Milliarden-Verluste drohen 21.03.2019 13:13:43

Deutschland wäre bei hartem Brexit zweitgrösster Verlierer

Deutschland wäre bei hartem Brexit zweitgrösster Verlierer

Pro Kopf wäre das eine jährliche Einbusse von 115 Euro. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann Stiftung. Die höchsten Einkommensverluste würden mit insgesamt 57 Milliarden Euro pro Jahr im Vereinigten Königreich selbst zu spüren sein, innerhalb der Europäischen Union ohne Grossbritannien summierten sich die Schäden auf 40 Milliarden Euro.

Allerdings könnten ein mit einem Abkommen geregelter Austritt der Insel aus der EU die Einkommensverluste für die europäischen Länder nahezu halbieren werden, so die Ergebnisse der Studie. "Der Brexit könnte das Fundament des grössten gemeinsamen Wirtschaftsraums der Welt schwer beschädigen. Brüssel und London müssen alles tun, um den Ausstieg vertraglich zu regeln", kommentiert Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse.

Anders als Europa würden grosse Länder im Rest der Welt von einem ungeregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU profitieren. Die USA hätten einen jährlichen Einkommensgewinn von 13,2 Milliarden Euro, gefolgt von einem Anstieg von 5,3 Milliarden Euro für China. "Vom Brexit sind europäische Wertschöpfungsketten negativ betroffen. Dadurch würde der Handel innerhalb Europas teurer und die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Rest der Welt attraktiver werden", sagte Dominic Ponattu, einer der Verfasser der Studie.

Innerhalb Deutschlands würde Nordrhein-Westfalen und besonders der Regierungsbezirk Düsseldorf Schaden davon tragen, gefolgt von Köln, Oberbayern und Stuttgart. "Gerade Regionen mit produktiven Mittelstandsunternehmen wären von einem Brexit besonders betroffen", sagt Ponattu. Für die Analyse haben die Ökonomen Giordano Mion von der University of Sussex und Ponattu, Wirtschaftsexperte bei der Bertelsmann Stiftung, anhand von Simulationsrechnungen und Auswertungen europäischer Handelsströme die Folgen eines Brexits prognostiziert. Die Studie liefert Ergebnisse für rund 300 Regionen in Europa.

BERLIN (Dow Jones)

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