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Zollstreit 14.06.2024 16:05:00

China droht angeblich mit Einleitung von Vergeltungsmassnahmen nach EU-Autozöllen

China droht angeblich mit Einleitung von Vergeltungsmassnahmen nach EU-Autozöllen

Chinesische Medien deuten an, dass es nach der Verhängung von Einfuhrzöllen auf chinesische E-Autos zu Vergeltungsmassnahmen kommen könnte.

Wie es in Berichten heisst, könnten chinesische Behörden weitere Zölle auf importierte Autos und europäischen Brandy erheben. Laut einem Beitrag vom Donnerstag auf einem Social-Media-Account des chinesischen Staatssenders sagten ungenannte Brancheninsider, dass Peking erwägt, Zölle auf Importe von Autos mit einem Hubraum von mehr als 2,5 Litern zu erheben.

Analysten zufolge würden solche Zölle wahrscheinlich die deutschen Autohersteller am stärksten treffen. Einige der führenden deutschen Autohersteller haben sich gegen die geplanten europäischen Einfuhrzölle ausgesprochen, da sie den Zugang zum chinesischen Markt aufrechterhalten wollen. Laut dem Staatssender werden jedes Jahr Pkw mit über 2,5-Liter-Motoren im Wert von rund 18 Milliarden US-Dollar aus Europa nach China exportiert.

Die Europäische Kommission kündigte diese Woche zusätzliche Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge an. Sie reagierte damit auf ihrer Ansicht nach übermässige Subventionen der chinesischen Regierung, die den Wettbewerb untergrüben. Die Zölle sollen im nächsten Monat in Kraft treten.

Chinesische Behörden würden ausserdem bis Ende August die vorläufigen Ergebnisse einer monatelangen Antidumping-Untersuchung zu Brandy-Importen aus der EU bekannt geben, sagte ein ungenannter Experte dem chinesischen Staatssender. Peking leitete die Untersuchung im Januar ein, die sich auf französischen Cognac konzentrierte. Frankreich war ein Hauptunterstützer der EU-Untersuchung zu chinesischen Elektrofahrzeugen. Da der Absatz in anderen Märkten deutlich zurückgeht, sei China zu einem wichtigen Ziel für Brandy-Hersteller geworden, so der Staatssender.

Darüber hinaus berichtete die staatliche Global Times am Donnerstag, dass chinesische Unternehmen bei den Behörden einen Antrag auf Einleitung einer Antidumping-Untersuchung zu Schweinefleischimporten aus der EU gestellt haben. Etwas mehr als die Hälfte der 1,55 Millionen Tonnen Schweinefleisch, die China 2023 importierte, stammte aus Europa, wie offizielle Daten zeigen. Spanien, Frankreich, Dänemark und die Niederlande gehören zu den wichtigsten Schweinefleischlieferanten Chinas.

"China wird wahrscheinlich den Zuckerbrot-und-Peitsche-Ansatz verwenden, um Druck auf einzelne EU-Mitgliedstaaten auszuüben, bevor sie über die Genehmigung der [Elektrofahrzeug-]Zölle abstimmen", schreiben die Ökonomen von Pantheon Macroeconomics am Freitag in einer Mitteilung. China könnte Untersuchungen zu Milchprodukten, Schweinefleisch und Parfümimporten einleiten, aber auch versprechen, Investitionen in Batterie- und Autofabriken in Europa aufrechtzuerhalten, schreiben sie.

Die EU hat sich bei Peking dafür eingesetzt, die Landwirtschaft aus Handelsstreitigkeiten herauszuhalten, da sie die Exporte europäischer Agrar- und Lebensmittelprodukte sowie Getränke nach China steigern will. EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sagte chinesischen Beamten im April, dass Lebensmittel von Problemen in anderen Sektoren unberührt bleiben sollten und dass ein offener Handel mit Lebensmitteln für die globale Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung sei, so eine Mitteilung der EU-Delegation in China.

Obwohl es wahrscheinlich zu einigen Vergeltungsaktionen kommen werde, habe jede Seite letztlich zu viel zu verlieren, um die Situation zu weit eskalieren zu lassen, so Pantheon Macroeconomics. Ein Kompromiss würde wahrscheinlich Vereinbarungen beinhalten, die Menge der aus China in die EU importierten Elektrofahrzeuge zu begrenzen und die fortgesetzten chinesischen Investitionen in Autofabriken in der EU zu gewährleisten, sagten die Ökonomen. "Das wahrscheinliche Ergebnis ist, dass die beiden Seiten den Handelsstreit managen und eine Eskalation zu einem ausgewachsenen Handelskrieg vermeiden werden", so Pantheon Macroeconomics.

SINGAPUR (Dow Jones)

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