen an den Bund.

Im Budget 2019 ist bei einer unterstellten SNB-Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von jährlich 2 Milliarden Franken eine Ausschüttung an den Bund von 666 Millionen Franken eingestellt.

Bern (awp/sda)

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Bildquelle: StockThings / Shutterstock.com,Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images,Marco Rullkoetter / Shutterstock.com

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