Nachhaltige Wertpapiere 19.12.2019 13:05:44

Bund-Emissionsplanung: Erstmals "grüne Anleihe"

Bund-Emissionsplanung: Erstmals "grüne Anleihe"

Der überwiegende Teil des geplanten Jahresemissionsvolumens wird aber weiter über Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen und Bundesanleihen bestritten. Das geplante Emissionsvolumen nominalverzinslicher Bundeswertpapiere beträgt 210 Milliarden Euro. Im Vorjahr war hier mit 199 Milliarden Euro geplant worden, am Ende des Jahres hatte der Bund aber 3 Milliarden weniger benötigt. Grund für den 2020 höheren Kapitalbedarf ist, dass mehr frühere Emissionen zur Rückzahlung fällig werden.

2020 sollen laut der am Donnerstag vorgestellten Emissionsplanung durch die Ausgabe von Kapitalmarktpapieren 148 (2019: 156) Milliarden Euro eingenommen werden und durch kürzer laufende Geldmarkttitel 62 (43) Milliarden. Dazu kommen noch inflationsindexierte Bundeswertpapiere mit einem Volumen zwischen 6 und 8 (6 bis 10) Milliarden Euro.

2017 hatte das geplante Gesamtemissionsvolumen ohne die inflationsindexierten Papiere 169 Milliarden Euro betragen, 2018 dann 183 Milliarden. Tatsächlich nahm der Bund 2018 den Markt aber lediglich mit 173 Milliarden Euro in Anspruch, vor allem dank sprudelnder Steuereinnahmen.

Ökologische und nachhaltige Wertpapiere

2020 wartet der Bund mit einer Neuerung auf: In der zweiten Jahreshälfte sollen erstmals "Grüne" Bundeswertpapiere begeben werden und zwar in Form von sogenannten Grünen Zwillingsanleihen. Dabei emittiert der Bund neben einem konventionellen Bundeswertpapier ein grünes mit gleicher Fälligkeit und gleichem Kupon.

Mit der Begebung von Grünen Bundeswertpapieren wolle die Bundesregierung die Entwicklung nachhaltiger Finanzmärkte und insbesondere des grünen Marktsegments unterstützen, heisst es in der Finanzplanung. Perspektivisch solle Marktteilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, entlang der gesamten Zinskurve des Bundes in Grüne Bundeswertpapiere zu investieren. Der Bund beabsichtigt somit, eine liquide, grüne Zinsreferenz für den Euroraum zu etablieren.

Einen neuen 30-jährigen Langläufer wird es 2020 nicht geben. Allerdings sind Platzierungen im Gesamtumfang von 14 Milliarden Euro über Aufstockungen bereits existierender Langläufer geplant.

Von Florian Faust

FRANKFURT (Dow Jones)

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