Wichtiger Schritt 09.09.2018 16:00:36

EFV-Direktor Gaillard warnt bei PostFinance vor dem Verlust von Volksvermögen

EFV-Direktor Gaillard warnt bei PostFinance vor dem Verlust von Volksvermögen

Würde dieser Schritt nicht umgesetzt, würden die Gewinne der PostFinance weiter schrumpfen, sagte Gaillard im Interview mit der "Sonntagszeitung" (Ausgabe, 09.09.). "Dadurch würde sie massiv an Wert verlieren. So würde Volksvermögen in Milliardenhöhe vernichtet, also Steuergelder."

Gegen die geplante Teilprivatisierung der PostFinance gibt es starken Gegenwind sowohl aus der Politik als auch von Wirtschaftsvertretern. "Formell besteht für die PostFinance keine Staatsgarantie. Sie ist wie andere Banken der Finanzmarktaufsicht unterstellt", so Gaillard. Es könne aber sein, dass die Märkte einer Bank im Eigentum des Bundes mehr vertrauen und ihr Darlehen deshalb etwas günstiger geben.

"Solche Wettbewerbsverzerrungen wollen wir nicht", stellte Gaillard klar. Die PostFinance müsste entsprechende Entschädigungen an den Bund bezahlen. "Solche Lösungen gibt es auch bei den Kantonalbanken."

Druck auf Zinsmargen

Gaillard schliesst nicht aus, dass die Zinsmargen am Hypothekenmarkt mit dem Eintritt der PostFinance noch einmal leicht sinken könnten. "Eine Marktabschottung oder der Ausschluss einzelner Firmen vom Markt ist aber keine gute Antwort auf Risiken im Markt", sagte er. Vielmehr müssten Banken zur Verhinderung einer Überhitzung an gewisse Regeln halten und etwa prüfen, ob der Kunde die Zinslast auch in weniger günstigen Zeiten tragen könne. Auch die PostFinance werde sich an diese Regeln halten müssen.

Bei der Umsetzung der Teilprivatisierung brauche die PostFinance bis in sieben Jahren 2 bis 2,5 Milliarden Franken zusätzliches Kapital, rechnete Gaillard vor. Dieses soll in erster Linie durch das Zurückbehalten von Gewinnen gebildet und auch bei privaten Investoren gesucht werden. "Naheliegend wäre, dass der Bund Kapital an der Börse beschafft, indem er 49 Prozent der PostFinance an die Börse gibt." Bei der Swisscom habe der Bund mit einem ähnlichen Vorgehen gute Erfahrungen gemacht.

Dem Vorschlag einer Vollprivatisierung hielt Gaillard dagegen, dass die Post dann keine Gewinne mehr von der PostFinance erhalten würde. "Wenn die Post eine flächendeckende Grundversorgung anbieten will, dann braucht sie die Gewinne der PostFinance zur Mitfinanzierung.

Kein Interesse am Chefposten bei der Post

Die Frage, ob er Interesse am Chefposten bei der Post hat, verneinte Gaillard. "Das steht nicht zur Debatte. Ich habe nicht vor, die Finanzverwaltung zu verlassen."

mk

Bern (awp)

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