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Euro am Sonntag 12.07.2018 11:04:47

Glencore: Im Visier der Justiz

Glencore: Im Visier der Justiz

von Julia Gross, Euro am Sonntag

Der Schweizer Rohstoffhandels- und Minen­konzern Glencore steht ­wegen möglicherweise ge­setzeswidriger Geschäftspraktiken stark unter Druck. Das US-­Justizministerium verlangt die Heraus­gabe von Dokumenten zu Glencores Aktivitäten in Nigeria, Venezuela und der Demokratischen Republik Kongo. Es ermittelt im Hinblick auf Korruption und Geldwäsche.

Hohe Geldbusse möglich

Das US-Justizministerium ist bekannt dafür, solche Vorwürfe sehr aggressiv zu verfolgen. Um sich zuständig zu erklären, reicht den Beamten schon, wenn eine entsprechende Transaktion in US-Dollar abgewickelt wurde. Bei einem Verfahren drohen hohe Geldstrafen, auch strafrechtliche Konsequenzen für Glencore-CEO Ivan Glasenberg sind möglich.

An der Londoner Börse brach der Kurs der Glencore-Aktie zeitweise um mehr als 13 Prozent ein. Das Unternehmen verlor 7,6 Milliarden Euro an Börsenwert. Der Titel erholte sich im Wochenverlauf etwas. Glencore kündigte den Rückkauf eigener Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar an.

Das höchste Bussgeld, das ein Konzern aufgrund des amerikanischen "Foreign Corrupt Practices Act" jemals bezahlen musste, belief sich auf 965 Millionen Dollar. Zu dieser Summe wurde die schwedische Telekomfirma Telia wegen Bestechung in Usbekistan verurteilt. Entsprechende Ermittlungen können das Geschäft lange belasten; die Barclays Bank beziffert die übliche Dauer mit mindestens vier Jahren. Neben dem US-Justizministerium steht auch die britische Staatsanwaltschaft bei Glencore auf der Matte. Den Sachverhalt in Venezuela untersucht zudem die Schweizer Finanzaufsicht Finma.

Neben dem Risiko von hohen Strafzahlungen befürchten Investoren vor allem, dass Glencore aufgrund der juristischen Verwicklungen auf lange Sicht nur zu schlechteren Bedingungen Geld leihen kann. Die Kapitalkosten würden damit deutlich steigen. Dennoch erscheint vielen Analysten der Kurseinbruch übertrieben. Der Konzern ist nun mit einem Kurs-Gewinn-­Verhältnis (KGV) von 8,6 deutlich billiger als Wettbewerber, steuert aber im Geschäftsjahr 2018 auf ein Rekordergebnis zu.

Anleger mit Mut zum Risiko ergreifen die Trading-Chance. Für all jene hingegen, die wie die Manager von über einem Viertel des weltweit professionell verwalteten Vermögens gewisse Mindest­anforderungen an die Unter­nehmensführung stellen, ist Glencore nicht mehr investierbar.


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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com,Bloomberg,Glencore

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