BAK Economics Taxation Index 29.07.2020 23:13:00

STAF: Dieser Kanton übertrifft Hongkong als Unternehmenssteuer-Paradies

STAF: Dieser Kanton übertrifft Hongkong als Unternehmenssteuer-Paradies

• Nidwalden mit einem attraktiveren Unternehmenssteuersatz als Hongkong
• Schweizer Durchschnittswert EATR schlägt auch Singapur im Ranking
• Die innereuropäische Konkurrenz wird von nationalem Schlusslicht Bern übertrumpft

Im Mai letzten Jahres wurde per Volksabstimmung die Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) beschlossen - die wichtigste Schweizer Steuerreform seit Jahrzehnten. Die STAF soll ein international konformes und wettbewerbsfähiges Steuersystem schaffen, die AHV durch dringend benötigte Mehreinnahmen stärken und Arbeitsplätze sichern.

Nidwalden schlägt Hongkong im internationalen Ranking

Am 23. Juli veröffentlichte BAK Economics nun eine Pressemitteilung mit den neuesten Erkenntnissen über die Auswirkungen der STAF: Eine BAK-Analyse hat ergeben, dass der Kanton Nidwalden nach der vollständigen Umsetzung der Reform bis 2025 Hongkong auf Platz eins der Hitparade der günstigsten Unternehmenssteuern ablöse.

Verglichen wurden im diesjährigen Taxation Index die geplanten Steuersenkungen der Kantone mit internationalen Steuersätzen - lag der Unternehmenssteuersatz in Hongkong 2019 bei 9,9 Prozent und führte damit das internationale Ranking an, so stand Nidwalden auf Platz zwei des Rankings mit einem Unternehmenssteuersatz von 10,1 Prozent, so BAK Economics. Der Kanton wird im Rahmen der STAF eine Senkung des Steuersatzes auf 9,8 Prozent vornehmen.

EATR sinkt um 3,3 Prozentpunkte

Nicht nur Nidwalden verbessert sich laut der BAK-Pressemitteilung im Ranking des Unternehmenssteuer-Paradieses: Auch die anderen Kantone reformieren ihre Steuersätze - im Endeffekt "wird sich die Steuerlandschaft der Schweiz nach der vollständigen Umsetzung der STAF erheblich verändert haben."

So werde die effektive Schweizer Durchschnittssteuerbelastung (EATR) mit der STAF von 16,8 Prozent um insgesamt 3,3 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent sinken. Damit schlage die Schweiz auch Singapur im Ranking.

Nationales Schlusslicht Bern schlägt London, München & Co.

Im nationalen Ranking lag Nidwalden schon vor der Steuerreform auf Platz eins, aber abgesehen davon gehen hier mit der STAF laut Pressemitteilung ein paar grössere Neuplatzierungen einher: Basel-Stadt schaffe es um 14 Ränge nach vorn und Bern rutsche mit einem Unternehmenssteuersatz von 17,2 Prozent um 10 Plätze nach hinten auf den letzten Platz - dicht gefolgt von Zürich (15,4 Prozent).

Und obwohl Bern im nationalen Vergleich so schlecht abschneidet, schlägt der Kanton mit seinem neuen Unternehmenssteuersatz die innereuropäische Konkurrenz: München, Mailand, London, Kopenhagen, Paris und andere schneiden im BAK-Ranking 2019 mit Steuersätzen von um die 20 oder mehr Prozent deutlich schlechter ab.

Die STAF scheint die Schweiz also sehr erfolgreich attraktiv für Unternehmer und damit auch den Wettbewerb zu machen - sofern in der näheren Zukunft an anderen Standorten nicht ebenfalls die Steuersätze sinken. Eine solche Entwicklung wurde nicht in die BAK-Analyse einbezogen.

Olga Rogler / Redaktion finanzen.ch

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