SMI 11’948 -0.1%  SPI 15’420 -0.1%  Dow 35’295 1.1%  DAX 15’486 -0.7%  Euro 1.0729 0.2%  EStoxx50 4’145 -0.9%  Gold 1’762 -0.3%  Bitcoin 56’402 -0.7%  Dollar 0.9264 0.3%  Öl 85.8 1.0% 
Geringe Impfquoten 14.10.2021 23:25:00

Forscher: Was Schweizer wirklich zur Corona-Impfung motiviert

Forscher: Was Schweizer wirklich zur Corona-Impfung motiviert

Wer sich und andere vor dem Coronavirus schützen möchte, sollte sich impfen lassen. In der Schweiz ist die Impfquote im Vergleich zu einigen anderen europäischen Ländern sehr gering. Forscher sind der Meinung, dass monetäre Belohnungen zu einer Steigerung der Impfquote führen können.

• Unter 15 westeuropäischen Ländern hat die Schweiz die niedrigste Impfquote
• Schweizer Impfquote könnte Resultat des geringen Krisenbewusstseins der Bevölkerung sein
• Auch geringe monetäre Belohnungen können die Impfquote erhöhen

So viele Schweizer sind bereits geimpft

Im Vergleich mit 15 weiteren westeuropäischen Ländern schneidet die Schweiz, was die Impfquote angeht, eher schlechter ab. Verglichen wurden Portugal, Island, Spanien, Dänemark, Irland, Italien, Finnland, Niederlande, Frankreich, Belgien, Grossbritannien, Schweden, Deutschland, Luxemburg, Österreich und die Schweiz (in absteigender Reihenfolge je nach Impfquote). Wie sich zeigt, haben Österreich und die Schweiz mit 64 Prozent (mindestens einmal geimpft) die geringste Impfquote, so eine Statistik von Our World in Data. Auch der Schweizer Nachbar Deutschland gehört mit dem 13. Platz eher zu den Schlusslichtern. Höher sind die Impfquoten jedoch beim Nachbarn im Süden zu beobachten. In Italien haben sich laut der Statistik 76 Prozent der Einwohner mindestens einmal impfen lassen. Stand der Daten ist der 10. Oktober 2021.

Darum ist die Impfquote in der Schweiz so niedrig

Doch woran liegt die niedrige Impfquote in der Schweiz? Wie die Neue Züricher Zeitung (NZZ) berichtet, ist das Grundvertrauen der Schweizer in die Regierung hoch. Jedoch sei das Krisenbewusstsein der Schweizer Bevölkerung relativ gering. Dies könnte der Grund für die geringe Impfquote im Land sein, so ein erfahrener Parlamentarier laut der NZZ. Die Schweiz blieb bisher oftmals von grossen Krisen verschont, darunter zum Beispiel auch die beiden Weltkriege. "Auch in der Corona-Pandemie hat die Schweiz bisher weniger gelitten als manche anderen Staaten. Dies gilt vor allem im Vergleich zu südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien, Portugal und Frankreich, die nun alle weit höhere Impfquoten ausweisen als die Schweiz.", so die NZZ.

Studie zeigt: Finanzielle Belohnungen können die Impfquote erhöhen

Aus einem Bericht der Universität in Basel geht hervor, dass selbst geringe finanzielle Belohnungen dazu führen können, die Impfquote zu verbessern. Im Zuge der internationalen Studie zu diesem Thema beruft sich die Schweizer Universität auf Daten, die in Schweden erhoben worden sind. In Schweden soll es nämlich gelungen sein, mit einer umgerechnet 21 Franken hohen Belohnung die Impfquote um ganze vier Prozent zu steigern. Weniger hilfreich war es, die Menschen zum Impfen zu ermahnen oder zu erinnern. "Die Ergebnisse relativieren die Befürchtung, dass finanzielle Belohnungen kontraproduktiv wirken und Unentschlossene von der Impfung abhalten könnten, indem sie etwa Misstrauen schürten.", so der Mitautor Dr. Florian Schneider. Eher das Gegenteil werde dadurch erreicht. Sogar die kleinen monetäre Anreize können die Menschen zum Impfen bewegen.

Mittlerweile prüft der Schweizer Bundesrat eine Impfstoffoffensive. Geplant ist es, eine nationale Impfwoche durchzuführen, bei der rund 170 zusätzliche mobile Impfstellen, persönliche Gespräche sowie Gutscheine für Impfberatungen bereitgestellt werden sollen, wie der Bundesrat auf der eigenen Website angibt. Weiter heisst es: "Jede neu geimpfte Person soll eine Person angeben können, die für ihren Impfentscheid wichtig war. Diese Person erhält vom Kanton als Entschädigung für ihre Mithilfe einen Gutschein über 50 Franken per Post zugestellt. Die Kantone entscheiden individuell, wo der Gutschein eingelöst werden kann, zum Beispiel im Kino oder in einem Restaurant."

E. Schmal / Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: Lightspring / Shutterstock.com,Yaroslav Mikheev/Getty Images,peterschreiber.media / Shutterstock.com

finanzen.net News

Datum Titel
{{ARTIKEL.NEWS.HEAD.DATUM | date : "HH:mm" }}
{{ARTIKEL.NEWS.BODY.TITEL}}

Nachrichten

  • Nachrichten zu Konjunktur
  • Alle Nachrichten
pagehit