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17.07.2026 14:53:01
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Goldman Sachs-Experten optimistisch für Gold: Was den Preis stützen soll
Goldman Sachs hält an seinem ambitionierten Goldpreis-Ziel fest. Rekordkäufe der Zentralbanken sollen den Markt stabilisieren - doch nicht alle Wall-Street-Banken teilen diesen Optimismus.
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Jetzt informieren- Goldman sieht Zentralbanken-Nachfrage als Untergrenze für den Goldpreis
- Kurzfristig belastet die Aussicht auf mögliche Fed-Zinserhöhungen
- Andere Banken wie JPMorgan und Bank of America sind kurzfristig vorsichtiger
Goldman Sachs sieht in einer Analystennotiz, aus der Investing zitiert, die Nachfrage der Zentralbanken als Untergrenze für den Goldpreis, auch wenn kurzfristig eine restriktivere Zinserwartung an den Kurs drückt.
Zentralbanken als Stabilisator
Goldman-Analystin Lina Thomas schätzt die Käufe der Zentralbanken im Mai auf rund 81 Tonnen, was auf saisonbereinigter Dreimonatsbasis rund 67 Tonnen pro Monat entspricht und damit deutlich über dem Durchschnitt von 17 Tonnen pro Monat vor 2022 liegt. Für das Gesamtjahr 2026 hält die Bank an ihrer Annahme von durchschnittlich 50 Tonnen pro Monat fest, für 2027 an 40 Tonnen pro Monat. Goldman Sachs wertet die jüngste Beschleunigung, an der China einen grossen Anteil habe, als Beleg dafür, dass die Zentralbanken-Nachfrage einen Boden unter den Goldpreis legt, selbst wenn eine restriktivere Fed-Zinserwartung kurzfristig auf den Preis drückt.
Kurzfristiger Gegenwind, mittelfristig positiver Ausblick
Nach Einschätzung der Bank verringert sich kurzfristig die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen geldpolitische Risiken, weil der Markt mögliche Zinserhöhungen der Fed einpreist. Goldman erwartet aber, dass dieser Effekt wieder nachlässt, da die eigenen Ökonomen für dieses Jahr keine Zinserhöhung erwarten. Mittelfristig sieht die Bank die Risiken für ihre Preisprognose eher nach oben gerichtet, unter anderem weil der Anteil von Gold in privaten Portfolios weiterhin gering sei und geopolitische Entwicklungen die Diversifizierung über Zentralbanken hinaus auf private Anleger ausweiten könnten. Die Diversifizierung der Notenbanken aus Schwellenländern nach dem Einfrieren russischer Reserven im Jahr 2022 bleibt laut Goldman der Anker für das Kursziel von 4'900 US-Dollar pro Feinunze zum Jahresende 2026. Zum Vergleich: Am Freitag wird Gold bei rund 3'395 US-Dollar gehandelt.
Einordnung für Anleger
Nicht alle Experten teilen den mittelfristig konstruktiven Blick: JPMorgan senkte sein Kursziel für das vierte Quartal 2026 bereits Anfang des Monats um rund ein Viertel auf 4'500 US-Dollar, während die Bank of America erst unlängst vor weiteren Rückgängen warnte und dabei auf Kursmuster aus den Hochphasen von 1980 und 2011 verwies. Die Zentralbanken-These von Goldman Sachs ist damit eine von mehreren Einschätzungen im aktuellen Bankenvergleich, keine gesicherte Prognose.
Mit Spannung blicken Anleger vor diesem Hintergrund auf die kommende Fed-Zinsentscheidung, die für den 29. Juli anberaumt ist. Von dieser wird unter anderem abhängen, ob der von Goldman erwartete kurzfristige Gegenwind für den Goldpreis tatsächlich ausbleibt.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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