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14.10.2021 09:54:41

EZB/Enria sieht Anzeichen für schlechtere Asset-Qualität bei Banken

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria, sieht trotz des offiziell sinkenden Volumens notleidender Kredite (Non-performing Loans - NPL) Anzeichen für zunehmende Risiken in den Bankbilanzen. "Die NPL-Zahlen sehen noch gut aus, aber trotzdem scheint sich die Asset-Qualität zu verschlechtern", sagte Enria laut veröffentlichtem Text in einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Darauf deuteten mehrere sich schneller entwickelnde Messgrössen wie der Anteil von Krediten mit Stundungen und Streckungen sowie qualitätsgeminderte Kredite der Stufe zwei hin.

Enria zufolge ist in einigen Ländern ein Anstieg der Schwachstellen am Markt für Wohnimmobilien zu beobachten. Darüber hinaus seien im ersten Quartal 2021 die Insolvenzen in einigen Sektoren gestiegen, obwohl sie im Allgemeinen unter dem Niveau vor der Pandemie blieben. "Alles in allem könnten die NPL-Prognosen der Banken zu optimistisch sein, und die Banken sollten mit der Auflösung von Rückstellungen vorsichtig bleiben und sicherstellen, dass sie über angemessene Kreditrisikokontrollen verfügen", mahnte der EZB-Bankenaufsichtschef.

Da es schwierig sei, die Entwicklung der Asset-Qualität verlässlich abzuschätzen, liegt der Schwerpunkt der Aufsichtsarbeit laut Enria weiterhin auf der Kreditrisikokontrolle der Banken. "Wir untersuchen auch gefährdete Sektoren wie die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe sowie Gewerbeimmobilien", sagte er.

Enria erläuterte ausserdem, wie die EZB nach den beendeten Stresstests in der laufenden Bankenaufsicht verfahren wird. In einem zweistufigen Ansatz wird demnach jede Bank zunächst auf Basis ihres Stresstestergebnisses einer von vier Säulen-2-Gruppen zugeteilt. Im Rahmen der Säule 2 werden die institutsspezifischen Eigenkapitalanforderungen bestimmt, Säule 1 enthält die für alle Institute geltenden Mindestanforderungen.

Die Aufsichtsbehörden werden dann nach eigenem Ermessen die Säule-2-Kapitalanforderungen dem das individuellen Profil der Bank anpassen. Sie können Anpassungen innerhalb der Spannen der entsprechenden Gruppe vornehmen und nur unter aussergewöhnlichen Umständen über diese Spannen hinausgehen. Erfüllen müssen die Banken diese Anforderungen allerdings erst nach Auslaufen der pandemiebedingten Sonderregelungen, also Ende 2022.

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