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09.05.2018 18:00:44

MÄRKTE USA/Wall Street tritt auf der Stelle - Ölpreis und Energiewerte legen zu

Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street bewegt sich auch zur Wochenmitte kaum von der Stelle. Die Investoren bleiben weiter verunsichert, welche Auswirkungen die Aufkündigung des Atom-Abkommens mit dem Iran durch die USA hat. US-Präsident Donald Trump hatte diese Entscheidung am Vortag bekannt gegeben und zugleich die Wiedereinführung der bislang ausgesetzten Sanktionen angeordnet. Klarer Profiteur der Entscheidung ist der Ölpreis, für den es kräftig nach oben geht. Allerdings gibt es erste Stimmen, die die Stärke im Ölpreis nicht als nachhaltig ansehen. Sollte der Iran als Öl-Lieferant ausfallen, könnten die USA oder Saudi-Arabien ihre Produktion ausweiten, heisst es zur Begründung.

Der Dow-Jones-Index gewinnt am Mittag (Ortszeit) 0,1 Prozent auf 24.385 Punkte. Der S&P-500 legt um 0,3 Prozent zu und der Nasdaq-Composite steigt um 0,2 Prozent.

Die Sorgen um eine Verschärfung der globalen Spannungen sind nicht ganz unbegründet. Da die Europäer an dem Abkommen mit dem Iran festhalten wollen, könnte es zu transatlantischen Spannungen kommen. Zudem ist unklar, ob der Iran nun eine harte Gangart einlegt und sein Atomprogramm wieder hochfährt. Daneben droht auch eine Konfrontation Israels und Saudi-Arabiens mit dem Iran.

Ölpreise ziehen weiter an

Für die Ölpreise geht es weiter nach oben. Laut Schätzungen von Experten dürfte der Iran nun etwa eine halbe Million Barrel Erdöl am Tag weniger verkaufen. Insgesamt seien mit dem Abschluss des Iran-Deals etwa 1,5 Millionen Barrel täglich zusätzlich an den Markt gelangt. Als angespannt gilt die Situation aber auch wegen der stetig fallenden Produktion in Venezuela. Auch die zum ersten Mal seit drei Wochen wieder gefallenen US-Öllagerbestände stützen das Sentiment. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt um 2,8 Prozent auf 70,98 Dollar je Fass zu, Brent steigt um 2,9 Prozent auf 76,99 Dollar.

Am Anleihemarkt legt die Zehnjahresrendite um 2 Basispunkte zu auf die magische Marke von 3,00 Prozent. Hintergrund scheint weniger die Aufkündigung des Iran-Atomabkommens und der Anstieg der Ölpreise zu sein, sondern eine anstehende Auktion zehnjähriger US-Staatspapiere im Volumen von 25 Milliarden Dollar. Bereits am Vortag hatte die Nachfrage bei der Auktion dreijähriger Papiere enttäuscht.

Beim Devisenpaar Euro/Dollar bewegt sich nach dem jüngsten Anstieg der US-Devise nur wenig. Der Euro tendiert wenig verändert um 1,1860 Dollar. Die Experten von Metzler rechnen aber damit, dass der Euro weiter nachgeben dürfte. Mit dem Durchbrechen wichtiger Marken sei das Währungspaar aus der seit Mitte Januar intakten Trading Range ausgebrochen und sehe sich nun der ersten wirklich wichtigen technischen Marke bei rund 1,17 Dollar gegenüber.

Der Goldpreis gibt mit dem weiter starken Dollar etwas nach, bewegt sich aber weiter in seiner aktuellen Spanne. Die Feinunze verliert 0,1 Prozent auf 1.314 Dollar. Der feste Dollar mache das Edelmetall für internationale Investoren teurer, so das verstärkte Käufe im "sicheren Hafen" Gold ausblieben, so ein Beobachter.

Energiewerte profitieren von hohem Ölpreis

Profiteure der kräftig steigenden Ölpreise sind die Energiewerte. Für den Sektor geht es im S&P-500 um 1,8 Prozent nach oben, womit er die Gewinnerliste anführt. Die Aktien von Chevron und Exxon Mobil legen um 1,6 bzw. 1,9 Prozent und gehören zu den grössten Gewinnern im Dow-Jones-Index.

Die Aktien der US-Fluggesellschaften zeigen sich dagegen vom steigenden Ölpreis belastet mit Abgaben. Zudem hat United Continental die Kapazität im abgelaufenen Monat um 10 Prozent und damit erstmals seit dem Juli vergangenen Jahres mit einer zweistelligen Prozentrate gesteigert. Der anhaltende Ausbau der Kapazitäten und die damit einhergehenden niedrigeren Ticket-Preise sind eine der Hauptsorgen der Investoren. Die Aktien von United Continental fallen um 1,2 Prozent und die Papiere von American Airlines geben um 1,8 Prozent nach.

Mit Unternehmenszahlen stehen Walt Disney und Electronic Arts (EA) im Fokus. Für die Disney-Aktie geht es 2,1 Prozent nach unten. Der Unterhaltungskonzern hatte zwar mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen. Möglicherweise bremst jedoch die Aussage von CEO Robert Iger, an dem Gebot für Teile von 21st Century Fox festzuhalten, obwohl mit Comcast ein Konkurrent auf die Bühne getreten ist. Die Comcast-Aktie gibt um 0,4 Prozent nach.

Für Electronic Arts geht es um 3,7 Prozent nach oben. Der Spieleentwickler hatte für sein viertes Quartal einen Umsatz von 1,58 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 607 Millionen Dollar ausgewiesen, jeweils mehr als von den Analysten erwartet. Ausserdem kündigte EA einen weiteren Aktienrückkauf an. Unklar sei, ob der grosse Erfolg des Videospiels "Fortnite" des Konkurrenten Epic Games ein noch besseres Ergebnis verhindert habe, sagte Finanzchef Blake Jorgensen dem Wall Street Journal. Ein trüber Ausblick für das laufende Quartal belastet den Kurs derweil nicht, zumal der Fifa-18-Hersteller das Geschäftsjahr 2019 insgesamt weiter als Wachstumsjahr sieht.

Die Aktie von Sears schiesst um 15,2 Prozent nach oben. Der Einzelhandelskonzern hat eine Kooperation bei Reifen mit Amazon geschlossen. Das Tochterunternehmen Sears Auto bietet Amazon-Kunden die Möglichkeit, ihre Reifen in ein Geschäft liefern zu lassen und einen Termin ihrer Wahl zu vereinbaren. Dies soll zunächst in acht amerikanischen Grossstädten getestet werden. Die Titel von Amazon legen um 0,4 Prozent zu.

Vodafone hat die Übernahme von Aktivitäten der an der Nasdaq gelisteten Gesellschaft Liberty Global in Europa für nahezu 19 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die europäischen Kartellwächter dürften die Transaktion genau unter die Lupe nehmen, heisst es. Liberty Global brechen um 10,4 Prozent ein.

Die Walmart-Aktie gibt um 3,8 Prozent nach. Der Einzelhandelskonzern übernimmt das grösste E-Commerce-Unternehmen Indiens. Wie der Konzern mitteilte, kauft er einen Anteil von 77 Prozent an Flipkart für 16 Milliarden US-Dollar. Die grösste Akquisition der Firmengeschichte soll auch dazu beitragen, im Wettbewerb mit Amazon einen Vorteil zu erlangen.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 24.385,27 0,10 25,06 -1,35

S&P-500 2.680,36 0,32 8,44 0,25

Nasdaq-Comp. 7.281,28 0,20 14,38 5,47

Nasdaq-100 6.831,11 0,23 15,63 6,80

US-Anleihen

Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD

2 Jahre 2,53 2,5 2,51 133,2

5 Jahre 2,83 1,9 2,81 90,7

7 Jahre 2,95 1,9 2,93 70,2

10 Jahre 3,00 1,9 2,98 55,2

30 Jahre 3,15 1,6 3,13 7,9

DEVISEN zuletzt +/- % Mi., 8:36 Uhr Di, 17.21 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1856 -0,07% 1,1833 1,1858 -1,3%

EUR/JPY 130,08 +0,52% 129,74 129,60 -3,8%

EUR/CHF 1,1904 +0,21% 1,1874 1,1877 +1,7%

EUR/GBP 0,8740 -0,20% 0,8753 1,1396 -1,7%

USD/JPY 109,70 +0,58% 109,64 109,32 -2,6%

GBP/USD 1,3568 +0,15% 1,3516 1,3512 +0,4%

Bitcoin

BTC/USD 9.313,25 +0,8% 9.088,69 9.175,66 -31,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 70,98 69,06 +2,8% 1,92 +18,2%

Brent/ICE 76,99 74,85 +2,9% 2,14 +18,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.313,99 1.315,70 -0,1% -1,71 +0,9%

Silber (Spot) 16,54 16,47 +0,4% +0,06 -2,4%

Platin (Spot) 915,35 914,50 +0,1% +0,85 -1,5%

Kupfer-Future 3,04 3,05 -0,2% -0,01 -8,4%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/raz

(END) Dow Jones Newswires

May 09, 2018 12:01 ET (16:01 GMT)

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Walmart 86.00 -1.15% Walmart
Walt Disney 105.00 0.96% Walt Disney

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