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Anleger-Magazin Stocks 22.12.2012 08:00:00

Antike Anlagen überdauern die Zeit

Von Anton Ladner

Chris Levett sorgt regelmässig für Schlagzeilen. So im Mai 2011 mit einem Verlust von 400 Millionen Dollar mit Erdöl-Spekulationen, die sein Hedge Funds Clive Capital ausweisen musste. Nun taucht der Gründer des grössten Rohstoff-Hedge-Funds in der jüngsten «Rich List» der «Sunday Times» zum ersten Mal mit einem Vermögen von 250 Millionen Pfund auf. Nicht weiter verwunderlich, denn der höchst- bezahlte Mitarbeiter von Clive Capital sorgte im vergangenen Jahr mit einem Gehalt von 60,8 Millionen Pfund für Wirbel.

Der 42-jährige Levett hat sich auch mit seinem Musée d’Art Classique de Mougins (MACM), das er im Juni 2011 eröffnet hatte, den Superlativen verschrieben. Im südfranzösischen Mougins verbrachte Picasso seine letzten zwölf Jahre. Mougins war aber auch ein Referenzpunkt für Francis Picabia, Jean Cocteau, Marc Chagall und Henri Matisse. Levetts Museum hat sich dieser Erbschaft verpflichtet und glänzt mit einzigartigen Kunstwerken aus der Antike, die mit dem Wirken der Modernen in Verbindung gesetzt werden. In nur sieben Jahren hat Levett, der überzeugt ist, über ein Sammler-Gen zu verfügen, 700 Objekte zusammengetragen. In seiner Begeisterung für die Antike hat er auch gleich das führende Magazin «Minerva – The International Review of Acient Art & Archaeology» übernommen. Levett, der Mann des grossen und schnellen Geldes, setzt ganz auf die Kunst der Antike.

Begeistert von der zeitlosen Schönheit dieser Objekte, die zum Teil weit über 2000 Jahre überdauert haben, was an sich schon fasziniert, war auch Clarence Day. Der US-Industrielle, der über ein Konglomerat herrschte, kam mit 82 Jahren im Jahr 2009 bei einem Autounfall ums Leben. Seine umfassende Antiken-Sammlung wurde vor zwei Jahren bei Sotheby’s in New York versteigert. Die Ergebnisse lösten bei den Händlern international grosses Staunen aus. Ein Marmor-Portrait von Antinous, Günstling oder Geliebter des römischen Kaisers Hadrian aus den Jahren 130 bis 138, war auf 2 bis 3 Millionen Dollar geschätzt. Die Statue fand aber erst bei sagenhaften 23,8 Millionen Dollar (inklusive Aufpreis) einen neuen Besitzer. Ein attischer Skyphos, etwa 450 Jahre vor Christus, war auf 8000 bis 12 000 Dollar geschätzt, bezahlt wurden 43 750 Dollar. Eine griechische Bronzefigur aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, war mit 150 000 bis 200 000 Dollar bewertet, wurde aber auf 842 500 Dollar hochgesteigert. Eine etruskische Bronzefigur, mit 30 000 bis 50 000 Dollar geschätzt, fand für 242 000 Dollar einen neuen Besitzer. Für ein assyrisches Relief-Fragment wurden 290 500 Dollar bezahlt, zehn Mal mehr als der Schätzpreis.

Preisentwicklung macht Antike Kunst interessant

Die grosse Nachfrage ist ein Trend. An der Basler Ancient Art Fair (BAAF), die vom 2. bis 7. November in Riehen stattfand, registrierten Händler wachsendes Interesse von vermögenden Personen an Antiken, die bisher kein Auge für solche Kunstobjekte hatten. «Der hauptsächliche Grund dafür liegt in der Unsicherheit in den herkömmlichen Anlagemöglichkeiten, die durch die Krise und Destabilisierung in den Finanzmärkten hervorgerufen wurde», begründet Michael Petropoulos von der Galerie Rhéa in Zürich, der über die gute Resonanz in Basel erfreut ist. «Die äusserst positive Preisentwicklung macht Antiken als alternativen Anlagebereich interessant.»

Die Antiken-Auktion des Basler Hauses Jean-David Cahn, die parallel zur Messe stattfand, bestätigt das mit teilweise erstaunlichen Resultaten. Ein korinthischer Oinoche aus Bronze wurde für 16 000 Franken ausgerufen und bei 120 000 Franken zugeschlagen. Die marmorne Venus Pudica, geschätzt auf 8500 Franken, wechselte für 52 800 Franken den Eigentümer.

Michael Petropoulos von der Galerie Rhéa ist überzeugt, dass antike Kunst langfristig eine solide Anlage ist. «Antiken haben nie an Wert verloren, das Angebot ist beschränkt, die Nachfrage steigt aber.» Neueinsteigern rät Petropoulos, sich an einen renommierten Händler zu wenden. Der Händler soll unbedingt Mitglied eines der CINOA angeschlossenen nationalen Händlerverbandes und auch der International Association of Dealers in Ancient Art angehören, die einen sehr strikten Ethik-Codex hat.

Clarence Day hatte diesen Vertrauenshändler in Mathias Komor in New York gefunden. «Ein Neusammler sollte sich von Anfang an wie durch einen Anlageberater beraten und begleiten lassen.» Weiter rät Petropoulos zu Objekten mit einwandfreier Provenienz wegen der neuen nationalen und internationalen Bestimmungen und zu Qualität statt Quantität. Potenzial für weitere Preissteigerungen ortet er bei Objekten mit bereits höheren Preisen. «Bei hervorragenden Stücken können beträchtliche Gewinne anfallen», so der Galerist.

Als Alternative zu einem Sammlungsaufbau sieht er die finanzielle Beteiligung an Objektkäufen eines renommierten Händlers. Ob griechische, römische, ägyptische oder nahöstliche Kunstwerke aus der Antike, ist für den Rhéa-Galeristen lediglich eine Frage der persönlichen Vorlieben. «Bei Antiken hängt alles von der Qualität des Objektes ab. Aber man sollte nie etwas kaufen, mit dem man nicht in den eigenen vier Wänden zusammenleben kann.»

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