Canoo im Fokus 03.10.2019 21:21:00

Ehemalige BMW- und Faraday-Manager mit neuem Konzept bei E-Auto-Startup Canoo

Ehemalige BMW- und Faraday-Manager mit neuem Konzept bei E-Auto-Startup Canoo

• Canoo stellt Elektro-Kleinbus vor
• Bauweise sorgt für neues Innenraumkonzept
• Fahrzeug steht nicht zum Verkauf

Vorstellung des Kleinbusses "Canoo"

Bei dem kürzlich erstmals vorgestellten E-Fahrzeug des kalifornischen Startups Canoo handelt es sich um einen Kleinbus mit demselben Namen. Dabei unterscheidet sich der Stromer durch seine innovative Bauweise von den meisten anderen konventionellen Fahrzeugen und E-Autos. So befindet sich der Motor nicht etwa unter der Motorhaube, sondern ist an der Hinterachse des Fahrzeugs platziert. Daneben ist der restliche Antriebsmechanismus mit Batterien im Fahrzeugboden verbaut, ein Konzept, das Canoo als "Skateboard" bezeichnet. Hierdurch wird eine ganz neue Raumaufteilung im Fahrzeug möglich, was sich der E-Autohersteller zunutze macht.

Innovatives Design

So überzeugt der Canoo durch verhältnismässig viel Innenraum und viele Fenster. Aufgrund der fehlenden Motorhaube erhält auch der Fahrer ein erweitertes Sichtfeld. Denn der zusätzliche Platz wird durch eine vergrösserte Windschutzscheibe so genutzt, dass der Fahrer mehr von der Strasse sehen kann. Daneben ist die Rückbank nicht so aufgeteilt wie man das von herkömmlichen Autos kennt. Vielmehr wird das hintere Fahrzeugteil durch eine halbrunde Sitzbank ausgefüllt, ähnlich wie in einer Limousine. An den Türen und an der Rückseite der Vordersitze lassen sich bei Bedarf Notsitze ausklappen. Dabei besticht das Design durch seine Schlichtheit. Es gibt keine grossen Bildschirme, die Anzeige für den Fahrer wird über LED-Leuchten sichtbar gemacht. Allerdings plane das Unternehmen eine Halterung für ein Tablet oder Smartphone in das Armaturenbrett einzubauen, sodass dies genutzt werden könnte. Der Stromer soll dank einer 80 Kilowattstunden-Batterie eine Reichweite von rund 400 Kilometern haben und mit einer Leistung von 300 PS aufwarten können wie das Unternehmen verlautete.

Autonomes Fahren in Zukunft angestrebt

Auch in Bezug auf das Zukunftsthema Autonomes Fahren hat sich das Startup vorbereitet und den Canoo mit Kameras, Radaren und Sensoren ausgestattet, die in der Zukunft das Autonome Fahren möglich machen sollen. Allerdings befindet sich diese Funktion noch in der Testphase. Erste Testautos sollen jedoch noch dieses Jahr auf die Strasse kommen.

Carsharing statt Autokauf

Doch die oben beschriebenen Features sind nicht die einzigen Neuerungen, die den Canoo von anderen Stromern unterscheiden. Das Auto geht mit einem ganz neuen Konzept zur Autonutzung einher. Denn der Wagen wird nicht als solcher zum Verkauf angeboten. Vielmehr können sich Kunden auf der Webseite des Startups registrieren und ein Abo für die Nutzung des Canoos erwerben. Es handelt es sich dabei um eine Art Carsharing-Angebot. Eine Preisvorstellung hat der Tesla-Konkurrent dabei jedoch noch nicht genannt. Klar ist nur, dass das Abo 2021 in den USA und China an den Start gehen soll.

Canoo - ein Startup mit Startschwierigkeiten

Es ist das erste Mal, dass das in 2017 gegründete Startup einen eigenen Stromer vorstellt. Das kalifornische Unternehmen hatte einen etwas holprigen Start. Die Gründer Stefan Krause, einst Vertriebs- und Finanzvorstand bei BMW, und Ulrich Kranz, Leiter des Projects iBMW, hatten nach ihrem Abschied bei dem deutschen Autobauer zunächst bei dem US-amerikanischen E-Fahrzeug-Hersteller Faraday Future gearbeitet. Eine Zusammenarbeit, die nach kurzer Zeit aufgrund von Kritik seitens des Gründers Jia Yueting wieder beendet wurde. Nachdem Faraday Future-Chefdesigner Richard Kim und weitere Angestellte das Unternehmen ebenfalls für Canoo verliessen, entbrannte ein Rechtsstreit zwischen den beiden Konkurrenten, der mittlerweile jedoch beigelegt wurde. Allerdings nahm Canoo-Mitgründer Krause erst kürzlich seinen Hut - aus persönlichen Gründen.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Rawpixel.com / Shutterstock.com,Smile Fight / Shutterstock.com

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