"Starker Zinsschritt" 22.11.2022 12:16:00

EZB-Ratsmitglied Nagel spricht sich für Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte aus

EZB-Ratsmitglied Nagel spricht sich für Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte aus

EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel wäre unter Umständen auch damit einverstanden, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen im Dezember nur um 50 und nicht wie zuletzt um 75 Basispunkte erhöht.

Im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten machte Nagel zudem deutlich, dass für ihn ein Ende der Zinsanhebungen zunächst nicht absehbar ist und dass er eine Verkleinerung der EZB-Bilanz lediglich als eine Ergänzung von Zinsanhebungen betrachtet, nicht als Ersatz.

"Auch 50 Basispunkte sind ein starker Zinsschritt", sagte Nagel und fügte hinzu: "Wir werden im Dezember nochmal robust sein müssen - immer datenabhängig." Er finde die Diskussion "50 oder 75 Basispunkte" nicht hilfreich und wolle erst mal schauen, wie sich das Inflationsbild weiterentwickelt habe. "Ich muss erst die Dezember-Zahlen anschauen."

Dem EZB-Rat liegen für seine Beratungen am 14. und 15. Dezember neue Inflationsprojektionen für die Jahre 2022 bis 2025 vor, wobei Nagel nach eigener Aussage die Prognosen für 2023 und 2024 und deren Differenz gegenüber den September-Projektionen besonders interessant findet. Ein Ende der Zinsanhebungen ist nach Nagels Einschätzung noch nicht in Sicht. "Derzeit ist einfach das Inflationsbild noch zu stark", sagte er und fügte hinzu: "Ich muss erst sehen, dass die Inflationserwartungen zurückkommen."

Die Euroraum-Verbraucherpreise waren im Oktober erneut stärker als erwartet gestiegen und auch die Kernverbraucherpreise. Inflationsdaten für November werden am 1. Dezember veröffentlicht.

Nagel will sich nach eigenen Worten in der Dezember-Sitzung des EZB-Rats dafür einsetzen, dass der Bilanzabbau 2023 beginnt - allerdings wohl nicht gleich am Jahresbeginn, sondern im Verlauf des ersten Quartals. "Wir schauen jetzt, wie weit wir kommen in unserer Dezember-Sitzung", sagte Nagel und setzte hinzu: "Es muss nicht unbedingt der 1. Januar 2023 sein."

Nagel zufolge sollte die EZB den Bilanzabbau so gestalten, dass er graduell und für die Märkte einschätzbar abläuft. Er müsse die Zinsanhebungen unterstützen und dafür sorgen, dass die Langfristzinsen nicht niedrig blieben, wenn die Zinsen am kurzen Ende stiegen. "Das heisst nicht, dass mir das bei den Zinsentscheidungen irgendetwas abnimmt."

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)


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