Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück zu finanzen.net geht es hier.
SMI 11'117 -0.4%  SPI 14'402 -0.5%  Dow 32'833 0.1%  DAX 13'563 -0.9%  Euro 0.9750 0.1%  EStoxx50 3'728 -0.8%  Gold 1'794 0.3%  Bitcoin 22'291 -1.9%  Dollar 0.9529 -0.3%  Öl 97.6 1.1% 
<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
01.07.2022 08:06:37

Nachhaltigkeitslabel "B Corp" hat in der Schweiz Aufwind

(Stellt klar, dass Kosten nur bei erfolgreicher Überprüfung entstehen)

Zürich (awp) - Immer mehr Schweizer Unternehmen setzten auf das Nachhaltigkeitslabel "B Corp". Das verspricht hohe Standards in den Bereichen Umwelt und Soziales. Nichtregierungsorganisationen sind skeptisch.<!--sh_smart_ad_10206-->

Die Kaffee-Kapseln von Nespresso haben ein neues Label aufgedruckt: Das Unternehmen ist jetzt eine zertifizierte "B Corp". Als international tätiger Konzern kommt das überraschend. Bisher wurde das Nachhaltigkeitssiegel vorrangig bei kleinen, umweltbewussten Unternehmen eingesetzt.

Die Nestlé-Tochter dürfte damit allerdings nicht alleine bleiben. Auch der Aromen- und Duftstoffkonzern Givaudan peilt eine Zertifizierung an. Das Interesse habe zuletzt stark zugenommen, heisst es auf Anfrage bei B Lab, der Non-Profit-Organisation hinter dem Label.

Das Zertifikat "Benefit Corporation", kurz "B Corp", ist ein Siegel für das soziale und Umwelt-Engagement eines Unternehmens. Global wurden bisher über 5100 Firmen ausgezeichnet.

Noch wenig Schweizer Träger des Labels

In der Schweiz ist die Zahl mit 80 zertifizierten Unternehmen noch überschaubar. Neben der Nestlé-Tochter können sich der Schweiz-Ableger von Danone, Lombard Odier, Globalance oder Farmy mit dem Label schmücken. Das Interesse der Unternehmen ist zuletzt stark gewachsen. Zwei Drittel der Zertifizierungen sind alleine in den letzten zwölf Monaten dazugekommen.

Damit Firmen das Zertifikat erhalten, müssen sich erst bewerben und einen Fragebogen mit rund 200 Punkten ausfüllen. Dabei geht es um Themen wie Unternehmensführung, Umwelt, Mitarbeiter und Kunden.

Das Dokument wird später von Analysten von B Lab überprüft. Unternehmen müssen Dokumente mitliefern, welche den Wahrheitsgehalt der Antworten belegen. Laut der Non-Profit-Organisation wird eine Bewerbung - je nach Komplexität - von 4 bis 6 Analysten begutachtet.

Kostenlos ist das nicht. Eine Zertifizierung kostet Kleinstbetriebe mit 150'000 Euro Umsatz 2000 Euro, bei einer Milliarde Umsatz sind es bereits 50'000 Euro. Grosskonzerne mit über 30 Milliarden Umsatz müssen sogar eine Million Euro zahlen. Die Kosten fallen allerdings nur an, wenn die Zertifizierung erfolgreich ist.

Dennoch reichen B Lab die Gebühren der Zertifizierungen nicht aus. Diese machen rund zwei Drittel des Budgets aus. Die restlichen Gelder stammen grösstenteils aus Spenden. Diese erhält die NGO laut Geschäftsbericht von Stiftungen und Privatpersonen, darunter von der Inherent Foundation, dem Red Lion Fund, Ben&Jerrys-Gründer Jerry Greenfield oder dem früheren Danone-Chef Emmanuel Faber.

Unterschiedliche Meinungen

Über den Wert des Siegels gibt es unterschiedliche Meinungen. Public Eye spricht von einer "vergleichsweise schwachen" Unternehmenszertifizierung, da das Label zu weiten Teilen auf Selbsteinschätzungen der Unternehmen beruht. "Das Label garantiert somit nicht, dass Unternehmen wirklich nachhaltig wirtschaften, sondern lediglich, dass sie sich selbst als nachhaltig einschätzen", sagt Sprecher Oliver Classen. Er räumt aber ein, dass Public Eye sich noch nicht eingehend mit dem Label beschäftigt habe.

Gleiches gilt für den WWF. Hier ist jedoch das erste Fazit positiver. Eine "B Corp"-Zertifizierung sei ein guter Ausweis dafür, dass sich ein Unternehmen umfassend mit relevanten Nachhaltigkeitsthemen befasse, sagt Sprecherin Corina Gyssler. Nachhaltigkeit könne aber nie ganz erreicht werden. "Zertifizierungen, die einem Unternehmen Nachhaltigkeit bescheinigen, sind deshalb immer mit Vorsicht zu begegnen."

Positiv beurteilt auch die Anlagestiftung Ethos "B Corp". Die Zertifizierung sei im Gegensatz zu anderen Gütesiegeln sehr anspruchsvoll und der Fragebogen sehr detailliert, sagt Ethos-Chef Vincent Kaufmann. Er spricht aus eigener Erfahrung, Ethos selbst verfügt auch über eine "B Corp"-Zertifizierung.

Bei einer ESG-Analyse von Ethos spiele die Zertifizierungen aber keine Rolle. "Dennoch finden sich viele der im Fragebogen angesprochenen Punkte auch in unserem Bewertungsraster wieder", so Kaufmann.

bol/tv

<!--sh_smart_ad_10207-->

INFLATION: WELTWEIT STEIGEN DIE PREISE

Viele Anleger setzen deshalb auf den Aktiv verwalteten Global Inflation Protection Basket. Informieren Sie sich über die breit gestreute Auswahl an robusten Aktien & ETFs.

finanzen.net News

Datum Titel
{{ARTIKEL.NEWS.HEAD.DATUM | date : "HH:mm" }}
{{ARTIKEL.NEWS.BODY.TITEL}}

Nachrichten

  • Nachrichten zu Konjunktur
  • Alle Nachrichten
pagehit