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25.11.2021 14:17:41

EZB-Rat sah schon im Oktober Aufwärtsrisiken für Inflation

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat bereits bei seinen Beratungen am 27. und 28. Oktober Aufwärtsrisiken für die Inflation gesehen. "Zwar wurde anerkannt, dass die Aufwärtsrisiken für die Inflation zugenommen haben, doch wurde es zugleich als wichtig erachtet, sowohl eine Überreaktion als auch eine ungerechtfertigte Untätigkeit zu vermeiden und bei der Kalibrierung der geldpolitischen Massnahmen einen ausreichenden Spielraum zu bewahren, um allen möglichen Inflationsszenarien begegnen zu können", heisst es in dem jetzt veröffentlichten Sitzungsprotokoll.

Weder in dem von EZB-Präsidentin Christine Lagarde verlesenen geldpolitischen Statement, noch in der anschliessenden Pressekonferenz war diese Formulierung verwendet worden. Seit 2014 kommuniziert die EZB eine offizielle Risikoabschätzung nur noch für den Wachstumsausblick. Kürzlich hatte EZB-Direktorin Isabel Schnabel von Aufwärtsrisiken für die Inflation gesprochen, was Analysten genau vermerkt hatten.

Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Oktober mit einer Jahresrate von 4,1 Prozent gestiegen. Die EZB verfolgt ein Inflationsziel von 2 Prozent und prognostiziert (Stand September) für 2022 und 2023 Inflationsraten von 1,7 und 1,5 Prozent. November-Daten werden in der nächsten Woche veröffentlicht.

In dem Dokument heisst es zur Inflation ausserdem: "Zwar legt der Fokus des EZB-Rats auf die mittelfristigen Inflationsaussichten nahe, über den prognostizierten vorübergehenden Inflationsanstieg hinwegzusehen..., doch wurde die Unsicherheit hinsichtlich der mittelfristigen Aussichten als erhöht angesehen."

Der Rat hatte Ende Oktober wie erwartet beschlossen, seine Leitzinsen und Anleihekaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance unverändert zu lassen. Allerdings hatte Lagarde in ihrer Pressekonferenz etwas überraschend gesagt, dass die Nettokäufe unter dem Pandemiekaufprogramm PEPP nach jetzigem Stand Ende März 2022 eingestellt werden könnten. Offiziell soll darüber im Dezember entscheiden werden, wenn neue Inflations- und Wachstumsprognosen des volkswirtschaftlichen Stabs veröffentlicht werden.

Analysten gehen davon aus, dass der Inflationsprognose für 2024 eine entscheidende Rolle zukommen wird. Der EZB-Rat teilte zwar Lagardes Einschätzung, wie das Protokoll zeigt, doch gab es zugleich warnende Stimmen. So wurde darauf verwiesen, dass die im Dezember verfügbaren Daten nicht alle Unsicherheiten in Bezug auf die mittelfristigen Inflationsaussichten ausräumen würden. "Es wurde als wichtig erachtet, dass sich der EZB-Rat einen ausreichenden Handlungsspielraum für künftige geldpolitische Massnahmen, auch über die Dezember-Sitzung hinaus, bewahren sollte."

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

November 25, 2021 08:18 ET (13:18 GMT)

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