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Expertenkolumne 10.06.2026 09:10:00

Bevorstehende EZB-Sitzung: Eine moderate Anpassung der Geldpolitik

Bevorstehende EZB-Sitzung: Eine moderate Anpassung der Geldpolitik

Wir erwarten für die Juni-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Erhöhung des Einlagesatzes um 25 Basispunkte auf 2,25%. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen wir nicht davon aus, dass die EZB die Zinsen in einem aggressiven Tempo anheben wird und halten mehr als zwei Zinserhöhungen für eher unwahrscheinlich.

Zwei weitere Zinserhöhungen würden den Leitzins an die Obergrenze des von der EZB geschätzten neutralen Bereichs (1,75 bis 2,5%) führen. Dieser Schritt würde in erster Linie dazu dienen, die Erwartungen der Märkte zu steuern und hartnäckigen Zweitrundeneffekten vorzubeugen. Während das aktuelle Lohnwachstum noch keinen Anlass zur Sorge gibt, verlangen die Verbraucherpreise und die allgemeinen Inflationserwartungen weiterhin eine aufmerksame Beobachtung.

Ohnehin haben sich die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum spürbar eingetrübt: Wies die Konjunktur vor dem Konflikt im Nahen Osten noch eine moderate Dynamik auf, belasten nun die gestiegene Unsicherheit und hohe Energiepreise sowohl den Konsum als auch die Investitionen.

Die Juni-Projektionen der EZB-Experten dürften im Vergleich zur März-Prognose von einer höheren Inflation und einem schwächeren Wachstum geprägt sein.

Von Konstantin Veit, Portfoliomanager bei PIMCO

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