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Gefahr für die Schweiz 16.01.2018 20:28:00

SNB-Präsident Jordan bekräftigt ablehnende Haltung zu Vollgeldinitiative

SNB-Präsident Jordan bekräftigt ablehnende Haltung zu Vollgeldinitiative

Laut SNB-Präsident Thomas Jordan würde eine Annahme des Begehrens die Schweizer Wirtschaft "in eine Phase grosser Unsicherheit stürzen", sagte er am Dienstag laut Redetext vor der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft. "Die Schweiz hätte ein unerprobtes Finanzsystem, das grundlegend anders wäre als diejenigen in allen anderen Ländern."

Der Wechsel zu Vollgeld wäre laut Jordan konkret "eine Abkehr von der bewährten Aufgabenverteilung zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken". Und der Nationalbank würde "eine schwere Rolle in der Kreditvergabe" aufgebürdet. Dies würde seiner Meinung nach auch zu einer nicht wünschenswerten Zentralisierung führen, welche das gute Funktionieren der Wirtschaft "durch politische Einflussnahme, falsche Anreize und fehlenden Wettbewerb im Bankgeschäft" beeinträchtigen würde.

Jordan warnte zudem vor "naiven Hoffnungen" und Illusionen in Bezug auf die Finanzstabilität: "Übertreibungen nach oben oder unten lassen sich durch einen Wechsel zu Vollgeld nicht verhindern", meinte er. Fehleinschätzungen von Anlegern und Schuldnern gebe es immer und überall.

GEGEN DIGITALES ZENTRALBANKENGELD FÜR ALLE

Kritisch stehe die SNB auch der Idee gegenüber, dass die breite Bevölkerung direkt bei der SNB Konten haben und damit über digitales Zentralbankgeld verfügen könnte. Diese Idee gilt zum Teil als Alternative zu Vollgeld. Auch dies würde laut Jordan aber die Aufgabenteilung zwischen der Zentral- und den Geschäftsbanken in Frage stellen. Die SNB erhielte neue Aufgaben und müsste neue finanzielle Risiken eingehen.

Ausserdem birgt ein solches System laut dem SNB-Präsidenten Gefahren für die Finanzmarktstabilität. "Es wäre damit zu rechnen, dass das Publikum in Phasen erhöhter Unsicherheit seine bei Banken gehaltenen Sichteinlagen in grossem Umfang in digitales Zentralbankgeld umschichten würde", so Jordan. "Die Nationalbank wäre also wohl häufiger und in grösserem Umfang gezwungen, als Kreditgeber letzter Instanz (...) den Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen."

Zürich (awp)

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Bildquelle: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images,FABRICE COFFRINI/Getty Images

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