European Banking Congress 18.11.2022 14:01:00

EZB-Präsidentin Lagarde: Verkleinerung der Bilanz wird "massvoll und vorhersehbar" geschehen

EZB-Präsidentin Lagarde: Verkleinerung der Bilanz wird

Die Europäische Zentralbank (EZB) betrachtet die Leitzinsen nach Aussage ihrer Präsidentin Christine Lagarde weiterhin als ihr wichtigstes Instrument, wird aber auch ihre Bilanz "massvoll" verkleinern.

"Im gegenwärtigen Umfeld und in Anbetracht der Tatsache, dass die Zinssätze nach wie vor das wirksamste Instrument zur Gestaltung unseres geldpolitischen Kurses sind, ist es... angemessen, die Bilanz in einem massvollen und vorhersehbaren Rahmen zu normalisieren", sagte Lagarde beim Frankfurt European Banking Congress.

Im Dezember wird der EZB-Rat Lagarde zufolge die wichtigsten Grundsätze für den Abbau der Anleihebestände festlegen. "Parallel dazu werden unsere Instrumente zur Wahrung der ordnungsgemässen Übertragung der Geldpolitik - insbesondere die flexiblen Reinvestitionen im Rahmen des Pandemie-Notkaufprogramms und das neue Transmissionsschutzinstrument - beibehalten", sagte Lagarde unter Verweis auf PEPP-Programm und ihr Transmission Protection Instrument (TPI)

Nagel: EZB sollte Anleihebestände ab Anfang 2023 reduzieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel mit einem schrittweisen Abbau ihrer Anleihebestände beginnen. Beim Frankfurt European Banking Congress forderte Nagel ausserdem weitere "resolute" Zinsschritte, da die EZB-Geldpolitik noch expansiv sei, aber restriktiv werden müsse.

"Wir sollten Anfang nächsten Jahres damit beginnen, den Umfang unserer Anleihebestände zu reduzieren, indem wir nicht mehr alle fällig werdenden Anleihen vollständig reinvestieren", sagte Nagel laut veröffentlichtem Redetext. Die "sehr hohen Anleihebestände" des Eurosystems übten weiterhin einen erheblichen Abwärtsdruck auf die Anleiherenditen im Euroraum aus. "Es passt nicht zusammen, die Renditekurve am kurzen Ende anzuheben und sie am langen Ende niedrig zu halten", argumentierte er.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuvor in der gleichen Veranstaltung in Aussicht gestellt, dass der EZB-Rat im Dezember die "wichtigsten Grundsätze" für den Abbau der Anleihebestände festlegen würde.

Diskussionen darüber, ob die EZB-Zinsen restriktiv seien, bezeichnete der Präsident der Deutschen Bundesbank als "verfrüht". "Auch nach den Zinserhöhungen befindet sich der relevante Leitzins noch im expansiven Bereich", sagte Nagel unter Bezugnahme auf den Bankeinlagensatz, der gegenwärtig bei 1,50 Prozent liegt. Darauf deuteten verschiedene Messgrössen hin, wie zum Beispiel die immer noch sehr niedrigen kurzfristigen Realzinsen oder der Abstand zwischen den Taylor-Sätzen und dem Leitzins.

"In abnormalen Zeiten mit zweistelliger Inflation reicht eine blosse Normalisierung der Geldpolitik möglicherweise nicht aus. Wenn sich die hohe Inflation zu verfestigen droht, müssen wir unsere Leitzinsen entschlossen weiter anheben und einen restriktiven Kurs einschlagen", forderte Nagel. Er warnte davor, aus Angst vor einem Abschwung mit weiteren entscheidenden Schritten zu warten.

Eine langsamer wachsende oder schrumpfende Produktion sei Teil des monetären Transmissionsprozesses. "Aber soweit wir sehen können, reicht diese Entwicklung allein nicht aus, um die Inflation wieder auf Kurs zu bringen", sagte Nagel.

FRANKFURT (Dow Jones)


INFLATION: WELTWEIT STEIGEN DIE PREISE

Viele Anleger setzen deshalb auf den Aktiv verwalteten Global Inflation Protection Basket. Informieren Sie sich über die breit gestreute Auswahl an robusten Aktien & ETFs.

Weitere Links:


Bildquelle: Michael Gottschalk/Photothek via Getty Images,Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com,Yiannis Kourtoglou / Shutterstock.com

finanzen.net News

Datum Titel
{{ARTIKEL.NEWS.HEAD.DATUM | date : "HH:mm" }}
{{ARTIKEL.NEWS.BODY.TITEL}}

Nachrichten

  • Nachrichten zu Konjunktur
  • Alle Nachrichten
pagehit
Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.